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Give us long rest or death, dark death, or dreamful ease

11. März 2015

Die Kälte stieg langsam vom Himmel herab, drängte die Hitze des Tages aus den Zwischenräumen der Sandkörner und von der Oberfläche der braunroten Felsen, die in der zunehmenden Dunkelheit ihre Farbe zu Blau änderten.

Von irgendwo in den Dünen kam der Schrei eines jagenden Fleischfressers. Bald würde der Geruch nach Blut folgen.

Noch ein paar Schritte mehr. Und noch ein paar. Weiter hinein in die Leere. Seine Stiefel versanken im Sand und es war mühsam, die Füße bei jedem Schritt aus der Umklammerung der Wüste zu ziehen. Noch mehr Schritte. Weg vom Anwesen.

Hinter ihm verblassten die Funken des Lebens. Die hellen Flecke, die seinen geschärften Sinnen die Anwesenheit von Menschen verriet. Blass, verwischt die meisten. Stark und leuchtend die Machtanwender. Sein Bruder ein buntes Feuer; etwas entfernt ein ähnlich starker Brand, vertraut und doch neu – vermutlich Ginyus Sohn. Noch ein, zwei Auren dazu, die nicht den Stempel der Karaz trugen.

Er musste weiter. Er konnte nicht nach einem Streichholzglimmen suchen, wenn um ihn herum Leuchtfeuer brannten.

Rednelak war zu seinem Bruder gekommen, weil die Artefakte immer noch ein Rätsel waren. Weil sie Bedrohung genauso wie Verheißung waren. Aber er war auch hier, weil er floh. Vor dem, was in seinem Kopf war und das nicht mehr biss und kratzte – zumindest nicht mehr so sehr – wenn er mit seinen Gedanken allein sein konnte.

Er hatte es Ginyu noch nicht erzählt. Wie hätte er auch anfangen sollen? Und warum auch? Rednelak hatte von seinem Bruder nichts Hilfreiches zu erwarten.

Nichts war hilfreich. Ihm waren die Hände gebunden. Und wenig schürte den Zorn eines Lords mehr, als ohnmächtig Dingen zusehen zu müssen.

Noch ein paar Schritte. Eine halbe Stunde. Eine Stunde. Das Licht und die Auren hinter ihm waren in die Nacht gezogen worden. Stille.

Er erklomm eine felsige Anhöhe, deren sonnengebackene Steine die Gluthitze des Tages noch in ihren Rissen festhielten. Ein weiter Blick über die Ödnis vor ihm. Er setzte sich. Legte sein Schwert neben sich. Wartete. Wartete etwas länger. Eine Atemtechnik brachte ihn an den Anfang einer Meditation.

Er weitete seine Sinne. Dehnte sein Selbst in den Staub zwischen die Sterne. Streckte sich, bis der Faden, der ihn mit sich verband, dünn, summend und zum zerreissen gespannt war. Er musste so weit nach draußen, wie es nur ging. Er musste sie finden. Ihr Selbst.

Das nicht tot sein durfte.

Das tot war.

Vielleicht. Nein. Doch.

Alberne Hoffnung. Er musste sich von ihr verabschieden. Aber er hätte es gespürt. Wenn sie getötet worden wäre. Er war ihr nahe. Seiner Prinzessin. Seinem Stolz.

So verwundbar durch diese Verbindung.

Es war erst einige Tage her, dass er Borraa von Alderaan hatte wegholen wollen. Fort von diesem verrückten Darth, dessen Größenwahn jedes Maß überschritt und der auf Rednelaks Tochter eine unheilige Anziehung ausübte.

Borraa war nicht mitgekommen. Gefangen in einem giftig-süßen Netz hatte der Wahnsinn von ihr Besitz ergriffen und sie jedes Argument vom Tisch wischen lassen. Und weil sie in den tiefsten Tiefen der Verteidigung von Darth Aroval saß, hatte Rednelak nicht einmal dem Impuls nachgeben und sie dort mit Gewalt herauszerren können.

Es blieb nichts, als sich von ihr zu verabschieden. In der Gewissheit, dass sie sterben würde. Entweder langsam durch das Artefakt, das auch an Rednelak nagte, oder schnell durch die Vergeltung der bizarren Koalition aus Sith und Jedi, die Arovals Schrecken ein Ende bereiten wollten.

Und er musste zusehen.

Weiter, noch weiter griff er hinaus. Er musste sie spüren. Ihren Geistfunken sehen. Irgendwo. So weit weg. Eine halbe Galaxis weit weg.

Nichts.

Keine Bestätigung seiner Furcht. Keine Hoffnung.

Er würde sie nicht aufgeben. Die Informationen von Alderaan waren wirr und spärlich. Morgen würde er den Rattataki nach ihr schicken. Unauffällig. Wenn jemand lebend dort hinein und wieder herauskam, dann der weiße Schatten. Und wenn er nur die letztendliche Gewissheit bringen konnte, so war auch das in Ordnung. Dann würde Lord Rednelak Vergeltung anordnen und das Leben würde weitergehen.

Aber sollte sie noch am Leben sein … Nein, nicht weiter Luftschlösser bauen. Ja oder nein. Schwarz oder weiß. Solange der Nexu noch in der Kiste saß, konnte man nicht sagen, ob er tot war oder lebte.

Der Rattataki würde Bestätigung bringen. Und bis dahin konnte sich Rednelak auf die Entschlüsselung des Artefaktes konzentrieren. Ginyu würde mit Lord Neferus Kontakt aufnehmen, dessen Familie alt genug war, um ebenfalls solch ein Rakata-Relikt zu besitzen. Das würde die Forschung voranbringen.

Bis Borraa wieder da wäre. Oder bis –

Nichts war sicher. Der Nexu in seiner Kiste.

Lord Rednelak sank tiefer in die Meditation, verlor sich in den wirbelnden Tiefen seines Zorns. Um ihn herum atmete die Wüste.

And deep-asleep he seem’d, yet all awake,
And music in his ears his beating heart did make

—————–

OOC. Alle Zitate aus Tennysons „The Lotus Eaters“

Ding-Dong, die Hex´ ist tot. Oder auch nicht. Aber wenigstens der böse alte Zauberer ist doch tot .. oder nicht? Tja, Rednelaks Nexu sitzt immer noch in seiner Kiste und auch ich bin nicht viel klüger.

Am Sonntag begann der Sturm der Koalition auf Arovals Anwesen. Ich war als NSC-Kultist dabei, da meine Charaktere schließlich sonstwo unterwegs waren. Anfangs hatte ich viel Spaß daran, den wahnsinnigen Sithlord zu geben, der den Vorstoß der Jedi und Sith mit einem Meer aus Blitzen aufhält. Später wurde es etwas weniger schön. Ich hätte es wissen müssen – RP und dabei im TS sein ist keine gute Idee. Wenn ich SC bin, halte ich mich auch konsequent davon fern. Aber als NSC musste ich mich ja mit der Spielleitung absprechen. Und dummerweise gab es keinen extra Channel für die NSC. Oder es gab ihn – aber die Spieler folgten einfach. Naja, sei es wie es sei – ich habe meine Lektion gelernt. Entweder gar nicht mehr NSC oder nur strikt getrennt.

Ich will nicht pauschalisieren – die überwältigende Menge der Spieler war super drauf, hatte Spaß und nahm Herausforderungen mit Begeisterung an. Das war klasse und ich konnte prima auf alles eingehen, was sie gegen meinen fiesen Irren einsetzten.

Egal. Lehrgeld gezahlt!

Am Montag sollte dann Aroval selbst angegangen werden. Ich hatte Dienstag Zwangsurlaub, weil der Schornsteinfeger kam und konnte deshalb Montag länger aufbleiben. Und das war auch bitter nötig. Denn ich hatte ein echtes déja-vu! Es war wieder Tessien! Bis die Gegner (oder in diesem Fall: Mitspieler) anrückten, muss ich schon ins Bett. Geplant war um sieben oder acht zu beginnen – um halb zehn hatte man sich dann vor der Höhle des Alten versammelt. Well, such is life in Latvia. Is not potatoe, is politburo.

Dementsprechend war ich nach einem langen Arbeitstag also schon ziemlich platt, bevor es überhaupt zum Kampf kam und die Qualität meines RP war müdigkeitsbedingt eher mittelprächtig bis unterirdisch. Das war verdammt schade, da Arovals Höhle des Bösen wunderbar bis zum Rand mit Psychospielchen gefüllt war und ich in wachem Zustand den Spaß meines Lebens gehabt hätte. Aber so trottelte ich nur sehr erschöpft Concabille hinterher. Und hielt nicht einmal bis zum Endkampf durch. Um halb zwölf schickte mir ein Sekundenschlaf den Kopf auf den Tisch und das war dann der Zeitpunkt an dem ich beschloss, dass ich jetzt ins Bett gehe. Ich vertraute Sey meinen Ghurab als NSC an und kroch vom Rechner weg.

So weiß ich jetzt also nicht, ob und wenn ja wie Darth Aroval besiegt wurde.

Wieder eine Lehre gezogen (das waren diesbezüglich echt ergiebige Tage!): Am liebsten RP nur noch mit überschaubaren Gruppen. So Riesenveranstaltungen mit zehn oder mehr Teilnehmern tun meinem Spaß nicht gut, weil natürlich alles viel länger dauert. Ich habe den Aroval-Plot ein Jahr lang verfolgt und mich sehr auf das furiose Finale gefreut. Schade, dass ich es dann doch verpasst habe.

Na, nun geht des mit den Abenteuern von Darth Akiratis und seiner lustigen Crew weiter! Artefakte, alte Gräber, wilde Machtanwender! (ich verkneife es mir jetzt, die Titelmelodie von „Käpt´n Balu und seine tollkühne Crew“ zu verlinken, werde aber „Schneegans“ als Namen für das Gildenschiff in die Diskussion bringen)

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