Startseite > In Character, Star Wars - the old Republic > Nur ein weiterer Bericht

Nur ein weiterer Bericht

15. März 2015

Er schaltete das Holocom ein. Tippte die Buchstaben- und Ziffernfolge, die sein Bild dorthin bringen würde, wo es hinmusste. Wartete ab.

Der kleine blaue Funke, der anzeigte, dass sein Anruf angenommen wurde, weitete sich aus, dehnte sich nach oben und unten und stellte lebensgroß das Bild von Lord Rednelak in den Kommunikationsraum des Schiffes.

Nauras sank auf ein Knie, die Faust vor sich auf den Boden gestützt und senkte tief den Kopf „Ich grüße Euch, mein Herr und Lord“. Es war keine Unterwürfigkeit. Nauras verehrte den Lord. Der Patriarch der Karaz´ war derjenige, der ihn zu dem gemacht hatte, was er jetzt war. Dem er sein Leben und mittlerweile auch seine Freiheit verdankte (genau wie seine Gefangenschaft, wie Blut, Schmerz und Hoffnungslosigkeit).

Sobald der Rattataki sich erhoben hatte, deutete Rednelak durch ein knappes Nicken an, dass freies Sprechen erlaubt war.

Nauras verband sein Pad mit der Übertragung und gab alle seine Notizen, sowie den Inhalt von Shanoras Datastick an die Position seines Herrn.

„Mein Lord, die Herrin Borraa ist am Leben. Ich fand in den Trümmern der Residenz des Darth zwar große Mengen ihres Blutes, doch wurde mir versichert, dass verschiedene Parteien großes Interesse an ihrem Überleben haben und sie deshalb medizinisch versorgt wird.“

Nauras sah nicht in Rednelaks Augen. Erwartete aber auch keinerelei Regung. Die Erleichterung seines Meisters wurde weder in Wort noch Geste deutlich. Es war nicht seine Art. Irritierende Ruhe. Der Rattataki fuhr fort. „Die Spuren im Turm selbst waren auf Grund der Zerstörung nur noch schwer zu deuten, da sich aber wegen der direkten und auch medial stark dokumentierten Verwicklung einiger recht prominenter Personen Möglichkeiten zur Nachforschung ergaben, habe ich Lady Shanora Garrde aufgesucht. Sie ist die ältere Tochter der Meisterin von Sith Ghurab – “ eine kurze Pause. Wagen, einen Blick zu werfen, ob man den Meister zu sehr verärgert haben könnte. Aber natürlich blieb die Miene des Lords unbewegt.

„- sie wird derzeit stark von den Jedi unter Druck gesetzt, wie es aussieht. Sie musste ihren Aufpasser erst wegschicken, bevor sie mir ihre Informationen geben konnte. Ich kann nicht völlig sicher sein, ob der komplette Auftritt nicht eine Farce war, um mir falsche Tatsachen unterzujubeln, möchte aber eine siebzigprozentig positive Prognose abgeben, basierend auf dem Vergleich ihrer Persönlichkeit mit den bekannten Daten ihrer Mutter. Ich halte die Hinweise demnach für eine wertvolle Spur.“

Nauras holte Luft, befeuchtete sich die tätowierten Lippen mit der Zungenspitze. Lord Rednelak schwieg weiter, saugte durch pure Ruhe Informationen aus seinem Diener.

„Die Jedi wollten als Preis für Informationen einen geflohenen Anhänger von Darth Aroval. Ich lehnte ab, da ich eine solche Abmachung natürlich nicht ohne Rücksprache treffen konnte und die Zeit zu knapp wäre. Dennoch erlaube ich mir, eine Empfehlung auszusprechen. Ihr solltet diesen Sith Remun finden lassen, mein Herr. Ihn trifft große Schuld am derzeitigen Zustand der Herrin Borraa.“

Wieder ein sparsames Nicken von Lord Rednelak. Der Vorschlag wurde erwogen.

Der Rattataki fuhr fort. All das, was er sagte, gab es natürlich auch in schriftlicher Form. Doch war es ihm wichtig, seinem Herrn persönlich seine Erfolge zu zeigen. Und natürlich dem Lord zu erlauben, hinter seinen Augen nach Informationen zu suchen.

„Lady Garrde jedenfalls hatte andere Interessen als die Jedi. Als sie den Ritter mit einer Ausrede weggeschickt hatte, gab sie mir die Hinweise auf einen Mann namens Nchuand, einen Sith, wie es scheint, der die Herrin bei sich hat. Lady Garrde weiß jedoch anscheinend nichts über die Intentionen dieses Sith.“

Ab jetzt wurde es schwierig. Nauras war loyal zu jedem Mitglied der Karaz-Familie. Sei es der Lord selbst oder auch sein Bruder. Borraa ebenso wie … ja, das war problematisch. Nauras hatte aus einem Impuls heraus Shanora ein Bild geschickt. Es war ihm ein Bedürfnis gewesen, ihr zu zeigen, dass sie sicher sein konnte, dass auch Andere ein Interesse daran hatte, dass es ihrer Mutter, Ghurab und dem Kind gut ging. Ghurab war für Nauras immer der direkteste Bruder gewesen. Was die Sache kompliziert machte, als der Konflikt mit Lord Rednelak aufbrach. Nauras löste dieses Dilemma mit absoluter Neutralität. Er war loyal. Gegenüber jedem Karaz.

Wieder eine Pause. Die Brauenwülste des Lords zogen sich kurz zusammen. Ungeduld. Nein, nicht warten lassen. Der Herr musste alles wissen.

„Die Lady Garrde forderte als Gegenleistung für diese Informationen, dass die Invicta Concabille und Sith Ghurab im Imperium aufgrund ihrer Verwicklungen in die Machenschaften des abtrünnigen Darth Aroval nicht belangt werden würden.“

Nauras sah auf. Er hatte alles gesagt.

Lord Rednelak dachte eine Weile nach. Das Schweigen drückte auf Nauras´ Trommelfelle. Sein Herr konnte sehr gut schweigen.

Schließlich sprach er. „Du hast gut gearbeitet, Nauras. Ich bin zufrieden. Halte dich bereit, zu diesem Nchuand aufzubrechen. Ich werde dir noch jemanden zur Seite stellen, dessen Fähigkeiten mehr dazu geeignet sind, mit einem Machtanwender zu verhandeln. Und natürlich ein paar bewaffnete Schiffe, nur als Hinweis, wie wichtig mir die Sicherheit meiner Tochter ist. Was die Forderungen der Lady Garrde angeht, so ist sicher, dass die Ehre verlangt, meine Schulden zu bezahlen. Die Taten meines Sohnes werden von offizieller Seite untersucht werden und man wird feststellen, dass es nur Berichte darüber gibt, wie er den Truppen Darth Arovals Schaden zufügt. Es gibt keine Notwendigkeit, Gefallen einzufordern, um ihn zu entlasten, denn er hat sich nichts zu Schulden kommen lassen. Was seine … Meisterin angeht, werde ich Dabbur anweisen, mit Geld und anderen Dingen dafür zu sorgen, dass die Verstrickungen dieser Frau in einem milden Licht erscheinen werden. Und sollte es notwendig werden, können auch weitere Schritte unternommen werden. Halte dich jetzt bereit, zu diesem Nchuand aufzubrechen. Ich wünsche, dass diese ganze Angelegenheit bald aus der Welt ist. Andere Dinge erfordern meine Aufmerksamkeit und betreffen auch Borraa.“

Nauras verneigte sich tief „Ich bin bereit, mein Herr und Lord“.

Ein letztes Nicken von Rednelak, dann wurde die Verbindung getrennt.

Nauras war tatsächlich bereit. Immer. Jederzeit.

 

Advertisements
Schlagwörter: ,
%d Bloggern gefällt das: