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Die Freuden der Kooperation

10. April 2015

Das dezente Piepen, mit dem sein Holo ihn auf eine gerade empfangene Nachricht aufmerksam machen wollte, ließ ihn für einen halben Schritt langsamer werden. Das Gerät aus der Tasche ziehen und kurz nach der Kennung des Absenders sehen.

Niemand, dessen Name ihm irgendetwas sagte. Es konnte warten. Lord Rednelak ließ seine Schritte wieder ausgreifender werden. Das Klacken der Stiefelsohlen wiederhallend von den bedrückend engen Gangwänden zwischen Hangar und dem Durchgang zu den Aufzugsschächten.

Seine Gedanken wandten sich wieder den Experimenten zu, die er in den nächsten Tagen vorbereiten wollte. Nichts Großartiges oder Wichtiges. Mehr eine Art sich zu Beschäftigen, während er in Wirklichkeit immer mehr Zeit damit verbrachte, eine weitere Expedition vorzubereiten. Mochte Ginyu aus jeder seiner Reisen ein glorifiziertes Ereignis machen, für Rednelak waren es nur Dinge, die getan werden mussten.

Und ob diese Reisen im Zuge seines neuen Engagements in dieser Forschungsgemeinschaft stattfinden sollten … da war er sich noch nicht sicher. Er war zu sehr Sith, um anderen seine Gedankengänge und Überlegungen anzuvertrauen. Er könnte das alles auch allein, könnte mit den tiefen Taschen der Karaz-Familie problemlos morgen, übermorgen aufbrechen. Fast. Er verzog den Mund zu einer harten Linie. Borraas Abenteuer mit diesem verrückten alten Darth hatten die Karaz mehr Geld gekostet, als Rednelak sich eingestehen wollte. Dabbur hatte ihm die Zahlen vorgelegt. Sie hatten sich gestritten, Lichtschwerter waren gezogen worden, Einrichtung zu Bruch gegangen. Ein durchweg normales Vater-Tochter-Gespräch. Schließlich hatte er widerwillig ihren Rat angenommen, das nächste halbe Jahr nichts Großes mehr allein anzugehen. Keine neuen Schiffe, keine neuen Laborgebäude. Bis Dabburs Finanzpläne mit einigen Minenunternehmungen im mittleren Rand aufgegangen wären. Also gut. Dann zunächst eben Zusammenarbeit mit den Seniai Qo. Zusammen! Kein Wort, das ein Sith oft in den Mund nahm.

Das brachte ihn zurück zur Holonachricht. Vermutlich ging es genau darum … um Zusammenarbeit.

Er hatte den Aufzug für sich allein. Betrachtete finster sein unscharfes Spiegelbild in einem polierten Wandpaneel. Ankunft im Richtigen Stockwerk des Kreuzers, nur ein paar Schritte bis zu seinem Labor. Seltsam, nicht über das Lichtermeer von Kaas City sondern in die lichtschluckende Unendlichkeit der Galaxis zu blicken, wenn man aus dem Fenster sah.

Rednelak ließ sich in den Schreibtischstuhl fallen. Starrte in die angenehm wenig beleuchtete Düsternis vor sich. Nahm dann doch das Holopad zur Hand.

Ein genervtes Zischen und Tentakel-Sträuben. Natürlich eine Anfrage. Wer war diese Karamasowa? Hatte er sie schon gesehen? Mit ihr gesprochen? Menschen sahen viel zu identisch aus …

Freundlich sein. Hilfreich sein. Hah.

Also gut. Es war ja nicht so, als sei die Frage sehr komplex. Wenn auch nicht direkt sein Themenbereich. Es lohnte nicht einmal, nach einem Sklaven zu rufen und ein Diktat zu beginnen. Es reichte, selbst eine kurze Notiz zu tippen.

„Wie dem Fragesteller vermutlich bekannt ist, haben diese Kristalle keinerlei martialischen Wert. Sie dienen im kiffarischen Kulturkreis eher sentimentalen Zwecken, was besonders für die angefragte blaue Farbvariante gilt. Um das volle Potential eines solchen Steins zu entfalten, muss der Nutzer Kiffar sein. Ein machtsensitiver Betrachter ohne den genetischen Hintergrund mag die gespeicherten Informationen mit viel Übung und Zeit grob wahrnehmen können. Da die Frage sich jedoch nur auf die Echtheitsprüfung bezog, ist das Extrahieren der Erinnerungen wohl nebensächlich. Ich bin in der Lage, mich genug mit einem solchen Stein zu beschäftigen, um seine Echtheit und die seiner Informationen zu testen. Wir sprechen hier jedoch, je nach Komplexität der inneren Struktur, von einem Aufwand, der von einigen Tagen bis zu mehreren Wochen reichen kann. Mit einem synchronisierten Team würde sich dieser Zeitraum beträchtlich verkürzen. Sollten weitere Details geklärt werden müssen, stehe ich nach Anfrage zur Verfügung“

Er war der Meinung, völlig erschöpfend geantwortet zu haben. Selbst das höfliche Nachfrageangebot fehlte nicht. Verdammt zusammenarbeitend.

Seniai Qo war eine gute Idee. Sie war nur nicht selbstverständlich oder leicht mit der Natur der Sith vereinbar. Nichtsdestotrotz … zumindest bis die Karaz wieder von „sehr reich“ zu „wirklich, wirklich extrem reich“ zurückgekehrt waren, blieb diese Kooperation eine sinnvolle Sache. Und wer weiß – vielleicht hatten sich bis dahin die Vorzüge derart manifestiert, dass er gar nicht mehr zurück zum Einzelgängertum wollte.

Ja, vielleicht.

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