Erzieherisch wertvoller Ausflug

29. Dezember 2014

Khalb machte es sich auf dem Mauervorsprung, auf den er geklettert war, bequem und beobachtete seine Mutter und ihre vod dabei, wie sie ihre Waffen bereit machten. Das erste Mal seit Wochen war er völlig entspannt und zufrieden. Niemand, der ihm sagte, er solle sich gefälligst imperial benehmen, niemand, der ihm etwas anhängen wollte. Einfach nur hier sein, auf dem ein-bisschen-zuhause-Planeten, und um ihn herum nur Leute, die ihn so ziemlich verstanden.

Der Junge zog gemütlich die Schultern hoch und ignorierte den Regen, der knapp vor ihm den Boden des Balkons zum spiegeln brachte. Seine Mutter sagte etwas, die andere Frau lachte.

Er drehte den Kopf und versuchte durch die große Fensterfront nach drinnen zu sehen. Klar würde Garrm den Kampf gewinnen! Sein ori’vod konnte das ohne ins Schwitzen zu kommen. Immerhin war der andere Typ nur etwa doppelt so groß, dreimal so alt und viermal so schwer … konnte gar nicht schief gehen! Aber von dort, wo Khalb saß, war nur ein Teil des totes-Tier-Teppich und der Krayt-Schädel an der Wand zu sehen. Also drehte er sich wieder um und beobachtete, wie sich der Wettbewerb zwischen seiner buir und ihrer vod entwickelte.

Als Lorsa ihm und Garrm von dem Treffen der mando’ade in der Enklave auf Dromund Kaas erzählt hatte, war Khalb völlig aus dem Häuschen gewesen. Andere Leute treffen, die waren wie er und sein Clan! Keine Imperialen, die über sie die Nase rümpften, keine Langeweile. Ja, sicher … das Jagen mit Lieutenant Hawkwood war nett gewesen (sie war auch nett. Und sie mochte Garrm wohl) – aber es war doch etwas völlig anderes, nur von mando’ade umgeben zu sein.

Am Anfang hatte er sich irgendwie geschämt, weil er dachte, dass alle Anwesenden ihm sofort ansehen würden, dass er seit einem halben Jahr in keinem Kriegseinsatz mehr gewesen war und nur kleinere Aufträge und Übungseinheiten hatte ausführen dürfen. Auch Garrm hatte das wohl ähnlich empfunden – aber irgendwann war diese Gefühl abgefallen (nicht ohne dass es mal wieder ein paar hitzige Wortwechsel mit buir deswegen gegeben hätte) und sie hatten beide begonnen, an dem Abend Spaß zu haben.

Khalb tat sich wie immer eher schwer damit, einfach auf Fremde zuzugehen (vermutlich ein letzter Rest der Vorsicht seiner Sklavenzeit – gerade bei so vielen Fremden), beobachtete lieber und bewunderte die Trophäen, die in der Enklave überall herumstanden und an den Wänden hingen. Garrm hingegen war – ebenfalls wie immer – sofort in der Mitte des Geschehens. Holte sich unverdrossen Körbe bei den anwesenden Kriegerinnen und bekam sogar eine Herausforderung zum Faustkampf.

So sollte es sein – ein Kampf war ein soziales Ereignis und kein ungehorsamer Akt der Disziplinlosigkeit, zu dem die Imperialen solch kleinere Prügeleien manchmal hochstilisierten. Es ging um ein Kräftemessen; darum, zu sehen, wo man stand. Man konnte sich nur verbessern, wenn man sich stetig aneinander maß. Das war nunmal der Weg der mando’ade.

Ach, es brachte nichts, sich auch noch hier über Dinge zu ärgern, die er sowieso nie ändern konnte. Besser, die Vorfreude darauf zu genießen, dass buir ihn bald nach Tatooine mitnehmen würde, um den Clan einer anderen vod zu besuchen. Wohl, um deren Baby-Kind zu betrachten (was gab´s da groß zu sehen? Babies waren uninteressant) und um ihr bei irgendwas zu helfen. Oder so. Da hatte Khalb nicht ganz zugehört. Egal – sie würden jagen gehen! Und vielleicht wäre das dann die Gelegenheit für sein und Franns verd’goten!

Hoffentlich war „bald“ wirklich bald!

Der Junge wackelte etwas auf dem Mauerteil herum, das ihm diese gute Aussicht über alles bot und grinste in sich hinein. Endlich mal einen echten Krayt sehen! Und vielleicht sogar jagen … bestimmt jagen!

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Weiter mit OOC! Das Mando-Treffen fand in einem zur Enklave umgebauten Stronghold statt und war dermaßen gut besucht, dass man sich aus Übersichtlichkeitsgründen sogar räumlich etwas trennen musste.

Ich hatte etwas Schwierigkeiten damit, mich einzufinden, aber das war bei so vielen mir fremden RPlern nur natürlich. Zum Glück konnte ich mich an Lorsa und Garrm halten und fand so auf vorsichtige Weise ins Spiel hinein.

Da ich heute arbeiten muss, konnte ich nicht bis zum Ende bleiben und habe den Showdown von Garrms Kampf verpasst. Na, werde ich bestimmt erzählt bekommen!

Jetzt erstmal hinaus in den Schnee, den ganzen Tag das Helferlein machen und frieren. So muss das.

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