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Es gibt nichts zu schreiben, bitte weitergehen!

1. April 2015

Ich habe Flashbacks an die ersten Wochen SWTOR, als mich die wunderschönen Planeten mit offenem Mund Sightseeing haben betreiben lassen. Oder an WoW, als im April 2005 für mich noch alles neu und shiny war, das Brachland endlos und jeder Winkel erkundet werden wollte (ich habe Mankriks Frau gefunden, bevor ich Crossroads erreichte, was die Quest dann doch recht unproblematisch machte). Oder an Ultima Online, als man sich darüber schlappgelacht hat, wenn man sich eine Vogelarmee zusammengezähmt hatte, die dann von einem marodierenden Bladespirit (das Geräusch vergisst man nie!) in sekundenschnelle zu Möwenhäcksel verarbeitet wurde.

Denn genau dieses „nur noch schauen, was um die nächste Ecke liegt“-Gefühl habe ich jetzt bei TESO. Es hat gedauert. War keine Vernarrtheit auf den ersten Klick wie bei den anderen Spielen. TESO war spröde und das schräge Kampfsystem, das mich schon in Skyrim genervt hat, tut ein Übriges. Aber irgendwie, ja irgendwie geht es dann doch an einen heran. Nach ein paar Tagen, Wochen stellt man fest, dass man das Herumgehopse richtig mag. Dass man die große Freiheit beim Skillen zu schätzen lernt. Ich möchte einen Tank mit extremem Selfheal und baue mir deshalb einen Templar mit Einhand und Schild. Ich will eine laufende Festung und setze deshalb bei meinem Dragonknight alles in Def und Mitigation. Ich baue absurde aber meinem Spielstil angepasste Skillsets. Ich will immer-immer Tanks spielen und kann in TESO tatsächlich jede Klasse dahingehend ausbauen. Jede. Denn es gibt keine Rüstungs- oder Waffenbeschränkung. Jetzt fehlt mir noch der Sorcerer, weil ich dessen beschworene Pets ultrahässlich finde … aber wenn man den in eine Volldose steckt und er die Def-Fertigkeiten des Schwert/Schild-Baums bekommt, kann man vielleicht auf die warzigen Homunkuli verzichten … unendliche Möglichkeiten!

Vermutlich ist es auch das ganz große „nicht wissen“, das so eine Anziehung auf mich ausübt. In SWTOR weiß ich, was meine Charaktere von Level eins bis sechzig können. Wann ich was tun muss. Es gibt kaum noch „oh shit!“-Momente. In TESO lerne ich derzeit jeden Tag etwas Neues, Wesentliches. Wie ich mit Boss-AoEs richtig umgehe, wie ich Gruppen effektiv tanke … all´ solche Normalitäten müssen erst herausgefunden werden.

Ich weiß noch nicht, was hinter der nächsten Wegbiegung liegt und jede Questwendung überrascht mich. Ich muss noch Pfade in unübersichtlichem Terrain finden und lande selten beim ersten Versuch dort, wo ich hinwollte. Ich entdecke Quests auf Berggipfeln und in tiefen Höhlen. Ich finde Selbstverständlichkeiten heraus und habe das Gefühl, bei allem noch nicht einmal an der Oberfläche gekratzt zu haben.

TESO hat definitiv länger gebraucht, um mich einzufangen. Aber jetzt habe ich Blut geleckt.

Apropos Blut … Mein Baby-Templar (grade mal Level 8) soll irgendwann einmal Vampir werden. Und mein großer Dragonknight (yeah, Level 33!) ist schon für Lykanthropie vorgemerkt. Kathro hat sich bereit erklärt, seinen Pelz-Sorcerer einmal herzhaft zubeißen zu lassen, sobald mein Charakter groß genug ist, mit der Questreihe für den Werwolf klarzukommen. Das ist zwar eher Nostalgie, weil ich schon in Skyrim so viel Spaß am Herumspringen als Wolfsmensch hatte, aber wenn man es schon kann …

Ich vermisse die voll ge-voicten Quests von SWTOR. Und die Adaptivrüstungen (obwohl ich jetzt schon alle blauen Volksstile herstellen kann, mix and match ist also kein Problem mehr). Und die Gewissensentscheidungen. Und die Klassenstories.

Aber in Sachen emotional involvierender Stories ist TESO auch nicht schlecht. „Noooooiiiinnn!“-Momente garantiert, wenn Vampir-Schnucki sich fürs größere Gute opfert oder man den alten Magier seinem Schicksal überlassen muss. Dazu keine Sympathiepunkte für die Fascho-Aldmeri.

In SWTOR ist diese Woche Rakghoul-Event. Sollte ich machen, schon allein, weil sie die Belohnungen nach oben angepasst haben. Und weil mir nur noch ein paar Rufpunkte bis Legend fehlen. Aber irgendwie ist es zur Zeit mit PvE in SWTOR bei mir nicht weit her. Been there, done that, got the t-shirt. Obwohl mich die Aussicht auf die Appearance-Tabs schon begeistert. Aber bis dahin, lass ich es wohl schleifen (mit der möglichen Ausnahme von Raids). Und mit den Appearance-Tabs kommt ja dann auch Ziost und damit neuer PvE-Content. Das ergänzt sich hervorragend.

Ich habe sowieso das Gefühl, dass Konkurrenz hier das Geschäft belebt. Mit dem F2P-gehen von TESO (ja, ja, B2P) wurde BioWare wohl nervös. Denn in den letzten Wochen gab es eine erstaunliche Menge Zückerchen für die Spieler. Geschenke, die Tabs nicht nur für Cartel Coins, jetzt sogar das Aufheben der Rüstungsbeschränkungen im kosmetischen Bereich … what a time to be alive! Rein Einschränkungsmäßig ist TESO auch deutlich lockerer als SWTOR. Man bekommt als Umsonst-Spieler viel mehr. Mir ist das egal, ich halte es bei beiden Spiele so, dass ich bezahle. Denn wenn mir etwas gefällt, unterstütze ich die Entwickler auch. Dann hat man länger davon. Aber trotzdem sind die Unterschiede schon auffallend. SWTOR würde ich ohne Abo nicht anfassen, bei TESO wäre es hingegen kein Problem.

Dafür, dass es nichts zu schreiben gab, habe ich mich jetzt ganz schön ausgebreitet. Natürlich zählen PvE-Schreibanfälle nicht wirklich.

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