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Die unglaublichen Abenteuer und extraordinairen Reisen des verwegenen Piraten Lab. Teil 6 – Der Himmel über uns.

24. Mai 2015

Als die Manövriertriebwerke, welche die Pink Turtle sanft aus dem Hangar des Raumhafens bugsiert hatten, sich abschalteten und er vollen Schub gab, um mit einer viel zu angeberischen halben Parabel aus den kilometertiefen Gebäudeschluchten der Stadt zu entkommen, breitete sich ein zufriedenes Lächeln auf seinem Gesicht aus. Sie hatten ja noch sooo viel gemeinsam! Unter anderem einen schmerzhaften Hang zur Nostalgie, wie es schien …

Je größer und öffentlicher der Gegenstand war, den man stehlen wollte, um so besser tat man daran, ein Datapad bei sich zu tragen, einen Overall anzuziehen und ein Namensschild um den Hals zu hängen. Das I-Tüpfelchen war, den eigenen Namen zu verwenden. Denn wenn etwas sicher war, dann dass niemand davon ausgehen würde, dass das der wirkliche Dieb war. Darum ging es: Man musste eine Aura der absoluten Rechtschaffenheit und Zuversicht verbreiten. Je nach schauspielerischem Talent auch einen Hauch genervter  Langeweile einstreuen. Sah man so aus, als wolle man jetzt nur noch einen lästigen Inspektionsjob hinter sich bringen, um dann endlich, endlich in der Sports Bar versacken zu können, so hatte man gewonnen. Denn jedes ehrliche Wesen wusste: Diebe waren heimlichtuerische Gewalttäter, nicht Leute wie du und ich.

Und so hatte er, nachdem ihn der Peilsender, auf Tatooine an Illjanas Schiff angebracht, direkt nach Nar Shaddaa geführt hatte, sich kurz mit den Gegebenheiten des gemieteten Hangars vertraut gemacht (Smiling Hutt Innovations war prinzipiell eine gute Wahl, um sein Schiff unterzustellen – sehr diskret und günstig. Aber sie zahlten zu schlecht, so dass das Sicherheitspersonal oft zu Annahmen neigte, um bequemer leben zu können) und die Blue Fire in einem viel teurerern aber auch dementsprechend noch deutlich diskreteren – und hoffentlich natürlich sichereren – Miethangar geparkt. Dann hatte er einen grauen Overall mit einem Inspec-0 – we check it-Logo auf dem Rücken angezogen (erstaunlich, wie leicht man an so etwas herankam, wenn man wusste, wer wann wo Leute suchte), ein Namensschild umgehängt, ein Kaugummi in den Mund geschoben und war einfach zur Pink Turtle marschiert.

Ein prüfender Rundgang, Dinge auf dem Datapad abhaken (in Wirklichkeit ein Sudoku), ein genervtes Gestikulieren, die Hoffnung, dass Illjana noch genauso wie früher … jaaa … seeehr gut … keine Veränderung der Sicherheit, sie erkannte ihn noch … und dann einfach völlig selbstverständlich das Schiff aus dem Hangar fliegen.

Tja. Und so war sie wieder sein. Das hübsche rosa Schiff. Sehr gepflegt mittlerweile. Und .. ooooh, das war aber schön! Ein neuer T-2 Antrieb. Da hatte jemand investiert. Vergnügt prüfte er die Konsole, sah nach, was sonst noch dazu gekommen war.

Ach, fast war es schade, dass er das kleine Schmuckstück wieder gegen den Stein eintauschen würde. Aber es ging ums Prinzip. Oder darum, sie wiederzusehen, und endlich eine Erklärung zu bekommen, warum sie ihn verlassen hatte. Nein. Dummer Gedanke. Darum ging es definitiv nicht. Es ging um den Stein.

Aber … sie hatte die Zugangscodes behalten. Und nicht einmal den Speicher des Astromech gelöscht, der ihn fröhlich piepend begrüßte. Also, was, wenn …?

Nicht unprofessionell werden!

Der kleine Zettel mit der Zeichnung darauf, der Illjana zeigen sollte, um was es ging, wehte irgendwo weit hinter und unter ihm über den Boden des leeren Hangars.

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