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Eine einmalige Gelegenheit – Teil 3

19. Februar 2015

Wunder der Zivilisation! Man war täglich davon umgeben und bemerkte sie nicht einmal. Eine gekühlte Getränkedose. So simpel, so schön. Und so verdammt nützlich! Wie hatte er vergessen können, wie es sich anfühlte, wenn Kondenswasser auf der glatten Metallhaut entstand und man sicher sein konnte, gleich nach dem Öffnen mehr Zucker und Chemie in wundervoll eiskalter Form in sich hineinschütten zu können, als man jemals brauchen würde.

Und andere Dinge. Kleine Dinge. Duschen, Reissverschlüsse, Holocoms, selbstöffnende Türen … Betten!

Das Bedürfnis, die andere Wahrheit zu finden, tiefer in die Vergangenheit und bis zu den Ursprüngen zu gelangen, verschwand deshalb nicht. Aber nur für den Moment, für ein paar Tage, Wochen, wollte er es sich erlauben, zu genießen. Ein bisschen Verweichlichung als Urlaub, um dann das Harte, Wahre wieder mehr würdigen zu können.

Das mit dem Öffnen der Getränkedose … Nun, beim nächsten Mal dann richtig.

Er stieg die Stufen aus dem tiefgelegenen Hof nach oben, Siqsa dicht auf seinen Fersen. Der junge Drache schleppte noch ein Stück Innerei des Tuk’ata mit sich herum.

Sie erreichten die Wüste, die sich karg und felsig rund um das Forschungsanwesen bis zum Horizont erstreckte. Sand und Steine in weichen Wellen, die sich in der Ferne im violetten Abendhimmel verloren.

Er schloss die Augen, führte die Hände vor der Brust zusammen, spürte in sich selbst und sprach das Ritual der kommenden Nacht. Dort, wo er zehn Jahre lang gewesen war, war die Zeit zwischen Tag und Nacht die Heilige gewesen. Wenn Schatten wuchsen und man nicht klar sehen konnte. Wenn es weder das Silber des Tages noch die Kanten der Nacht gab.

In seiner Meditation dehnte er die Sinne. Weitete sich seine Verbindung zur Macht. Hinter sich fühlte er das vielgestaltige Leben des Haushaltes. Sein Vater, mit schnellen Schritten unterwegs zum Arbeitszimmer. Die Wachen in den Gängen. Die Tiere in den Pferchen. Anderes …. Dunkles. Der schlafende Geist seiner Mutter? Nein, das war Einbildung.

Der Sand unter seinen nackten Fußsohlen strahlte Wärme ab. Der letzte Rest der zweiten Sonnenscheibe verschwand mit einem zitternden Strahlenkranz hinter der Wölbung des Horizonts und liess nur ein rotes Leuchten zurück, das den westlichen Sektor füllte und den Nachthimmel noch mit Blut färbte.

Er beendete die Meditation, sprach die abschließenden Worte und liess sich wieder ins Hier und Jetzt fallen. Sein jetzt-noch-Haustier sah zu ihm auf, schüttelte sich und Speichel und Blutbrocken sprenkelten den Sand. Er bückte sich, schob einen Finger unter den Schuppenkranz am Hals des Drachen und kraulte. Siqsa gab ein pfeifendes Wohlfühlgeräusch von sich.

Der Sith richtete sich wieder auf, begann um das Anwesen herumzuwandern. Die Stille der Wüste war nicht zu vergleichen mit der ewigen Geräuschkulisse des Sumpfes auf Thenebria.

Er hatte sich Zeit gelassen mit dem Ankommen. War ein paar Tage in der Wüste geblieben und hatte ungesehen – die Schattenmänner konnten die Macht sehr effektiv um sich ziehen – beobachtet, was sein Vater tat. Womit er sich beschäftigte. Und hatte sich angenähert. Erst als seine Jagdbeute des erste Tages aufgebraucht war und ihm das weitere Beobachten keine neuen Erkenntnisse mehr bringen konnte, hatte er sich … nein, nicht gleich gezeigt. Erst einmal war er weiter hineingegangen, Siqsa ein Tuk’ata aus den Ställen reissen lassen.

Mit der Neugier eines Wilden hatte er durastahlglänzende Labore bewundert, unterirdische Gänge und machtsummende Fokuskreise.

Und dann durfte sein Vater ihn bemerken.

Ein bisschen spielen, ihn raten lassen und dabei selbst beobachten. Schwer zu sagen, ob er sich verändert hatte. Immer noch der selbe Exzentriker, an den er sich erinnerte. Jetzt ein Lord – aber trotzdem der Exot der Familie. Und immer noch sein großes Vorbild.

Immerwährende, unersättliche Neugier. Alles dem Drang, zu finden, zu forschen, zu entdecken, auszugraben unterordnen.

Der Überschwang, der Ginyus nicht-fassen-können begleitete. Seltsam … zivilisiert.

Sie hatten sich in den Schatten zurückgezogen und einfach geredet. Noch nichts wirklich Wesentliches. Sich erst einmal nach all der Zeit aneinander herangetastet. Alles würde sich noch ergeben.
Wieviel konnte, sollte, durfte er seinem Vater erzählen? Würde er verstehen, dass sein Ältester nicht einfach nur noch Schüler sein konnte? Dass er sich verändert hatte, wie sich jeder Beobachter auch zum Beobachteten wandelte?

Die Zeit würde es zeigen. Zunächst einmal – Zivilisation.

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OOC: Mowgli ist jetzt 55. Eigentlich hatte ich nicht damit gerechnet, dass es so schnell geht – aber da ich gestern kurzfristig beschlossen habe, doch nicht NSC beim VdL-Plot zu machen, weil ich irgendwie in einer anderen Zeitzone lebe (die fangen immer so immens spät mit dem RP an …), habe ich statt dessen einfach weitergelevelt. Und plötzlich war er 55. Und wird dann eben mal langsam in den Shadow of Revan-Questbogen driften. Sie werden ja so schnell erwachsen!

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