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Eine einmalige Gelegenheit – Teil 2

18. Februar 2015

„Ich schicke nur noch diese Anfrage ab, dann nehme ich meine Schwerter vom Tisch und bin ganz für dich da!“ Dabburs Tonfall war durch und durch kühle Freundlichkeit. Ihre Aura der gebremsten Wut mehr der Tatsache geschuldet, dass sie ihre Berechnungen unterbrechen musste, als einem bevorstehenden Kampf. Sie tippte auf den „senden“-Knopf und lehnte sich zurück. Das edle Leder des Sessels knarrte leise und roch nach viel Geld. Sie ließ für ein paar Sekunden den Blick aus dem Penthouse-Büro über Kaas City schweifen, sammelte sich. Die Regenstreifen des Nachmittag-Gewitters an den Fenstern verzerrten ihr Spiegelbild.

Unterbrechungen. Dabei hatte sie viel zu tun. Ihr Vater, Lord Rednelak, hatte vor, die Ressourcen der Familie umzuverteilen. Nicht wesentlich – aber das Geflecht aus Firmen, Beteiligungen, Anleihen und all den anderen Dingen, die Credits in ihrer Freizeit so anstellen konnten, war kompliziert aufzulösen. Und das neu Verknüpfen dauerte dann noch einmal länger.

Aber vielleicht war diese Unterbrechung gar nicht einmal so schlecht. Den Kopf frei bekommen und dann mit neuer Energie die Verhandlungen über den Zukauf einiger tausend Aktien der halbstaatlichen Triebwerksfabriken aufnehmen. Ein Kampf zur Entspannung. Das klang nett.

Als vor zehn Minuten der diskrete Eindringlingsalarm zu summen begonnen hatte, war sie zunächst nicht sicher gewesen, ob sie nicht einfach alles der Security überlassen und ihre Aufgaben für heute fertig bekommen sollte. Aber dann hatte sie aus einer Laune heraus die schwer gerüsteten Männer und Frauen mit dem auf die Schultern gestickten Familienwappen der Karaz, weggeschickt. Sie war neugierig, wer hier eindringen wollte. Und noch dazu auf so archaische Weise. Die Fassade nach oben klettern … seltsam.

So hatte sie also weitergearbeitet, bis gerade eben das Fenster im Nebenraum aufsprang und ein Schwall regenduftender Luft hereinwehte.

Dabbur griff sich ihre Schwerter. Elegant, edel, tödlich. Genau wie sie selbst. Das lange, schlichte und sehr teure Kleid wischte über den Marmorboden als sie aufstand.

Ein paar Schritte bis zum Durchgang. Sie aktivierte die Klingen. Das Rot spiegelte sich in den Dekorationskristallen an der Wand wieder. Noch ein Schritt in den Vorraum. Eine Windböe vom offenen Fenster her zupfte ihr eine Strähne aus der streng hochgesteckten Frisur.

Der Eindringling stand an der Westwand und bewunderte eine alte Kalligraphie. Von hinten war nur zu erkennen, dass er eher dürftig in Felle und Leder gekleidet – jede Menge roter Haut sichtbar – und anscheinend aus einer anderen, primitiven Welt gefallen war. Eine Maske aus Knochen und Federn war erkennbar, bemalt mit Erdfarben.

Einen Herzschlag lang fragte sich Dabbur, ob all die Vergangenheitsbesessenheit ihrer Familie einen alten Vorfahrengeist aus seinem Grab gelockt hätte.

Aber dann drehte sich die archaische Erscheinung um. Nahm die Maske ab und zog die vollen Lippen zu einem amüsierten Lächeln in die Breite. „Wow! Die Zeit hat dir gut getan! Kein dürres, wütendes Mädchen mehr!“

Die Unerschütterlichkeit und Kälte, die Dabbur als einziges der Kinder von ihrem Vater mitbekommen hatte, ließ sie nicht einmal irritiert blinzeln. Ihre hellgelben Augen zuckten über die Landschaft seines Gesichts, ordneten Dinge ein, knüpften Verbindungen zur Vergangenheit. Wenn man das Unmögliche eliminierte, musste das, was übrig blieb, so unwahrscheinlich es auch sein mochte, die Wahrheit sein (das hatte sie in einem billigen Roman gelesen, irgendwann auf einer langweiligen Passage im Hyperraum zwischen hier und dort).

Sie erlaubte sich ein kontrolliertes Lächeln und eine Platitüde „Du hast dich kaum verändert, Cousin.“

Er breitete die Arme aus, in einer dieser seltsam-herzlichen Gesten, die er mit seinem Vater teilte. Diese halb echte, halb gespielte Freundlichkeit. „Zehn Jahre im Nichts und dir fällt nichts Originelles ein? Verdammt, ich hätte länger wegbleiben sollen!“

Dabbur antwortete nicht, deaktivierte ihre Schwerter und hängte sie an den Gürtel (nicht weglegen, Familie war immer gefährlich).

Er wanderte im Zimmer herum. Sie bemerkte seine nackten, nur mit ein paar Lederstreifen umwickelten Füße. Wie er mit den Zehen wackelte und den tiefen Flor des Teppichs genoss. „Ich war natürlich zuerst bei Vater. Ist er immer noch nicht von seiner Forschungsreise zurück? Dagegen sind ja zehn Jahre im Nichts völlig belanglos!“ – „Doch, Onkel Ginyu ist wieder da. Lord Ginyu mittlerweile-“ – „Lord? Hah! Ich wette, das gab Ärger ..“ – „Wie gesagt, er ist wieder da. Derzeit aber mit meinem kleinen Bruder auf Alderaan. Oder schon wieder auf seinem Landsitz.“ Erstauntes Heben der Brauenwülste bei ihrem Cousin. „Ein Landsitz? Wird immer luxuriöser!“ – „Wie man´s nimmt. Es dient wohl eher seiner Arbeit. Ich gebe dir die Koordinaten …“ sie stockte und musterte ihn von den Knochenperlen im Haar bis zu den in halb gegerbtem Leder steckenden Schenkeln. „… was dir aber ohne ein Schiff nicht viel nützen wird. Wie bist du überhaupt wieder nach Kaas gekommen? Jeder hielt dich für tot, nachdem von Lord Gofferd plötzlich nichts mehr zu hören war.“

Er griff mit einer sehr kalkuliert unagressiven Bewegung nach ihrem Ellbogen, drehte sie in Richtung Tür. Die alte Vertraulichkeit … „Wie wäre es, du gibst mir ein Essen aus. Und einen Caf. Und verdammt, ich würde für eine Cigara töten. Und dann erzähle ich dir die ganze Geschichte und leiere dir im Anschluss auf meine langsam wieder warmlaufende charmante Art ein Schiff aus der Tasche. Klingt gut, oder?“

Dabburs Mundwinkel zuckten. Sie hatten sich immer recht nahe gestanden – so weit das möglich war. Und es erstaunte sie deshalb nicht wirklich, dass es sie mit einer gewissen Freude erfüllte, dass ihr gleichaltriger Cousin nicht tot war.

Und natürlich hatte es Potential, dass ihn die Zeit des … wie auch immer Verschollenseins zu so einem primitiven Wilden gemacht hatte. Das versprach einige interessante Entwicklungen innerhalb der Familie.

Sie ließ sich zur Tür schieben. „Über ein ganz und gar kostenloses Schiff wird hart zu verhandeln sein, das ist dir klar. Aber für ein Essen samt Caf und Cigara zum Abschluss – ohne Käseplatte und Trauben – reicht deine Geschichte allemal.“

Er seufzte theatralisch (wieder ganz sein Vater). „Ich will doch nur nach .. wo hast du gesagt ist sein Landsitz?“ – „Wir werden sehen. Lass uns erst einmal essen. Im Dangerous Habits haben sie heute ein sehr empfehlenswertes Meeresfrüchte Menü.“

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OOC: Gestern musste Lord Ginyu auf seinem Landsitz den Verlust eines Tuk’ata beklagen. Bekam dafür aber auch sehr spannenden Besuch. Aber davon werde ich erst im nächsten Teil der Geschichte erzählen. Heute gab es noch einmal Vorstory.

Im PvE habe ich Mowgli (nein, er heißt nicht so) auf fast 54 gebracht. Er ist Heal-Sorc und es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich mit ihm warm geworden bin (ich habe immer noch nicht raus, wie ich mit ihm gescheit auf Schadenspitzen reagiere). Ich hatte noch nie eine derartige Glaskanone! Gut, ich spiele auch mit Andronikos, weil ich ihn cool finde und weder Khem Vals Gegrunze noch Xaleks blasierte Stimme besonders gut ertrage, so dass ich mir eine zusätzliche Schwierigkeit aufgebürdet habe. Voss war wirklich ziemlich grässlich. So oft wie der Kollege da auf der Nase lag … ich hätte es fast aufgegeben. Aber dann wurde es besser. Auf Corellia ganze Gegnergruppen mit Force Storm knusprig zu braten war eine Wonne – trotz Heilskillung haut das Ding nämlich kräftig rein. Seit gestern bastle ich nun an Makeb und mit dem GSI–Buff läuft er einfach durch alles wie durch warme Butter.

Ich bin gespannt wie es ab Rishi wird. Im Endgame zu heilen kann ich mir aber immer noch nicht wirklich vorstellen. Da bleibe ich Tank.

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