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Lord Rednelak: Das Leben als Oper.

28. Mai 2015

Er ging zum Fenster hinter dem Schreibtisch und sah auf den Planeten hinunter. Langsam drehte sich Dromund Kaas weit unten in die Nacht hinein. Die ewigen Gewitter erleuchteten die Atmosphäre, sahen aus dem Orbit aus wie glänzende Kristallsplitter.

Das Schiff war mit der Kaas City Standardzeit synchronisiert, wie fast jede imperiale Flotteneinheit. Das bedeutete, dass es an Bord genauso früher Abend war wie dort unten. Rednelak setzte sich in den Sessel am Schreibtisch, drückte den Knopf, der die Tür des Kristallforschungsraumes verriegelte und schaltete die Überwachung ab. Das rote Auge der Kamera trübte sich, wurde schwarz. Nur noch das Pulsieren der Schiffstriebwerke im Leerlauf, knapp unterhalb der Hörschwelle, störte die vollkommene Stille.

Seine Zeit. Die abendliche Zeit.

Als sie das Gespräch annahm, war sie im Arboretum. Vor ihr glitzerte ein nasser Setzling in einem Stasisfeld. Sie drehte sich um, wich dabei mühelos einem Greifarm der kleinen Pflanze aus. Sie lächelte. Auch bei ihr war diese Zeit eine einsame, unbeobachtete. Sie konnte sich gehen lassen, wie auch er es tat.

„Du siehst heute seltsam aus, Red. Ist etwas vorgefallen?“

Er musterte sie, wie immer, als hätte er sie noch nie zuvor gesehen. „Wann waren wir das letzte Mal in der Oper, Chufash?“ Sie schürzte nachdenklich die Lippen. „Das war vor … bestimmt … ja, sagen wir fünf Jahren. Kürzer nicht. Bei der Premiere des finalen Teils des Adas-Zyklusses.“ Rednelak nickte. „Es ist lange her. Wir sollten uns wieder einmal ein wenig Kultur gönnen.“ Chufash hob einen Brauenwulst in einem eleganten Bogen, die Knochenstacheln daran schoben eine Haarsträhne beiseite. „Woher dieses impulsive Entscheidung?“ – „Ich habe dir von Sith Bahjia erzählt.“ – „Der Schülerin.“ – „Genau dieser. Sie …“ er zögerte kurz, als fiele es ihm selbst jetzt noch schwer, alles zu glauben, „… lässt Kristalle auf ihre Stimme reagieren. Auf Schwingungen, Töne, Wellen.“ – „Sie singt ihnen vor?“ – „Verkürzt gesagt – ja. Und ich habe gesehen, was sie, selbst noch am Anfang dieser Forschung, erreicht. Ich werde sie fördern. Und werde ebenfalls damit arbeiten.“

Chufash lächelte. „Du willst singen.“ Er nickte. „Ich muss singen. Diese Idee ist zu gut, um sie nicht zu verfolgen.“ – „Und das von dem Mann, der nie zuvor Schüler nahm, weil sie – ich zitiere – ihn beim Denken stören und ihm im Kampf vor die Füße laufen.“

Er winkte ab. „Das ist etwas anderes. Ich habe das getan, was Borraa immer predigt – ich habe die Macht frei gelassen, eine Entscheidung zu treffen. Ich denke nicht, dass ich mich je wieder so weit vom Pfad des Ratio entferne, aber in diesem Fall war das Ergebnis positiv.“

Chufash musterte ihn. Wie immer war sie die einzige Person, die hinter seine Kälte sehen konnte. „Es ist noch etwas.“

Rednelak nickte. „Dieser Nudarah … diese schleimige kleine Ratte.“ – „Der diese lächerliche Drohung geschickt hat?“ – „Ja. Normalerweise würde ich ihn so wenig beachten wie einen Bettler am Straßenrand. Wer droht, handelt nicht. Aber Lord Xalinesti scheint … beunruhigt, was Borraas Sicherheit angeht.“ – „Du hast dich nicht mehr um Borraas Sicherheit gesorgt, seit sie mit vier Jahren einen Sleen mit der Macht tötete und dabei lachte.“ – „Sie ist noch nicht wieder ganz genesen. Und ich habe mit meinen Aufgaben bei Seniai Qo kaum noch Zeit. Und dieser Nudarah ist mit ziemlicher Sicherheit ehrlos genug, sich an Wehrlosen zu vergreifen, um an Borraa heranzukommen.“

Chufash presste die Lippen zu einem Strich zusammen. „Die Enkel …“. Rednelak nickte „Das könnte passieren.“ – „Was werden wir unternehmen?“ – „Der Rattataki ist bei dir?“ – „Wie immer ist er irgendwo. Aber genauso wie immer leicht zu erreichen.“ – „Er soll sich bei Xalinesti melden. Und lass Dabbur das Kind zu dir bringen.“ – „Was ist mit … dem anderen Kind?“

Die Temperatur schien um mehrere Grad zu fallen. Jeder andere als Chufash wäre nun tot. Rednelak atmete tief ein. Seine Kälte blieb, doch waren am Rande seiner Aura Fasern des Zorns zu spüren, die sich nach innen ausbreiteten wie Adern im Gewebe. „Das andere Kind ist nicht von Belang.“

Nur Chufash durfte sich die Antwort erlauben, die sie in völlig neutralem Ton gab „Das wird Ghurab vermutlich anders sehen. Ich werde ihn informieren. Egal, ob dir das passt oder nicht, mein Ehemann.“

Es folgten ein paar Minuten des Schweigens. Chufash fuhr fort, in aller Ruhe den Setzling im Stasisfeld zu untersuchen. Dann meinte sie beiläufig. „Also werde ich sehen, was derzeit in der Oper von Kaas City an interessanten Stücken gespielt wird und lasse uns Karten besorgen. Passt dir in zehn Tagen?“

Rednelak, in seinem Sessel zurückgelehnt und die zusammengelegten Finger am Kinn, nickte. „Sollte sich keine plötzliche Entwicklung bei Darth Akiratis´ Projekt ergeben, werde ich mir die Zeit nehmen.“

Chufash lächelte ihre Pflanze an und meinte damit Rednelak.

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  1. Bahjia
    31. Mai 2015 um 1:17 pm

    Interessantes Gespräch. Ich bin gespannt!

    • 31. Mai 2015 um 4:43 pm

      das Ergebnis hast Du ja schon. Zumindest insofern, dass Rednelak das Kristallbesingen ernst nimmt. 🙂

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