The Hangover

22. Dezember 2014

Ob man das alles glauben kann, was einem so in der letzten Rotation passiert ist? Ich wache vermutlich gleich auf und habe einen weiteren Tag Planung vor mir, wie wir … nein. Es ist wahr. Es ist wahr, dass wir auf dem Weg zurück nach Kaas City sind, es ist wahr, dass wir diesen Sith Crucius nicht getötet haben, es ist wahr, dass Skaara den Cathar-Bediensteten ohnmächtig geschlagen und mitgenommen hat … und vor allem ist es wahr, dass ich hier in meinen Armen die kleine Tannan halte, deren Hauptinteresse im Moment nur zu sein scheint, friedlich zu schlafen und dabei meinen Zeigefinger festzuhalten. Das macht das Manövrieren meiner Reitechse etwas schwierig. Aber es ist mir völlig egal.

Ich kann Skaaras Amüsement hinter mir spüren. Für ihn war es wohl ein unglaublich erfolgreicher Ausflug. Ich muss ihn fragen, was er gesehen hat, als er Tannan mit seiner Sicht durch die Macht betrachtete. Aber nicht jetzt.

Jetzt müssen wir das Kind beschützen, Onkel Ginyu daran hindern, es von seinen Machtfähigkeiten zu trennen und uns diesen Crucius genauer ansehen. Er mag behaupten, dass er jetzt auf unserer Seite kämpft aber er weiß eigentlich zu wenig von uns, als dass dies wirklich stimmen könnte. Andererseits, wer wollte schon meiner Schwester Loyalität entgegen bringen …?

Ich muss meine Gedanken ordnen. Ich überlasse die Wachsamkeit für einen Moment Skaara und gehe in mich, während mich die Zeldrate weiter durch den Dschungel in Richtung der Stadt zurück trägt und mir Regentropfen in den Kragen meiner Jacke laufen.

Es begann mit einer Holonachricht. Schnell gesprochen und anscheinend unter großen Risiken abgeschickt. Der Rattataki hatte noch nie ein Problem damit herauszufinden, wem er dient. Er ist schon seit Jahren kein Sklave mehr und doch kehrt er immer wieder zurück und entscheidet einfach danach, was ihm sein Bauchgefühl sagt. Normalerweise steht er häufig auf Seiten meines Vaters und meiner Geschwister … aber heute hat es sich in seinem bleichen Schädel festgesetzt, dass es das Richtige wäre, mir mitzuteilen, dass Borraa sich gegen Darth Aroval gestellt hat und das Kind nach Dromund Kaas zu unserem Vater schicken wollte. Dass sie dieser Verrat wohl einiges gekostet hat ist nett. Ich hoffe, Darth Aroval reißt ihr den Arsch auf.

Skaara war sofort eifrig und gut gelaunt mit von der Partie als ich ihm diese Möglichkeit, sich plötzlich und sofort 50% unserer Probleme zu entledigen, servierte. Wir machten uns auf den Weg und suchten uns an einer hübsch unübersichtlichen Stelle im Dschungel einen Felsen am Weg vom Raumhafen zur Innenstadt und warteten.

Ihr Schüler sollte das Kind also zu Vater bringen … sie hat einen Schüler! Das ist so eine seltsame Vorstellung. Sie! Schüler! Was bringt sie ihm bei? Wahnsinn?

Wir warteten vielleicht eine Stunde bis unsere Beute auftauchte. Ich mag immer noch kein besonderes Gespür dafür haben, Machtbegabte fühlen zu können – aber das Kind war problemlos zu orten. Sie hatten es dabei. Ja, sie. Nicht nur der Schüler, sondern auch ein nervöser Cathar-Pilot, der erstaunlich viel Widerstandsgeist zeigte und sich nicht einmal in die Hosen pisste, als sich Skaara mit gezogenem Lichtschwert auf ihn stürzte.

Wir hatten uns vorher abgesprochen, es zunächst mit dem exotischen Konzept „Reden“ zu versuchen. Sollte das nicht klappen, würden wir Borraas Handlanger umhauen, das Kind schnappen und es dann noch einmal mit „Reden“ versuchen. Denn Skaara ist nach wie vor der Meinung, dass wir jedes Insiderwissen gebrauchen können. Und damit hat er natürlich recht.

Kaum war der Schüler also in Sichtweite, sprang ich vom Felsen und stellte ihn. Skaara kam ebenfalls dazu und wir nahmen ihn in die Zange. Der Cathar versuchte sich einzumischen, wurde von Skaara aber einfach an die Felswand geklatscht.

Da meine Unterhaltungen mit Meister Concabille eigentlich immer dann am Besten waren, wenn wir dabei gekämpft haben, fiel mir auch das „Gespräch“ mit Borraas Schüler nicht schwer. Auf das plumpe „Ihr sollt das Kind an jemanden der Karaz-Familie übergeben – heute ist euer Glückstag!“ fiel er erwartungsgemäß nicht herein aber nach und nach konnten wir mehr über seine Motivation herausfinden. Jeder Schlagabtausch, jeder Angriff und jede Parade wurde Teil der Annäherung. Jedes Wort wurde mit Gewalt akzentuiert.

Es dauerte aber wir haben es geschafft: Ein Verbündeter mehr in unserer Sache! Natürlich sind wir nicht so blauäugig und trauen ihm unbesehen. Dieser Crucius mag nur deshalb Borraas Schüler geworden sein, um ihre Geheimnisse abzugreifen (die durchaus übliche Sith-Motivation. Viel anders fing es bei mir und Meister Concabille schließlich auch nicht an … puh, in diese Richtung weiterzudenken ist gefährlich. Crucius und Borraa … naaaah, mein Gehirn braucht jetzt dringend eine Wäsche) aber das bedeutet nicht, dass er sich nun plötzlich von ganzem Herzen unserem Kreuzzug gegen Darth Aroval anschließen wird.

Kleine Schritte gehen. Wir werden einander nützlich sein. Und das ist doch schon sehr zufrieden stellend. Und bis wir unser gemeinsames nächstes Ziel erreicht haben, werden Skaara und ich uns damit abwechseln, Tannan nicht aus den Augen zu lassen.

Tannan. Ich habe dem kleinen Wurm einfach einen Namen gegeben. Nach einem dieser winzigen, daumenlangen Vögel, die wie fliegende Edelsteine im Dschungel von Dromund Kaas herumflitzen. Sollte Meister Concabille etwas dagegen haben, werden wir einfach darum kämpfen. Ich freue mich darauf, zu hören, was sie dazu zu sagen hat. Zustimmung, Ablehnung. Kampf, Training. Leben. Freiheit.

Morgen muss ich einmal sehen, was mit dem Rest unserer mehr-oder-weniger Truppe los ist. Von Sheysa und von Meister Concabilles erwachsener Tochter habe ich länger nichts mehr gehört. Ich habe genug von Vorbereitungen und Warten. Die Hälfte meiner Ziele … unserer Ziele … fiel uns in den Schoß. Die andere Hälfte wird deutlich härter zu erreichen.

Aber niemand denkt hier ans Aufgeben.

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OOC: Ja, der Plot ist wieder ordentlich in Bewegung. Unsere Fellowship wächst – wenn auch manchmal widerwillig (Ginyus Sohn Quen’lin), mit Hintergedanken (Sith Crucius) oder gar völlig unfreiwillig (Dschess der Pilot). Klingt nach einem epischen Film? Aber hallo! Und nebenbei klingt es derzeit auch gewaltig nach „The Hangover“. Naja, zumindest das Filmplakat trifft es.

PvE-mäßig waren wir in etlichen normalen und Hardmode-Flashpoints und haben Karma am Werk erlebt als ein hochnäsiger Random-DD-Captain Obvoius (ansonsten: Aroval als DD, Sey als Heiler, ich als Tank) uns nach einem Wipe am ersten Tython-Boss als Gurkentruppe beschimpfte, die Gruppe verliess, uns der Zufall einen DD aus der selben (Massen-)Gilde vor die Füße spülte und dann der komplette FP wie am Schnürchen lief. Wir waren entzückt.

Heute geht der Plot weiter – ein Gespräch mit Sheysa ist eingeplant und man kann hoffen, dass Ginyu und Quen’lin anwesend sind. So kurz vor den Feiertagen ja keine Selbstverständlichkeit. Alles ganz in Ruhe. Ich habe vieles, auf das ich mich in RP (Piraten! Geheimdienst! Befreiung! Arovals Untergang!) und PvE freuen kann. Preiset die Feiertage!

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