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Lord Rednelak – Bürokratie und Gefallen

20. Mai 2015

Es gab nichts umsonst. Alles hatte seinen Preis und war man nicht bereit zu bezahlen, blieb man besser zu Hause und zog sich die Decke über den Kopf.

Der Lord zahlte in genau diesem Moment für mehrere Dinge. Er zahlte für das mühelosen Widerstehen der knochenzerbrechenden Kälte auf Ilum, in dem er nun, zurück im schlicht-eleganten Trainingsraum der Rememberance, die um sein Fleisch herumgeleitete Kälte in kontrollierter körperlicher Meditation abbaute. Kraftvolle Bewegungen mit dem Holzschwert, Schritte, Drehungen. Die Macht floss von ihm herab, an seinem nackten Oberkörper nach unten, und Kälte sammelte sich in einem feinen Nebel zu seinen Füßen.

Und er zahlte für die Möglichkeiten, die das Netzwerk der Seniai Qo ihm bot. Mit seiner Zeit. Tage, die er inmitten der Kristalle verbracht hätte, Stunden im Labor und jede Sekunde, die er die leuchtenden Pfade der Macht zwischen in die Unendlichkeit reichenden Gittermustern tief im Glas der wachsenden, lebendigen Formen beobachten könnte. Nun ging diese Zeit dahin, Dinge zu organisieren. Berichte zu lesen und Entscheidungen zu fällen. Nicht für sein Projekt, sondern für das von Darth Akiratis.

Ginyu hatte das in ihrem letzten Gespräch nicht verstanden. Dass man zahlte. Immer. Und dass man dafür etwas bekam, das den Preis wert war. Rednelak hingegen sah über die Gegenwart hinaus. Darth Akiratis´ Pläne waren es wert, unterstützt zu werden. Und allein durch Borraas Rehabilitation nach der Aroval-Sache wurde schon mehr zurückgegeben als die Karaz investiert hatten.

Also würde Rednelak weiter an Akiratis´ Projekten arbeiten, auch wenn sie nicht in sein Interessengebiet fielen. Und wäre es nicht für den eigenen Vorteil, so für den der Familie. Und weil die Ehre es verlangte.

Und noch etwas würde er zahlen. In der Währung, die im Imperium alles möglich machte: Gefallen, wechselseitige Hilfe, ein Wort hier, eine Transaktion dort.

Rednelak beendete die Meditation. Stand ein paar Sekunden regungslos und mit geschlossenen Augen in der Mitte des Raumes und fühlte seinem Herzschlag nach, dem wütenden Schlachtgesang der Sterne und dem Lied der Kristalle weit weg in der Höhle. Dann stellte er das Übungsschwert wieder in den Ständer und griff nach einer Robe. Ging zur Brücke und forderte Daten an. Sith Bahjia. Nicht einmal jetzt erlaubte er sich ein Lächeln. Blaugrüne Zeilen, Diagramme, Bilder flogen über den Bildschirm. Rednelak saß mit vor dem Mund zusammengelegten Fingern und seine Stirn furchte sich.

Die kurze Begegnung in der Höhle der asymmetrischen Kristalle hatte gereicht, ihn eine Bauchentscheidung treffen zu lassen. Und das war nicht seine Art. Aber manchmal musste sich selbst ein Lord der Sith von der ätherischen Unsicherheit der Macht führen lassen. Und diese Sith Bahjia mochte im sozialen Umgang ein Problem darstellen aber ihr Lebenslauf war makellos. Zumindest soweit es Rednelak betraf. Zu gut um wahr zu sein? Zu nah an seinen Interessen? Misstrauen war immer angebracht. Er würde sich noch mit Borraa und Chufash beraten. Und Nauras darauf ansetzen, Sith Bahjias Vergangenheit genauer zu beleuchten.

Aber zunächst würde er der Macht vertrauen und den Preis bezahlen. Ein Preis, der so schnell bezahlt wäre und doch größere Konsequenzen haben würde.

Er setzte ein Schreiben auf. An die Leiterin der Forschungsbehörde auf Dromund Kaas, Abteilung Kristalle, geologische Phänomene und Feldforschung.

„Lord Esral!

Hiermit fordere ich die sich derzeit im Dienst der Behörde befindlichen Sith Bahjia für meine Forschungen an asynchron/unsymmetrischen Kristallen des mittleren Spektrums an. Ich bin nach einem Treffen und der Überprüfung ihrer Unterlagen zu der Auffassung gelangt, dass sie meine Arbeit unterstützen kann. Im Gegenzug werde ich eine bei meiner letzten Reise zusammengestellte Formationskette schwingungsoptimierter Opila-Derivat-Kristalle mit allen relevanten Unterlagen direkt dem Ministerium überstellen lassen. Ich erwarte Sith Bahjia sobald als möglich auf dem Flaggschiff von Darth Akiratis.

Ruhm dem Imperium,

Lord Rednelak Karaz“

Den Preis bezahlen. Vielleicht den Nexu im Sack gekauft haben. Aber diesmal wollte er der Leitung der Macht wirklich vertrauen. Immerhin hatte Sith Bahjia die Höhle fast mit ihrem Leben verteidigt. Brannte mithin also für die Forschung, für ihr Werk und damit für alles, was auch Rednelak wichtig war.

An ihren zu überbordenden Gefühlen würde hingegen noch zu arbeiten sein.

Man hatte Zeit. Sie würde ihm Zeit verschaffen. Mit der Erledigung von Aufgaben. Mit Ideen. Mit allem, was jetzt auf der Strecke blieb. Sehr gut.

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OOC: Rednelak kommt also voran. Mit einem anderen Char tue ich mir schwerer. Meinem kleinen mando`ad Khalb. Der hängt im Limbo und kann nicht mehr vorwärts und nicht mehr rückwärts – aus OOC-Gründen. Mittlerweile hat sich in meinem Kopf eine vage Idee geformt, die ich mal mit den Beteiligten besprechen sollte. Dass ich Khalb nicht (mehr) im militärischen Kontext spielen möchte ist mir schon lange klar. Er hängt aber fest, so lange er sein verd´goten – die erste Jagd, die ihn offiziell zum Erwachsenen macht – noch nicht hinter sich hat. Ursprünglich wollte ich das unbedingt spielen. Habe mich wie irre darauf gefreut. Aber mittlerweile haben sich meine Vorstellungen vom Mando-Spielen etwas verändert. Immer noch hätte ich große Freude an einem ausgespielten verd´goten – muss es aber nicht mehr zwingend haben.

Meine Lösung wäre ein radikaler Zeitsprung von drei Jahren. Khalb von 14 auf 17 setzen, das verd´goten als „passiert“ werten und ihn damit „befreien“. Ich könnte ihn als Jäger spielen, ihn in die Seniai Qo integrieren und wieder IC Kontakt zu Illjana, Garrm und Frann haben.

Das würde natürlich von allen Beteiligten einen gewaltigen Willen zum Ignorieren von allem Möglichen fordern. Da ich das nicht einfach verlangen oder voraussetzen kann, muss ich bald Gespräche führen.

Khalbs immer 1:1 ausgespielter Werdegang war sehr, sehr schön. Ich habe das RP unglaublich genossen. Aber jetzt muss sich etwas ändern, wenn er nicht ewig ungespielt versauern soll.

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