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Ghurab – Schwarze Gedanken 1

3. August 2015

Es ist sein Gesicht! Direkt über mir! Es kann nicht sein, denn er ist tot. Ich sehe jede Pore in der von der dunklen Seite ausgebleichten Haut. Es kann nicht sein, sie sagen alle, er wurde in die Schwärze gezogen. Es ist wieder der Goldüberzug des Herbsttages auf Voss, als er mich zu dieser Ruine führte. Es kann nicht sein, niemand überlebt so etwas.

Es muss sein. Er ist hier. Hier! Mein Schrei zerreisst meine Lunge, lässt mich in tausend Stücke geschmettert zurück, das Dunkel holt mich. Ich bekomme keine Luft mehr, kann nicht nach meinem Zorn greifen.

Die Realität trifft mich mit einem Schlag, der nicht physisch ausgeführt wird, mir aber dennoch den Kopf zur Seite wirft. Aus der wirbelnden nicht-Dunkelheit wird das nebelgefilterte Sonnenlicht in Onkel Ginyus Gästezimmer. Danke, Tannan.

Die Erinnerung kommt zurück. Ich habe mit Skaara auf dem Dach des alten Tempels trainiert. Alles ganz normal. Als ich das Bedürfnis bekam … das Bedürfnis … das selbe, wie auf Alderaan. Den Kampf auf die brutalst mögliche Weise zu beenden. Seine Knochen unter meinen Fäusten brechen zu fühlen. Blut an meinen Knöcheln, das Reißen von Haut, Gefäßen. Er hat es zunächst nicht bemerkt. Ging darauf ein …

Tannan merkte es als erste. Ihr Blick war ein Feuer, in der selben Sekunde, als Skaara meinen Namen schrie. Als das Dunkel aus dem Himmel stieg und ich nichts mehr sehen, fühlen, entscheiden konnte.

Was dann geschehen ist, weiß ich nicht. Auch nicht, wieviel Zeit vergangen ist. Ich habe die Augen geöffnet und war nicht mehr auf dem Dach, sondern auf einem Seitenanbau des Tempels. Skaara hatte Tannan auf dem Arm und sah nicht besonders gut aus. Ich wollte etwas sagen, aber …

Diesmal war es nur die Erschöpfung, denke ich. Das vorhin – nur ein Traum.

Das dritte mal ist es jetzt passiert. Dreimal habe ich die Kontrolle verloren. So vollständig, dass ich nicht einmal zusehen konnte, was mein Körper tat. Und ich habe nicht einmal die Garantie, dass ich nur das töten will, was mich bedroht. Zweimal schon war es der Drang, mir Nahestehende in Blut und Knochenbrei zu verwandeln.

Es kann nicht so weitergehen.

Ich setze mich im Bett auf. Auf der anderen Seite des Zimmers ist Skaara mit Tannan auf dem Schoß eingedöst. Er wacht auf, als die Kleine sich rührt, sich fast von ihm herunterstürzt und offenbar zu mir möchte.

Nein. Es kann wirklich nicht so weitergehen. Aber wem kann man sich anvertrauen? Onkel Ginyu lebt gerade seine Jagd auf die Artefakte aus und hätte – wenn Skaaras Theorie zutrifft – sowieso ein Problem damit, dann nicht mit „Vernichten!“ zu reagieren. Wir sollten ihm erst einmal helfen, Borraa und Vater hereinzulegen. Dann ist er vielleicht gelassener und kann mir helfen, diesem … Ding in mir auf den Grund zu gehen.

Fremdgesteuert von mir selbst ist nämlich kein erstrebenswerter Zustand.

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