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Die unglaublichen Abenteuer und extraordinairen Reisen des verwegenen Piraten Lab. Teil 4 – Interludium: der Auftrag.

30. April 2015

„Dann wünsche ich Ihnen noch einen wunderschönen Abend, Miss Jones“, so hatte er sich umgedreht, ganz Höflichkeit, ganz gutes Benehmen, ganz zivil, und war aus ihrem Büro zurück zum Aufzug gegangen, der ihn wieder bis hinauf in die oberen Ebenen bringen würde.

Er betrachtete die glitzernde Neonwelt hinter dem gläsernen Rund des Lifts und fixierte den Blick abwesend auf die bunte Reklame, die jedem, der das absolut ehrliche und von Grund auf akribisch durchrecherchierte Magazin „Hutt!“ las, eine Zukunft in Glamour und Ruhm versprach. Die zwanzig Meter hohe Tänzerin aus rosa Licht drehte sich im Nichts, rief dabei wie von Sinnen immer wieder neue Seiten des Revolverblattes auf, deren Glitzerstaub um sie herum explodierte.

Es war alles auf dem Weg, nun gab es kein zurück mehr. Das Gespräch mit der privaten Ermittlerin war durchaus zufrieden stellend verlaufen. Ohne große Erwartungen hatte er mehr aus Zufall auf ihre diskrete Annonce geantwortet und dabei wohl einen kleineren Jackpot geerntet. Natürlich hatte er nicht vor gehabt, auf Nar Shaddaa irgendwelche Schläger anzuheuern – die hätte er auf Willko Vier auch gratis haben können. Es ging viel mehr darum, Schnüffler ohne Gewissen aber mit kaufbarer Loyalität zu finden. Jedoch gleich solch eine Perle im Misthaufen … das war reines Spielerglück.

Eine fast bizarr korrekt-bürgerliche Atmosphäre in ihrem Büro, von draußen die steigende und fallende Melodie der Empfangsdame, die Kundengespräche führte, die höflichen Fragen nach Milch und Zucker im Caf, der freundliche Hinweis darauf, dass er doch bitte, wenn er denn schon Rauchen müsse, das doch mit etwas Abstand tun möge … alles war so … seriös! Lab grinste sein durchsichtiges Spiegelbild in der Dunkelheit hinter dem Glas an. Das Ganze hatte ihn spontan dazu bewegt, ebenso keimfrei-ordentlich aufzutreten. Sein bürgerlicher Name, sogar der Doktortitel. Seit Jahren nicht mehr benutzt, noch praktisch neu und in Plastik verpackt.

Miss Jones hatte nur wenige Fragen gestellt, hatte ihm statt dessen gegenübergesessen und professionelles Zuhören praktiziert, wie man es von jemandem ihres Berufsstandes erwartete. Vielleicht etwas zu professionell? Immerhin wurde er nicht nur von Imperium und Republik als Krimineller (von der Republik vermutlich auch immer noch als Terrorist) gesucht, sondern hatte auch den ein oder anderen „unabhängigen Unternehmer“ gegen sich und seine Crew aufgebracht. Es bestand also ein kleiner Restprozentsatz von Möglichkeit, dass Miss Jones ihn ebenso weiterverkaufen würde, wie sie Illjanas Daten an ihn liefern sollte. Aber Angst wollte sich nicht wirklich einstellen. Maximal eine kleine Ecke Vorsicht im hinteren Winkel der Seele wachsen. Zu lange schon entging er der Legislative diverser Regierungen und Crime Lords. Es gab immer größere Fische – wollte man sich um jeden davon ständig Sorgen machen, käme man zu gar nichts mehr.

Der Lift erreichte die Ebene, von der aus Lab einen Bus zum Raumhafen, in dem die Blue Fire lag, nehmen konnte. Beschwingten Schrittes stieg er aus und tauchte in die Masse an Menschen, Fast-Menschen, Nicht-ganz-so-sehr-Menschen und Gar-nicht-Menschen, die sich sofort wieder um ihn schloss.

Eine weitere Warnung wäre fair. Er suchte sich eine Wartebank, die er nicht mit allzu vielen anderen Passagieren teilen musste, und zog sein Datapad hervor.

„An Miss Karamasowa, weit weg (vermutlich) und doch meinem Herzen nahe (möglicherweise gelogen, wer weiß)!

Wäre es nicht eine gute Idee, sich öfter nach dem Wohlbefinden der uns Nahestehenden zu erkundigen? Es kann ihnen ja eher selten etwas passieren – aber vielleicht macht man bei einem spontanen Besuch die Bekanntschaft eines überaus reizvollen Menschen. Und ich erinnere mich gut daran, wie gern Du immer den Austausch mit einer unbekannten, erfrischend unverbrauchten Weltsicht gesucht hast.

Dieses eher zufällige Gedankenfragment Deiner gefälligen Betrachtung anheimlegend verbleibe ich,

Dein Dir ewig treu ergebener,

Lab“

Mehr brauchte es nicht. Das würde es vielleicht für Miss Jones spannender machen, sollte sie tatsächlich Die Rote Krabbe aufsuchen, um sich dort nach Illjana zu erkundigen.

Der Sky-Bus landete. Lab stand auf und schloss sich der Menge an, die in Richtung der sich öffnenden Türen strebte.

Er fing an, wirklich Gefallen an diesem Katz-und-Maus-Spiel zu finden. Alte Zeiten? Nein.

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OOC: Ja, Lab hat einen Doktortitel. Sogar zwei. Der Mann hätte eine Karriere gehabt. Wie es dazu kam, dass er dann doch eher sehr, sehr freischaffend wurde, ist noch zu erzählen. Und eins ist mal sicher: Ich beschäftige mich viel zu sehr mit diesem NSC.

Und ich tue Dinge, die ich nicht sollte und zeichne etwas, das ich nicht vorgehabt habe. Aber das ist nun wirklich nichts Neues!

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