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Kleinfamilienidyll mit Wahnsinn

17. Februar 2015

„Heute lief ja mal wieder alles genau nach Plan!“ Ob es Leute gibt, die diesen Satz auf regelmäßiger Basis aussprechen? Wenn ja möchte ich sie zu gern kennenlernen, damit ich ihnen ins Gesicht treten kann.

Über das „nach Plan“-Stadium sind wir lange hinaus. Es gibt nur Extreme. Auf der einen Seite die Jedi und ihre Verbündeten, die nur zögern und sich fürchten, auch nur einen Schritt zu machen … und auf der anderen Seite die volle Improvisation, mit der ich die Sache angehe. Und wenn man es genau betrachtet, habe ich die deutlich bessere Erfolgsquote. Mein Ziel war es, Meister Concabille und Tannan zu befreien und von Alderaan wegzubringen. Und jetzt sitze ich hier im Frachtraum des Cathar-Schiffes, Meister Concabille in meinen Armen, Tannan schlafend auf meiner Brust und ich kann spüren, wie Alderaan unter uns kleiner wird. Perfekter Abgang. Und was haben die Jedi? Einen immer fanatischer über ihren Planeten wütenden alten Darth, den sie nicht in den Griff bekommen.

Ganz makellos ist meine Bilanz aber nicht. Der Meister ist bewusstlos und ich muss dafür sorgen, dass sie das bleibt, solange Aroval nach ihrem Geist greift. Und wir haben Sheysa zurück gelassen, was einerseits natürlich ihre freie Entscheidung war – ich kann nicht verstehen, warum sie so an Besitz und politischem Einfluss klebt – andererseits bei mir Missmut auslöst, weil ich das vage Gefühl habe, einem Kampf auszuweichen, den nun das kleine Mädchen führen wird.

Vielleicht komme ich ja zurück und helfe dabei, den Alten endlich ins Grab zu befördern. Aber zuerst müssen der Meister und Tannan in Sicherheit sein.

Ich bringe sie zu Onkel Ginyu, dessen abgelegener Landsitz nicht nur fast völlig unbekannt ist, sondern auch weit genug im imperialen Raum, dass die Jedi nicht ihre Finger nach uns ausstrecken können. Es war nur allzu deutlich, wie gern sie Meister Concabille wieder unter ihrer Fuchtel haben würden!

Eigentlich hatte ich nicht geplant, heute schon zu verschwinden. Der Meister ist körperlich noch nicht wirklich wieder soweit, dass sie gefahrlos reisen könnte. Aber als ich das Krankenzimmer betrat und sah, wie dieser Jedi, der seit Wochen um Shanora und Sheysa herumschleicht, sie vertraulich anfasste und mit „Lady Garrde“ ansprach … da wusste ich, dass es allerhöchste Zeit war, sie von dort wegzubringen, bevor die feigen Häretiker ihre Schwäche ausnutzen und die Tentakel ihrer Irrlehren ins Gehirn pflanzen konnten, die sie wieder auf Jahre festgekettet hätten.

Natürlich wollte er mich nicht mit ihr gehen lassen. So ein Jedi kann sich seine Beute nicht unter der Nase wegstehlen lassen! Ich war bereit zu kämpfen. Und ich habe angegriffen. Der Kampf hätte sich vermutlich deutlich zu lange hingezogen, da der Jedi es darauf anlegte, mir den Weg zu versperren und ich darauf achten musste, dass der Meister sich Tannan schnappte und mitkam – nicht ganz einfach, da sie noch völlig verwirrt war und sich kaum auf den Beinen halten konnte.

Dennoch bin ich sicher, dass ich früher oder später einen freien Pfad nach draußen hätte schaffen können.

Sehr viele Konjunktive. Es kam anders.

Sheysa betrat den Raum und brachte eine Holoaufzeichnung von Borraas Experimenten in Arovals Auftrag mit. Ganz habe ich nicht mitbekommen, was den Meister diesen Bildern glauben ließ, wo sie doch die ganze Zeit an meinen Worten gezweifelt hat. Aber irgendetwas geschah jedenfalls. Sie fing an, sich zu öffnen.

Und trotzdem gab der verdammte Jedi den Weg nicht frei!

Der Kampf wurde ernsthafter. War es vorher nur mein Ziel, einfach wegzukommen, wollte ich diesem scheinheilig-sanftmütigen Lügner jetzt die Gelassenheit aus dem Gesicht schneiden. Meine aufgestaute Wut aus Wochen des fruchtlosen Wartens konzentrierte sich auf den Jedi direkt vor mir. Mochte er behaupten, nichts mit den Entscheidungen seiner Vorgesetzten zu tun zu haben, wie er wollte – er war einer von ihnen und er war der Feind.

Ich bin mir sicher, dass er gespürt hat, dass es jetzt darum ging, ob er den Raum lebend verlässt oder nicht. Doch bevor wir aus einer dieser Möglichkeiten Realität machen konnten, geschah … etwas.

Ich weiß nicht, was es war. Ich weiß nur, dass es uns alle betroffen hat. Ein Raum voller Machtsensitiver und dann das … Kind.

Dass Tannan sehr stark in der Macht ist, weiß ich schon, seit sie damals auf Dromund Kaas mit mir Verbindung aufnahm. Aber das heute … war noch etwas anderes. Der Kampf, der Schmerz ihrer Mutter, der helle Zorn – all das ließ die kleine Kriegerin zunächst vor Angst weinen und dann … etwas tun. Ich kann es nicht beschreiben. Es war ein Gefühl, eine Projektion. Etwas, das uns festhielt. Alle.

Und mit diesem Zwang, der keiner war, kam Stille. Und in der Stille fand Meister Concabille die Kraft, sich für ein paar Sekunden von Aroval zu lösen.

Die Klarheit erfasste jeden im Raum. Und auch wenn der Moment so schnell ging, wie er gekommen war, so ließ er doch eine stillschweigende Übereinkunft zurück. Der Jedi trat zurück. Sheysa half mir, den Meister und Tannan nach draußen zu bringen.

Und jetzt sind wir hier. Hinter uns Sheysas Versprechen, einen Sith zu schicken, dem sie vertraut (so weit das unter unseresgleichen möglich ist) und der helfen kann, Meister Concabille wieder zu sich zu bringen. Dauerhaft. Vor uns das blaue Nichts des Hyperraums, am Ende des Tunnels Onkel Ginyus Rückzugsort.

Ich spüre in mir das Gefühl der Verpflichtung wachsen, auch Sheysa zu helfen. Sie mag meine Philosophie nicht teilen und ich kann ihrer Lebenseinstellung nichts abgewinnen – aber ich zahle meine Schulden. Und ich fühle mich ihr verbunden. Außerdem sollten wir, sobald der Meister wieder bei sich ist, Shanora von den Jedi befreien. Ich vermute, die werden sich jetzt erst recht auf sie stürzen.

Ein Ziel erreicht, so viele neue.

Ich betrachte das im Schlaf beunruhigend friedliche Gesicht meines Meisters. Hebe die Hand und streiche eine der dunklen Haarsträhnen aus ihrer Stirn. Sheysa hat Unrecht. Es mag sein, dass Aroval ihr den Namen gab. Aber sie hat ihn von einem Wort zu ihrem Wesen gemacht. Und wo ist der Unterschied dazu, dass unsere Eltern uns benennen, ohne dass wir etwas dazu zu sagen hätten? Wir sind mehr als eine Bezeichnung. Wir füllen unseren Namen mit dem, was wir sind. Wir höhlen die Silben aus und setzen uns hinein. Wir machen uns zu eigen. Und dann ist es egal, wo wir herkommen. Wichtig ist nur, wohin wir gehen.

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OOC: Das war wirklich nicht so geplant. Eigentlich war überhaupt nichts geplant. Ich glaube, Tol-Var war ziemlich konsterniert von der Kompromisslosigkeit (eher: Kompromissunfähigkeit), mit der ich Ghurab spiele. „Only a Sith deals in absolutes.“

Ich wäre prinzipiell auch gern noch etwas auf Alderaan geblieben, Endkampf gegen Aroval und so. Aber, wenn man sich das allgemeine Tempo der Plotentwicklung so ansieht – da kann Concabille gesund werden und wir dann in aller Gemütsruhe zurückkommen und dann ist es vermutlich immer noch nicht so weit! Ist halt so, wenn man so viele Leute und mindestens drei Parteien unter einen Hut bringen muss!

Ansonsten: Seniai Qo hat jetzt ein Gildenschiff. Ich habe es mir noch nicht angesehen aber es ist zumindest da.

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