Der fremde Verstand

23. Januar 2015

Der Lord. Ich mag sein „You act like a bitch, you gon die like a bitch“-Fingerzeigen in diesem Bild.

Zeichen, die von innen aufbrachen wie Glut in einem Holzscheit. Zeichen, die sich ausbreiteten wie das Pilzgeflecht unter den Bäumen im Dschungel. Zeichen, die sich in die Luft erhoben und Wortflügel bekamen. „Varr-trrr, khasrrrr, ala-du-grrrrnn“ Nichts, was Bedeutung mit sich trug. Größere Worte, lauter. „Treeeerr-varrrr-Zzzz-kaaaaahh“

Kein Übergang vom Schlaf zum Wachen. Einfach erst das eine, dann das andere. Rednelak setzte sich auf. Der Raum war nicht völlig dunkel. Von draußen blinkten sich die ewigen Lichter von Kaas City in rot-gelben Reihen über den Teppich des Schlafzimmers und marschierten die Wand hinauf. Er wischte sich mit der Hand übers Gesicht, atmete tief ein.

Wer sein Leben lang immer an der Kante des Uralten, Vergangenen und Mystischen gelebt hatte, maß Träumen Bedeutung bei. Sein Leben lang … sechzig Jahre waren für ein einen reinblütigen Sith erst ein Viertel seiner Lebensspanne – wenn nichts dazwischen kam – und doch wogen sie manchmal schwer.

Lord Rednelak erhob sich, zog sich einen leichten Überwurf um die Schultern und ging durch das still-dunkle Haus in sein Arbeitszimmer. Er setzte sich an seinen Schreibtisch und tippte mit einer ungeduldigen Handbewegung seinen Computer ins Leben. Vergleiche, Reste des Traums, der zu lange blieb, um nur unnötiges Synapsenfeuer gewesen zu sein. Rednelak seufzte gereizt. Nichts … oder zumindst nichts, was er lesen wollte.

Ein Sklave erschien mit Schlaf in den Augen, verneigte sich und wurde zum Tee holen geschickt.

Das Klacken der Tasse auf dem Tisch. Ein würziger Kräutergeruch breitete sich im Raum aus.

Eine Handbewegung, nur angedeutet. Der Sklave schob sich rückwärtsgehend aus dem Arbeitszimmer.

Der Lord stand auf und ging zur Mitte des Raumes. Bewegte die nackten Zehen im hochflorigen Teppich. Dann ließ er die dünne Robe von den Schultern gleiten und kniete sich hin. Die massigen Schultern leicht nach vorne geneigt, die Ellbogen etwas ausgestellt und die schweren Hände auf den Oberschenkeln abgestützt. In die Macht fallen. In Meditation finden, was der wache Geist nicht greifen konnte.

Worte, gutturale Laute. Was hatte das mit dem uralten Zylinder aus dem Grab zu tun? Keine Verbindung. Die Macht war glitzernde Fäden im Nichts. Schwarz, das nicht so dunkel war wie die Umgebung. Die Schatten von grazilen Gestalten. Augenstiele, langgezogene Schädel. War es möglich? Rakata?

Rednelak tauchte wieder aus sich auf. Er schüttelte leicht benommen den Kopf. Es gab zwei Experten für diese Art des lange Toten in der Familie. Ginyu schied aus. Die amüsiert-überheblich-fröhliche Art seines Bruders war gar zu unerträglich. Aber Borraa. Natürlich. Sein kleines Mädchen. Sie beschäftigte sich schon so lange damit.

Er stand auf. Ging wieder zum Schreibtisch. Eine kurze Nachricht tippen, abschicken. Sobald es hell wurde, würde sich ein Enforcer-Trupp der Familie aufmachen, um Borraa nach Hause zu holen. Darth Aroval kam, den Berichten nach, derzeit glänzend allein zurecht. Borraa musste sich jetzt Familienangelegenheiten widmen.

Familie. Ehre. Blut. Immer das Wichtigste für einen oder eine Karaz.

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OOC: Endlich wieder ein Genthri-Plot! Ich liebe seine Stories, die sich immer sehr auf die Charaktere und ihre Fertigkeiten konzentrieren. Jeder hat seine Momente im Rampenlicht, jeder ist wichtig. Spannung, Abenteuer. Klar, im Moment nur ein Nebenhäppchen im Schatten von Arovals Wahnsinn, der gerade Alderaan verschlingt. Aber trotzdem: Yay!

Außerdem: Quercus und Burqan sind über Tatooine getreckt und haben gerade noch rechtzeitig ein Anwesen erreicht, in dem ein alter Freund des Jediritters haust.

Noch mehr außerdem: Nach dem Wumpigel wurde der Wumbat (Wumpbat) geboren. Dank an Quercus. Ich würde das Tier zu gern zeichnen, muss aber jetzt endlich mal Armennors Raskan-Portrait kolorieren!

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