Lord Rednelak – Atmen

8. Juni 2015

Er ging auf und ab, machte sich mit der selben Konzentration locker und warm wie für eine Trainingseinheit mit dem Schwert. Ganz allein im Labor – das Privileg eines Lords. Natürlich wäre es auch egal, würde sich noch irgendwo ein Bediensteter, ein Sith, ein Sklave herumtreiben. Rednelak hatte sein ganzes Leben damit verbracht, selektiv wahrzunehmen. Wie andere die unauffällige Anwesenheit von Droiden einfach ignorieren konnten, so war es für ihn völlig normal, jeden Machtblinden, jeden Sith ohne besonderen Rang, mühelos aus seiner Wahrnehmung zu verbannen. Er belastete sich nicht damit, seine Aufmerksamkeit auf Dinge zu richten, die ihn im Moment nicht zu kümmern brauchten.

Noch ein paar Schritte, noch ein paar Folgen von Schlägen mit dem Übungsschwert. Dabei den Atem fließen lassen. Tief in die Mitte des Körpers, dorthin, von wo sich die Fäden der Macht in jede Faser spannten. Die Robe schwang um seine nackten Füße. Diesmal kein Training in Kampfrüstung. Diesmal eine schlichte schwarze Robe, einfach geschnitten, völlig unverziert und ohne Panzerung.

Auf dem Schreibtisch lag das Datapad mit den Übungen, die Bahjia zusammengestellt hatte.

Rednelak senkte das Schwert, stand mit schulterbreit gesetzten Füßen ruhig in der Mitte des Raumes. Etwas völlig neues. Es war schön, so am Anfang zu stehen. Ein Thema vor sich aufragen zu sehen wie eine Klippe. Eine Herausforderung anzunehmen – mit sich selbst als Gegner.

Er nahm die Schultern leicht zurück, stand aufrecht, als verbände ihn ein unsichtbares Seil mit Boden und Decke, direkt durch seinen Scheitel bis hinunter zu den Sohlen. Sein Atem war kontrolliert. Jeder Sith lernte schon als Kind, wie sich Meditation mit Atem verband.

Nur diesmal folgte keine tiefere Reise in die Umarmung der Macht und auch keine festere Verbindung des Schwertarmes mit dem Jetzt. Diesmal war es anders.

Rednelak dehnte die Schultern, den Nacken. Wirbel knackten. Die Klippe vor ihm. Er fixierte das unregelmäßige Band der Galaxis vor dem riesigen Fenster des Labors. Ein Verband Jäger eskortierte ein Transportschiff, eine Interceptor löste sich vom Hangar. Lautlos.

Er atmete ein, tief in den Bauch, füllte die Höhle in seinen Rippen.

Liess die Luft wieder ausströmen. Ein Ton, gehalten. Tief unten, weil es ihm natürlich erschien und am einfachste war. War das schon Singen? Vielleicht. Ganz sicher nicht im klassischen Sinne – aber es ging auch nur darum, die Vibrationen zu finden, auf welche die Kristalle ansprachen.

Rednelak war ehrgeizig – welcher Sith war das nicht? – aber er war auch ein nüchterner Forscher. Also erwartete er nicht sofort Wunder. Dennoch lag auf dem Schreibtisch eine Auswahl an Kristallen. Nur für den Fall.

Es war noch einfach, den Grundübungen zu folgen. Atemtechniken waren kein Problem, das Halten von Tönen schon eher.

Geduld und Beharrlichkeit.

Weitere Übungen. Sich darauf konzentrieren, keine Verspannung zuzulassen. Das ganze Unternehmen ein ständiges Training, sich zu öffnen.

Zwei Stunden später beendete er diese erste Einheit. Er fühlte sich mental ausgelaugter als nach einem Kampf mit einem Holocron. Die Kristalle hatten sich nicht geregt. Das war aber auch nichts, womit er gerechnet hatte. Sie dort zu platzieren war mehr Ansporn gewesen als direktes Ziel.

Morgen würde es weitergehen.

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OOC: Nur ein kurzes Stückchen das zeigen soll, dass Rednelak es tatsächlich ernst damit meint, singen zu lernen. Da ich die letzten Tage in einem sehr angenehmen Kurzurlaub verbracht habe, ist auch weder im RP noch im PvE irgendetwas passiert. Morgen gibt es vielleicht eine kleine Geschichte zu den Tracynjia-Aliit, dem Mando-Clan aus dem Garrm und Frann stammen – aus der Sicht ihres Vaters.

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