Lord Rednelak – Dienstreise

19. Mai 2015

„… sonst sollte sich nichts ergeben. Ich überlasse es Borraa zu entscheiden, wann etwas dringend genug ist, um mich zu kontaktieren.“

Nauras nickte mehr zu sich selbst, folgte Lord Rednelak weiter mit einem halben Schritt Abstand. „Ich habe verstanden, Herr.“ Die Bestätigung war unnötig aber eine Formalität, die ihm ein warmes Gefühl der Zufriedenheit vermittelte. Sie erreichten den Hangar, in dem das Schiff des Lords lag. Der Lord verlangsamte seine Schritte nicht, ging direkt zur Rampe und verschwand ohne ein weiteres Wort in der Remembrance.

Nauras trat zurück hinter das Kraftfeld und beobachtete, wie der Interceptor mit brüllenden Triebwerken aufstieg, zur Schleuse drehte und sich dann langsam zwischen die Sterne schob. Er sah auf sein Datapad. Wie immer ein wenig verlassen und unentschlossen, wenn keiner der Karaz anwesend war. Nun, vielleicht hatte die Herrin Borraa irgendetwas für ihn zu tun. Oder Lord Ginyu. Oder Sith Saqr. Und wenn nicht, würde er trainieren. Er war noch nicht völlig mit dem Schiff der Seniai Qo vertraut, hatte noch kaum jemanden des machtblinden Personals kennen gelernt – was daran liegen mochte, dass er nicht zu Geselligkeit oder Smalltalk neigte. Aber es schien, dass das Schiff nicht nur den forschenden Sith etwas bot. So viele Möglichkeiten, Trainingsräume, taktische Stationen. Und so viele Fremde, die man erst einzuschätzen lernen musste …

Sein Com piepte. Eine bekannte Nummer. Er drückte den Knopf und neigte direkt respektvoll den Kopf. „Herrin Dabbur.“ Die Sith grüßte mit einem Blinzeln zurück, ein kurzes Niederschlagen der Augenlider. Kein anderer Machtblinder hätte so viel Freundlichkeit bekommen. „Ich erreiche meinen Vater nicht. Ist er noch auf Darth Akiratis´ Schiff?“ – „Er ist soeben aufgebrochen, Herrin. Er hat eine Einladung nach Ilum erhalten.“ – „Ilum? Ich dachte, er hätte alle Kristallarten von dort, die ihn interessieren.“ Dabburs Stimme verriet keine Gereiztheit, die selbe reptilhafte Kühle wie ihr Vater. Dennoch – nein, gerade deswegen – hatte Nauras nicht vor, sie unnötig auf Fakten warten zu lassen. „Eine Minenexpedition ist auf ein Konglomeratlager gestoßen, bei dem Lord Rednelak es für möglich hält, dass sich eine bestimmte asymmetrische Gitterstruktur formen könnte, die er näher untersuchen möchte. Die Reise sollte jedoch nicht lange dauern, maximal ein, zwei Tage Aufenthalt auf dem Planeten. Die betreffende Mine ist gut zugänglich.“ – „Hat er Anweisungen hinterlassen?“ – „Nichts, was Euch betrifft, Herrin. Nur für Eure Schwester.“ Ein knappes Nicken. Dabbur tippte sich nachdenklich mit dem Zeigefinger an einen der prominenten Knochenstachel an ihrem schmalen Kinn. „Nun, ich habe ihn rechtzeitig über die bevorstehenden Transaktionen informiert. Wenn er nun nach Ilum reist, liegt der Rest wohl in meinem Entscheidungsbereich.“ Sie erlaubte sich ein schmales Lächeln. Nauras neigte wieder den Kopf. Er urteilte nie über irgendetwas, das ein Mitglied der Familie tat. Die kleine blaue Holoprojektion von Dabbur Karaz stand von ihrem Schreibtisch auf. Das Auge des Holosensors folgte ihr. „Also gut. Du darfst dieses Gespräch bei deinem nächsten Rapport an meinen Vater wiedergeben. Das wäre dann alles.“ – „Danke, Herrin“

Wie auch ihr Vater hielt sich Dabbur nicht mit Floskeln auf. Ohne ein weiteres Wort wurde die Verbindung getrennt.

Nauras steckte das Com wieder ein. Stand noch ein paar Sekunden lang regungslos im Gang zum Hangar. Lauschte den Geräuschen des Schiffes nach. Dann gab er sich einen Ruck und machte sich auf, einen Schießstand zu suchen.

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OOC: Es kam immer mal wieder als Idee auf, neben den Sith auch feste machtblinde NSCs zu spielen, die man nach Lust und Laune im Schiff verteilen kann. Da ich praktisch nur Alien-Charaktere habe (und bisher ist keiner davon ein Chiss, die ja als einzige Rasse im Imperium recht unterdrückungsfrei existieren können), bleibt mir da nicht viel Raum für einen Captain, Steuermann oder sonstiges Militärpersonal. Aber ich habe ja Nauras, der als freigelassener Sklave der Karaz-Familie und mit absoluter Loyalität für ziemlich viel zu gebrauchen ist.

Diesmal allerdings geht es eigentlich um den Lord. Denn der wird auf Ilum jemanden treffen. Und dann sehen wir mal, was sich so ergibt!

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