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Sex, Lügen und Fanfiction

15. April 2015

Mein Online-RP-Urlaub entwickelt sich gut. Ich habe zwar immer noch keine Zeichnung ganz fertig, dafür zwei angefangen und zwei komplette Stories geschrieben.

Ich weiß nicht, wie es in anderen P&P-Runden ist, aber in allen, in denen ich mitspiele (also .. zwei) ist es üblich, dass massenhaft Beteiligung außerhalb der eigentlichen Spielabende da ist. Ob Karten von London 1890 gebaut, Unmengen von Referenzmaterial gesucht oder aber – weitaus am häufigsten – Fanfiction geschrieben werden: Jeder ist wild dabei.

Das gibt der Welt Farbe, schafft Story-Anker und lässt den Spielern die Leute, die ihnen so begegnen, ans Herz wachsen. Ist also rundum positiv.

Man muss als Spielleiter dann aber natürlich bereit sein, viel Kontrolle und Deutungshoheit abzutreten. Wie zum Beispiel bei dem Herrn, der hier oben im Bild zu sehen ist. Die Geißel (eine Art one-man-army, Vollstrecker und so) und ältester Blutsohn des Prinzen von Piräus. Ein Ravnos namens Christos. Eigentlich war für ihn nicht viel geplant. Aber dann habe ich ihn und die anderen Piräus-Dudes und -Dudettes aus einer Laune heraus gezeichnet und … meine beste Freundin verliebte sich instant in ihn. Vorher war er nur Hintergrundrauschen – und plötzlich wurde er wichtig!

Und weil ich kein Arschloch-Spielleiter sein möchte, bekommt Christos nicht nur deutlich mehr Auftritte und Anspielmöglichkeiten als ursprünglich gedacht, nein, ich lasse ihn auch noch größtenteils „leer“, was Hintergrundgeschichte und dergleichen angeht, damit sie über ihn schreiben kann. Was sie auch eifrig nutzt.

Und er ist nicht der einzige, der plötzlich viel präsenter wurde als geplant … die fast zweitausend Jahre alte römische Patrizierin, die auf einmal der love interest unseres schüchternen Kappadozianers wird, der grundeklige Ravnos, der doch gar-nicht-so-schlimm-sein-kann oder auch der Malkav mit der mathematischen Inselbegabung, der mich besonders Nerven kostete, weil ihn die Spielergruppe unglaublich amüsant fand und ich nun ziemlich das Gegenteil von mathematisch eloquent bin.

Kann aber auch in die andere Richtung gehen. Kennt auch jeder Spielleiter. Man hat sich einen wundervollen NSC ausgedacht, perfekte Aufhänger für jeden Charakter geschaffen … und sie hassen ihn entweder von Anfang an oder ignorieren ihn vollständig.

Friede der Asche des Prinzen von Edessa (der war echt interessant. Oder ist es noch .. sie wollen nur nicht …), des Setiten-Priesters mit dem merkwürdigen Tempel im Nildelta (ich krieg euch noch dahin!) oder der Prinz von Konstantinopel, die so wunderbar facettenreich gedacht war …

Tja, da muss man genug Dickfelligkeit haben, um es einfach gut sein zu lassen. Nicht mit Gewalt den Spielern aufdrängen. Ein ehemaliger Spielleiter hatte in dieser Hinsicht so wenig Flexibilität, dass er uns ständig und immer wieder die selben NSCs und Plothooks aufdrängte, bis wir einfach keine Lust mehr hatten.

Ich mache das etwas sneakier. Was bei Christos funktioniert hat, könnte auch meinem vernachlässigten aquitanischen Tremere helfen, den sie bisher nur als Ballast betrachten. Aaaalsooo .. Zeichnung und Story! Muhahaa!

…. und wenn das immer noch nicht hilft, zucke ich eben die Schultern und lasse sie mit Christos Urlaub auf dem Bauernhof machen. The End.

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  1. 18. April 2015 um 3:50 pm

    hehe dann drück ich mal Daumen für den Guten.
    Zasta, Du hast IM. Ich hoffe sie kommt an.

  2. 18. April 2015 um 3:51 pm

    Okay dann drücke ich mal Daumen für den Guten.
    Zasta, Du hast IM. Danach solltest Du mich kontakten können. Hoffe sie geht nicht unter.

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