Die Welten durch einen Schleier

25. März 2015

Nicht zusammenhängend: Ghurab bekam ein Vorantikus-Reittier. Alles schön und gut, bis …

… das da. Wer kommt denn damit durch? Zweifellos ein/e immer noch vor sich hin kichernde/r Designer/in. Ich ziehe meinen Hut vor ihm/ihr.

Eigentlich geht es nicht um den Vorantikus. Auch wenn es natürlich ein massiver (wahrscheinlich) Glücksfall war, ihn zu bekommen. Eigentlich geht es um Vater und Sohn, um Drogen und Entspannung, um Familie und mögliches Vergessen, wenn auch nicht verzeihen. Aber der Vorantikus war zu amüsant, um ihn nicht zu bringen. Ich habe einen infantilen Humor.

Jetzt aber genug OOC und Vorantikus-Teile, deshalb auf zu den Ereignissen des gestrigen Abends IC.

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Siqsa sprang auf, als Ginyu sich erhob. Der junge Kelldrache hatte bisher neben dem Sith gesessen, das Kinn auf dessen Knie abgelegt und hatte ihn hingebungsvoll angesabbert, während Ginyu ihn hinter den Hornstummeln kraulte. Als sicher war, dass von dieser Seite keine weitere Zuwendung zu erwarten war, schüttelte Siqsa sich, zischte und trottete wieder hinüber zu ihrem Herrn, der immer noch regungslos im Sand saß.

Saqr öffnete die Augen, schnippte mit den Fingern und Siqsa ließ sich neben ihn fallen. Wartete ab. Der Schatten der improvisierten Zeltplane wanderte ein Stück weiter, seltsam unscharf und zweigeteilt durch die Wege der beiden Sonnen. Der ewige Wüstenwind zerrte an der wackligen Konstruktion und ließ die Holzstangen knarzen.

Die Pilze in ihren extern bewässerten Nährschalen öffneten langsam ihre Lamellenschirme noch weiter. Sporen tanzten in der Luft, bunte Schlieren und dunkle Wirbel vor dem silberhellen Himmel.

Saqr atmete ein. Zog das Gift in seine Lungen, ließ zu, dass die chemische Klinge der Pflanzen ihm die Verbindung zur Macht Faden um Faden zerschnitt und ihn gleichzeitig zurück in die Vergangenheit führte.

Was sein Vater wohl gesehen hatte? Ohne den Schutz des Rituals und ohne die jahrelange Übung, mit der Saqr sich gegen den Sog stemmen konnte, hatte Ginyu vermutlich weit mehr bekommen, als er gewollt hatte. Der plötzliche Sinneswandel, seine Frau betreffend, könnte das Resultat sein. Aber vielleicht hatte diese Überlegung auch schon viel länger im Geist des Sith Lord geschwelt und die Pilze hatten nur den letzten Anstoß geliefert.

Seine Frau … Saqrs Mutter. Er hatte keine sehr klare Erinnerung an sie. Sie war der Schatten an der Seite seines Vaters, immer beschäftigt mit ihren eigenen Projekten. Und ihre Kinder waren ihr weitaus unwichtiger als das, was sie forschte. Oder mit was sie sich auch unterhalten mochte. Saqr war, wie seine Geschwister, unter der professionell-kalten Fürsorge diverser Kindermädchen aufgewachsen. Seine Eltern nur als gelegentlich auftauchende Besucher aus einer anderen Welt.

Nicht, dass er an seine Geschwister viel mehr Emotion verschwendet hätte. Er war der Älteste; als er nach Korriban ging, war Quen`lin erst drei Jahre. Keine Schnittmenge.

Und jetzt plötzlich, nach all der Zeit. Nach den Schrecken der Akademie, nach der kurzen Lehrzeit bei Lord Gofferd, der langen Zeit auf Thenebria III … so viel Verwicklung in das alles. Ein Vater, der sich tatsächlich dafür zu interessieren schien, was er tat, eine fast zu kooperative Cousine. Ein offenbar eifersüchtiger Bruder, den er noch als weinendes Kleinkind in Erinnerung hatte. Und nun bald auch noch wieder eine Mutter, aufgetaut aus dem Carbonitschlaf, zu der er nichts zu sagen wusste.

Fast zuviel. Deutlich zuviel. Er brauchte die Rituale, die Jagd. Dann wäre alles klarer. Seltsam. Solange er auf Thenebria festgesessen hatte, war ihm die Zivilisation, die gnadenlose Gesellschaft der anderen Sith wie eine Verheißung erschienen. Doch jetzt … jetzt sehnte er sich immer stärker zurück zu den Stämmen. Zum Alltag, der aufs Überleben gerichtet war. Und zwar auf ganz andere Art als im Imperium, wo nicht riesige Echsen, die unbarmherzige Natur und ein feindlicher Stamm das Ende bedeuten konnten, sondern ein falsches Wort zum falschen Mann zur falschen Zeit.

Der Schamane hatte es ihm gesagt. Schon als das Schiff der Schmugglerin das erste Mal aufgetaucht war. Dass man auch zu viel wünschen konnte. Und dass ein Traum immer bunter war als die Realität.

Nun, Thenebria war nicht aus der Welt. Jetzt wusste er, wie er ein Schiff gegen die Strahlungswellen schützen konnte. Diesmal würde er kommen und gehen können wie er wollte.

Wieder an der Regenjagd teilnehmen. Wieder das Herzritual sehen. Wieder näher an sich sein. Die Macht in sich fühlen wie eine Hülle um seine Knochen …

Und bis dahin war Ginyus neues Projekt, der Forschungseifer dieses fremden Darth, etwas … Interessantes.

Die Sporenfäden drehten sich in der backofenheißen Luft.

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