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Die unglaublichen Abenteuer und extraordinairen Reisen des verwegenen Piraten Lab. Teil 8 – Monkeylizard Business

2. Juni 2015

Damals.

Der Wechsel der Leuchtreklame vor dem riesigen Fenster liess Streifen aus rot, hellblau und grün über ihre Haut wandern, Täler und Hügel erkunden und dann wieder ins Dunkel verschwinden. Ein letztes Lichtband glitt über ihre Hand, hob ihre Knöchel hervor, als sich ihre Finger zur Faust ballten, ein Stück des Bettlakens fest im Griff.

Das Dunkel war nur erfüllt von ihrer beider Atem. Selbst aus dem Casino über ihnen war an diesem Abend nur gedämpft Musik und das gezeitenhaft anschwellende und abfallende Murmeln der Gespräche der Gäste zu hören. Keine Blasterschüsse, kein Geschrei – als hätte ganz Nar Shaddaa beschlossen, heute einmal dezent zu sein.

Lab tauchte zwischen Illjanas angewinkelt aufgestellten Beinen nach oben, liess die Zunge hoch zu ihrem Bauchnabel und weiter zu ihren Brüsten wandern, kostete kurz an einer Brustwarze und suchte dann ihre Lippen, teilte sie, liess sie sich selbst an ihm schmecken. Sie seufzte ihm leise in den Mund. Ihre Augen reflektierten das bunte Licht seltsam weiss. Sie veränderte leicht ihre Position, er spürte ihre Finger an seiner Seite. Alles war sanft, seltsam leicht und eine köstliche Schwere lag auf jeder Bewegung, bereit, in Gier, kraftvolles an-sich-reissen und die Anspannung jedes Muskels zu wechseln. Der höchste Punkt der Parabel, die rasende Fahrt war bereit zu beginnen.

Ihre Augen. Ihre Schenkel sich leicht um ihn legend, Berührungen wie Schmetterlingsflügel. Der höchste Punkt … kein Halten mehr …. –

Ein jammerndes Quäken irgendwo aus der Tiefe des Raums hinter einer Zierpflanze.

Lab zuckte zusammen. Hielt inne mitten in der Bewegung. Sah nach rechts.

„Ich kann nicht, wenn er zusieht.“

Illjanas Finger zwischen ihren Körpern nach unten gleitend und zupackend. „Kann ich so nicht bestätigen.“

Lab gab einen genervten Laut von sich und rollte von ihr herunter. „Mental! Ich kann mental nicht. Das Vieh glotzt. Und jetzt jault es auch noch!“

Wieder ein Quäken von rechts.

„Du wolltest ihn doch unbedingt mitnehmen.“ – „Ja, hätten wir ihn dalassen sollen? Das war der Kasten mit den Nachspeisen für die Party, in der er saß! Der Hutte hätte ihn gefressen!“

Illjana setzte sich auf, sah auf ihn herunter und malte ihm mit dem Zeigefinger Kreise auf die Brust. „Manchmal glaube ich fast, der böse, böse Pirat Lab ist ganz tief innen drin ein butterweicher kleiner Junge mit großen, verweinten Augen.“

Ein beleidigtes Schnaufen von Lab. „Der Affe ist eine Zugabe. Der Auridium-Tafelaufsatz bringt uns mindestens achttausend Credits. Und das Vieh können wir bestimmt an irgendeinen Sammler verticken. Haustier oder so.“ – „Hmmm, ja, bestimmt. Oder wir verschenken ihn an ein Waisenhaus.“ – „Ach Frau, du bist eine Plage. Und eine gehässige Plage obendrein!“

Sie lachte. Die ganze gespielte Empörung, das genauso wenig ernst gemeinte Necken. Es war die übliche Entspannung nach einem geglückten Raubzug. Der Tischaufsatz, so wertvoll er rein materialmäßig auch sein mochte, war spektakulär hässlich. Ein Hutte (eine Huttin? Wo war der Unterschied?) in einer würdevollen Pose, ein winziges Ärmchen mit zur Faust geballter Hand gen Himmel gereckt. Das Trümmer war bestimmt zehn Kilo schwer. Es zu klauen war allein schon logistisch ein Meisterstück gewesen. Und sobald sie das Ding morgen zum Hehler – der schon auf diesen Leckerbissen wartete – gebracht hätten, wäre ihr luxuriöser Lebensstil aus Casinobesuchen, nautolanischem Liefersushi und durchtanzten Nächten in teuren Clubs für die nächsten drei, vier Wochen gesichert.

Das Geschrei des Affen wurde plötzlich lauter. Aus dem Dunkel des Raums kam eine haarige Kanonenkugel geschossen und hüpfte wild brüllend auf ihrem Bett auf und ab. Lab sprang auf und schrie „Verdammtes Drecksvieh, ich-“

Er erstarrte. Illjana ebenso. Sie hatte es auch gehört. Von oben. Ein Schuss. Schreie.

Lab flüsterte „Sie haben uns.“ Illjana nickte, die Lippen zusammengepresst, die Wangen weiß.

Sie funktionierten. Es war nicht das erste Mal und würde mit ziemlicher Sicherheit nicht das letzte Mal sein, dass sie fluchtartig ein Apartment räumen mussten. In zehn Sekunden waren sie angezogen und bewaffnet. Stiefeltritte, schwer und sehr zielgerichtet auf der vorderen Treppe.

Fünf Sekunden später war der Antigrav-Koffer des Tafelaufsatzes geschnappt und beide auf dem Weg zur Tür.

Die Haupttür splitterte unter einer ungezielten Salve Blasterfeuer. Dumpfes Brüllen „Stehenbleiben!“

Als hätte jemals irgendjemand auf diese Forderung gehört! Lab und Illjana waren bereits halb durch die Hintertür. Illjana wuchtete den Koffer in den Speeder. Lab zögerte „Der Affe! Der Affe ist noch drin! Wir müssen ihn mitnehmen!“ – „Bist du irre? Die machen dich platt!“ – „Ich bin gleich da!“

Illjana warf sich auf den Fahrersitz, startete den Speeder und zog den Blaster. Sie duckte sich halb hinter die Seitenverkleidung und war bereit sofort zu schießen, sollte jemand durch die Tür kommen, der keine grüne Haut hatte.

Von drinnen noch mehr Schüsse. Querschläger fauchten vorbei und verschwanden in der smoggrauen Nachtluft. Dann ein Schrei. Hoch und wimmernd, nicht menschlich – der Affe! Illjana zuckte zusammen.

War er? War der Schuss …?

Lab raste durch die Tür, wahllos hinter sich schießend, den Oberkörper schützend über einen winzigen, blutenden Fellklumpen gebeugt, den er mit der freien Hand an sich drückte. Mit einem Satz landete er neben Illjana, brüllte „Fahr!!“, als sie schon das Pedal bis zum Bodenblech durchtrat.

Noch ein paar leuchtende Spuren an ihnen vorbei, ein Treffer am Kofferraum, dann waren sie in den Häuserschluchten verschwunden.

Zwei Stunden später tauchte das bläuliche Licht einer der vielen illegalen chirurgischen Praxen ihre Gesichter in kränkliche Farben, als sie müde in einem improvisierten Wartezimmer saßen, aneinandergelehnt und weit jenseits irgendwelcher Pläne oder Überlegungen.

Illjana sah zum jetzt leeren Koffer, der noch vor kurzem den Auridium-Tischaufsatz enthalten hatte. Sie stupste Lab mit dem Ellbogen. „Wir haben also gerade unsere ganze Beute einem nach Schnaps riechendem Rhodianer gegeben, damit er einen halbtoten Echsenaffen wieder zusammenflickt, den wir vor vier Stunden gefunden haben?“

Lab murmelte Unverständliches, verschränkte die Arme und sank tiefer in den Wartezimmerstuhl, bis sich seine Schultern etwa auf Ohrhöhe befanden.

Illjana beugte sich hinüber und küsste ihn ganz sacht auf die Wange. Flüsterte „Manchmal bin ich ziemlich glücklich, dich getroffen zu haben.“

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OOC-Nachbemerkung. Diese Geschichte wurde geschrieben, um die Cyberteile des Echsenaffen zu erklären. Und natürlich weil Sey folgenden Witz erzählte: „Illjana und Lab sitzen in einem Speeder. Wer fährt? – Na, die Hutt-Sec!“

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