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Die unglaublichen Abenteuer und extraordinairen Reisen des verwegenen Piraten Lab. Teil 3 – Dunkle Pfade.

29. April 2015

Monotones Piepen. Er drehte sich um und zog die Decke über den Kopf. Weiteres monotones Piepen, das die Botschaft verbreitete, notfalls den ganzen Tag so weitermachen zu können.

Lab seufzte, setzte sich auf und rieb sich die Augen. Letzte Traumreste verschwanden in den dunklen Ecken des luxuriösen aber vernachlässigten Captains-Quartiers der Blue Fire. Monotones Piepen. Dazu ein rotes Licht, in regelmäßigen Abständen blinkend.

Er stand auf, ging vorsichtig – überall Hügel und Stolperfallen aus schmutziger Kleidung und auseinander gebauten Waffen – hinüber zum Computerpanel an der Tür und schaltete den Alarm aus, der ihn in mechanischer Penetranz darüber informierte, dass er in einer halben Stunde den Hyperraum an der programmierten Stelle verlassen würde. Das monotone Piepen endete. Das rote Blinken ebenso. Der Raum war wieder dunkel und still.

Lab strich sich übers Gesicht und kratzte sich am Bauch. Gähnte. Sah in die Dunkelheit und tastete sich dann hinüber zur kleinen Badezimmer-Kabine. Licht anschalten war für Anfänger. Nun, im Bad dann schon.

Pinkeln – das brauchte ein wenig Akrobatik, weil, nun, harte Konsequenzen angenehmer Träume … -, Hände waschen. In den Spiegel starren und beschließen, sich zu rasieren. Zwanzig Minuten, bis zum Austritt aus dem Hyperraum.

Dämliche Träume. Und zu guter Letzt brachten sie doch nur Dunkelheit.

Das letzte, was er vor einer Woche bei der Party auf Willko vier gesehen hatte, bevor diese seltsamen Pilze ihn endgültig zu Boden schickten, war ihr Lächeln gewesen. Das selbe spitzbübische Lächeln, das auch damals einfach so durch die Tür verschwand, während die Erkenntnis, gerade gewaltig verarscht worden zu sein, sich in kuhäugiger Begriffstutzigkeit langsam durch seine Hirnwindungen pflügte. Same old, same old.

Mechanische Handbewegungen. Stoppeln entfernen, den smarten, gut aussehenden Teufelskerl zum Vorschein bringen. Immerhin stand ein geschäftliches Treffen an.

Noch fünfzehn Minuten …

Lab sah sich im Spiegel in die Augen. Fiel durch die rote Iris weit hinein in die Vergangenheit, obwohl er es so sehr zu vermeiden gesucht hatte.

Jahre zuvor … eine Raumstation im mittleren Rand, etwas zu nah am imperialen Raum, was bisher aber nie ein Problem gewesen war. Port Sanctuary. Ein grandioser Name für ein etliche Jahrzehnte altes halbes Wrack, das nicht nur einen Haufen illegalen Glücksspiels und jede Menge Drogen bereithielt, sondern auch Kontakte bot. Aufträge, Möglichkeiten, goldene Berge am Horizont.

Sie hatten sich in das einquartiert, was eine der schmuddeligen Cantinas so „Luxus-Suite“ nannte – niemals weniger. Sie warteten auf einen Trandoshaner, über den sie gehört hatten, er hätte einen Bekannten, dessen Brut-Cousin … ach, völlig egal. Und natürlich hatten sie sich gestritten. Wie so oft in letzter Zeit. Und genauso natürlich war es über nichts Wesentliches gewesen (das Essen? Ein Kartenspiel? Die Route zum nächsten Außenposten?). Und natürlich zum dritten waren sie dann über einander hergefallen. Keine halben Sachen. Totschlag im Affekt und bester Sex der Galaxis. Darunter taten sie es nie.

Wie jedes Mal, wenn seine Gedanken zu diesem Tag zurückkehrten – was zum Glück mit den Jahren deutlich seltener geschah – fragte Lab sich, ob sie das Ganze geplant hatte. Und wenn ja, wie lange sie schon vorgehabt hatte, ihn so in die Falle laufen zu lassen. Und genauso wie jedes Mal konnte er keine Antwort finden. Irgendwie wollte er glauben, dass es so spontan gewesen war wie alles, das sie tat. Dass sie nicht so kalt und berechnend gewesen sein konnte. Dass sie in Wirklichkeit nur ein verspieltes Kätzchen war, dem das Temperament durchgegangen war. Temperament, das er immer sehr zu schätzen gewusst hatte.

Dumm nur, dass der Diebstahl von vor einer Woche dieses wattig-flauschige Traumgebäude ziemlich in Fetzen riss. Denn das war ein kühl berechneter Coup gewesen. Ohne Emotion durchgeführt. Was musste, musste eben. Sicher, sie war eindeutig überrascht gewesen, ihn auf Willko zu sehen. Aber das hatte sie nicht zu einer „guten Tat“ um der alten Zeiten willen hingerissen.

Verdammt, sie konnte wirklich auch nach all den Jahren noch problemlos den Absatz ihrer Stiefel durch sein Seelengärtlein ziehen und es tat genauso weh wie damals …

Damals …

Er erinnerte sich so gut an jedes verfluchte Detail. Wie sich die von Alter und Gebrauch weiche Bettwäsche an seiner Haut angefühlt hatte. An das seltsam-erratisch flackernde Deckenlicht, an das ein irritierend dummes Insekt in unregelmäßigen Abständen prallte. An den Geruch nach Alkohol (sie hatten die Flasche alderaanischen Whiskey im Streit umgeworfen), an die sirupsüßen Chansons aus dem Radio …

Und natürlich an sie. An alles an ihr. Sie kniete über ihm, mit nichts als seinem Hemd bekleidet, das in weichen Wellen an ihr herabfiel. Er war sicher, dass sein Grinsen unglaublich dümmlich sein musste – aber das war völlig egal. Von Null auf Hundert, von Hundert auf Null. Vom Schreien, Drohen, Angreifen zu Leidenschaft.

Spielchen. Er mit zwei Paar Handschellen – wie sie an diese Utensilien gekommen waren, war eine Geschichte für sich – an den Bettrahmen gefesselt. Ja, Spielchen. Und sie sah ihn an. Beugte sich über ihn. Ihre Lippen strichen über seinen Hals, Schlüsselbein links entlang nach unten, weiter nach unten. Über die Brust, am Bauchnabel vorbei. Ihre Zunge hinterließ eine zarte feuchte Spur auf seiner Haut. Ihre Finger hakten sich in den Bund seiner Unterhose und er schloss die Augen …

Der Alarm der Station traf ihn mit der Wucht eines Dampfhammers. Ein Angriff. Aus dem Nichts. Wirklich? Wer konnte das sagen. Weder damals noch jetzt.

Und während die Station sich im Nichts drehte, während sich drei schwer bewaffnete Patrouillenschiffe der imperialen Grenzkontrolle durch die Luftschleusen parkten, stand sie auf. Sah zu ihm und lächelte.

Und während die Korridore von den Stiefeltritten der Trooper widerhallten, zog sie sich an.

Und während er mit weit aufgerissenen Augen und Flüchen der gottlosesten Art auf den Lippen an den Fesseln zerrte, warf sie ihm eine Kusshand zu und ging.

Und als sie schon weg war, als die Gesetzeshüter die Tür eintraten, da schenkte sie ihm den Moment: Irgendwo, wo auch immer sie sein mochte, versteckt in einem Luftschacht, schon auf der Pink Turtle, betätigte sie den Fernauslöser und die Handschellen öffneten sich.

Er hatte keine Zeit und er nutzte sie. Nahkampf war schon immer seine Stärke gewesen und dem-Arm-des-Gesetzes-Entkommen praktisch ein Hobby. Zu seinem Glück waren es nur drei Trooper, keine Droiden. Ein Streifschuss traf seinen Oberschenkel, aber mehr nicht. Antäuschen, ein Schritt dorthin, wo der Trooper gewesen wäre, wenn er nicht auf Lab hereingefallen wäre, ein Abrollen – dann vor ihm der freie Korridor. Er rannte wie ein Hase, dachte an nichts, konnte an nichts denken, konnte nichts wahrnehmen als seinen Herzschlag und das Rauschen des Blutes in seinen Ohren. Bis er die Blue Fire erreicht hatte und sie in einem reichlich unsanften Manöver von Port Sanctuary losriss.

Die Gewohnheit ließ ihn nach der Pink Turtle suchen, um einen Parallelkurs zu programmieren. Doch natürlich war das Schiff lange schon dorthin verschwunden, wo seine Pilotin Glück und Geld vermutete.

Er entkam. Ohne sein Hemd, ohne Illjana.

Die Schäden an der Andockschleuse der Blue Fire waren ein paar Wochen später repariert. Alles andere … dauerte länger.

Noch fünf Minuten bis zum Austritt aus dem Hyperraum. Lab zog die Lippen zu einem schmalen Strich. Vergangenheit. Vorbei. Es ging nur um den Stein. Um nichts anderes. Er wischte sich das Gesicht trocken und ging sich anziehen.

Als die Blue Fire aus dem Hyperraum schoss wie ein Korken aus der Flasche und sich vor ihr die schimmernde Masse des Schmugglermondes drehte, überall Schiffe wie winzige Fliegen zu einer fauligen Melone zur Oberfläche strebten, da lehnte sich Lab im Pilotensessel zurück. Wieder ganz er selbst – nichts als Schein und Spiegelglas. Er betrachtete noch einmal die Anzeige aus dem Holo-Net. Ja, diese Lady konnte ihm womöglich den Weg weisen. Was geschehen würde, sollte er sein Ziel erreichen, vermochte er nicht wirklich zu sagen.

Alte Zeiten …

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OOC: Seit gestern gibt es den neuen Planeten. Ziost. Mit Sherku habe ich die Story sofort gespielt, weil ich es eigentlich bis zum Wochenende aufheben wollte, um nicht in den Rush zu kommen … äh … ja, hat total gut geklappt mit dem Verzögern. Aber ich war nicht allein mit meiner Inkonsequenz. Aus der Gilde haben auch andere das Abwarten nicht gut vertragen. Irgendwann stellte sich sogar heraus, dass Barvo und ich die ganze Zeit parallel gequestet hatten, als er im TS plötzlich fragte „Hast Du grade einen der Walker umgehauen?“ und ich merkte, dass seine Sorc direkt vor mir stand.

Die Story ist sehr spannend, die Quests abwechslungsreich (Mabel-Pines-Voice: „Grappling hook!!!“), man darf mit einem getunten Speeder fahren und dergleichen mehr (keine Spoiler!). Leider hat BioWare eine Contentbremse eingebaut und man wird mit einem Cliffhanger bis zum vierten Mai stehengelassen. Weiter also erst am Star Wars Day.

Natürlich ist es jetzt kein Riesending, kein Makeb oder dergleichen. Aber mehr als Oricon oder Czerka ist schon drin. Ungefähr Rishi-Größe, schätze ich.

Und es gibt … die Appearance Tabs! Ich habe schon vier Outfits für den Lord gebaut. Drei für Sherku und drei für Thalab. Und das ist erst der Anfang! *Irres Lachen*

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