Dr. Song says: Spoilers!

27. Oktober 2015

Also: nach dem Bild des hot Sith daddy Rednelak nicht weiterlesen, wenn man die Story noch nicht fertig gespielt hat. Hat man das, kann man lesen, was der Patriarch der Karaz in den vergangenen fünf Jahren so getrieben hat. Zumindest einen kleinen Ausschnitt.

Uuund hier kommt es … letzte Gelegenheit umzukehren! There might be Dragons!

Die blendend silberne Scheibe zog sich hinter dem Schiff zusammen, wurde zu einem Halbrund, dann – Klick um Klick – zu einer Kugel. Ein glitzerndes Kleinod, ein Wunder inmitten der schwarzen Decke des Himmels. Ein Diamant, Eis und Gletscher. Ilum.

Für die beiden Ritter nur ein weiterer Rohstofflieferant zum Wohle des Eternal Empire. Zwei Container Kristalle saßen im Laderaum des kleinen Frachtschiffes. Nicht ganz fünfzig Kilo – und trotzdem die ganze Ausbeute einer Mine für drei Monate.

In zwei Minuten wären die Sprungkoordinaten berechnet.

Ein Ruck, kaum fühlbar. Trotzdem ungewöhnlich mitten im Raum. Sie sahen sich an “Wieder Mynocks?” – “Hmhm … kann sein” Langeweile in der Stimme.

Mynocks. Vermutlich. “Ich schicke einen Skytrooper auf Ungezieferjagd.” Wieder: “Hmhm”

Der Überwachungsmonitor der Laderampe flackerte und liess Schneegestöber über den Bildschirm tanzen. Diesmal gab es kein “Hmhm”. Diesmal standen beide auf, griffen nach ihren Helmen und den Lichtspeeren …

… zwanzig Minuten zuvor …

Er sah das zakuulanische Frachtschiff in einer langen Parabel von Ilum aufsteigen. Tatsächlich allein; die Informationen waren korrekt. Sie waren sich schon viel zu sicher. Benahmen sich, als würde die Galaxis ihnen gehören. Was sie nach fast fünf Jahren Krieg auch tat, so viel Realismus musste sein. Fünf Jahre, in denen das Eternal Empire die beiden Großmächte fast mühelos in die Knie gezwungen hatte und sich inzwischen nicht einmal mehr die Mühe machte, mehr zu tun, als kontinuierlich Rohstoffe abzuziehen.

Es gab noch Widerstand, sicher. Die Mandalorianer konnten gar nicht anders, als zu kämpfen. Und immer wieder wurden auch von imperialer – wenn auch bestimmt nicht offiziell sanktionierter – Seite aus Angriffe unternommen. Immer wieder geradezu beiläufig von den Schiffen der Eternal Fleet niedergeschlagen.

Und es gab die Einzelkämpfer. Die personifizierten Nadelstiche.

Rednelak verachtete die Zakuulaner zutiefst. Ein Volk, das sich hinter einer Droidenarmee versteckte, war es nicht wert, über die Galaxis zu herrschen. Es war seine Pflicht, sich gegen diese minderwertige Rasse und ihr tödliches Spielzeug aufzulehnen. Immerhin war er so eine Art Patriot.

Aber natürlich war er auch nicht lebensmüde. Nach fünf Jahren zakuulanischer Herrschaft war das Vermögen der einst so mächtigen Karaz-Familie praktisch nicht mehr vorhanden. Die kleine Flotte lag eingemottet im Dock auf Dromund Kaas, es war kein Geld mehr für Treibstoff in der Kasse. Dabbur tat ihr bestes – aber Firmenbeteiligungen waren wertlos, wenn jeder Überschuss sofort in zakuulanische Hände floss. Man konnte nicht einmal mehr die zahlreichen Immobilien abstoßen, da niemand mehr genug Credits besaß, um sie zu kaufen. Die Karaz saßen also auf ihren riesigen Landsitzen und in ihren state of the art ausgestatteten Laboren und hatten kein Geld mehr, um die Stromrechnung zu bezahlen.

Für Rednelak einerseits ein ständiger Quell des Zorns, andererseits kämpfte er mit dem Rücken zur Wand am Besten. Sie waren ganz unten gelandet und es war ein Kampf bergauf gegen einen Feind, der sie von allen Seiten in die Zange nahm? Exzellent! Es konnte nur aufwärts gehen und man konnte in jede Richtung angreifen.

Also hatte er, so lange das noch möglich war, seine Kristallsammlung verkauft und dafür die Remembrance mit einer Tarnvorrichtung ausgestattet. Und ging seitdem auf die Jagd. Natürlich nicht auf Schiffe der Eternal Fleet mit ihren überlegenen Sensoren. Nein, seine Beute waren die kleinen Transporter, die in ihren Bäuchen das Tafelsilber des Imperiums fortschafften.

Während der Astromech die Remembrance unsichtbar auf einen Abfangkurs schickte, zog der Lord seine Rüstung an. Kurz bevor er den Maskenhelm aufsetzte und verschloss, steckte er sich einen Kopfhörer-Knopf ins Ohr. Sith-Opern. Ein letztes Stück der untergehenden Heimat.

Klick. In seinem Kopf der Gesang …

Er griff nach der Vibrolanze, die er bei solchen Angriffen statt seines auffallenden Schwertes führte. Zwar liess er nie Beweise zurück – aber einmal war immer das erste Mal und er musste an seine Familie und an die Organisation denken. Keine Spuren.

Mit einem kurzen Ruck dockte die Remembrance an und die umgebauten Lifter Droids schweißten in Sekunden ein Loch in die Ladeklappe des zakuulanischen Schiffes.

… jetzt …

Er atmete tief ein, zog die Macht um sich wie einen Mantel und wurde für das bloße Auge unsichtbar. Machttarnung. Auch ein alter Akk-Hund konnte noch neue Tricks lernen. Kaum war die Öffnung groß genug sprang Rednelak hindurch. Im Dunkel der Laderampe leuchtete regelmäßig das rote Auge einer Überwachungskamera. Ein Griff in der Macht. Ein elektrisch-statisches Knistern, dann knackte die Halterung und die Teile der Kamera fielen zu Boden. Auf seinem Weg zum Ausgang zertrat der Lord achtlos die Glasreste der Linse.

Die fünf Skytrooper – mehr würden es nicht sein, mittlerweile kannte er die Standardbesatzung zakuulanischer Frachter – konnten ihn trotz der Machttarnung orten. Nun, neue Sensoren? Oder war er unachtsam gewesen? Rednelak hielt sich nicht mit Überlegungen auf. Er griff nach dem ersten Trooper, zerbrach mit der Macht das Chassis um den Hauptprozessor und schleuderte den zerstörten Droiden gegen seine verbliebenen Kameraden, um dann mit einem weiten Schwung der Lanze am Körper vorbei den nächsten anzugehen.

Er fühlte sich gelassen und am Leben. Die Macht wird mich befreien.

Als die beiden Ritter auftauchten, war von den Droiden nur noch Schrott übrig. Rednelak hatte die Macht wieder um sich gezogen, unsichtbar und still. Nur das statische Knistern von ein paar Funken über der Hülle eines zerstörten Skytrooper. Und das Summen der Lichtspeere der Zakuulaner.

Nichts als Würmer unter seinem Stiefel …

Der Chor in seinem Kopf schwang sich zu blutigen Höhen auf. Einmal noch in die Oper von Kaas City … irgendwann. Wenn sie wieder frei waren.

Vor ihm fiel der erste Ritter. Rednelak riss die Klinge aus dem Spalt der Rüstung zwischen Oberbauch und Rippenbogen. Blut, der scharfe Geruch nach Tod. Der andere Ritter. Gegner, dargeboten auf einem Altar der dunklen Seite. Eingeweide, Tod. Schönheit.

Gesang in ihm.

… später …

Die Remembrance löste sich von ihrem Opfer. Kleine Metallteile der abgerissenen Krampen taumelten im Vakuum davon. Rednelak nahm etwas Abstand, dann feuerte er direkt auf den Reaktor des Frachters.

Stumm und wunderschön blühte eine Explosion aus der Hülle des anderen Schiffes, dehnte sich aus. Die Interceptor drehte ab, während sich hinter ihr der Zakuul-Frachter in Staub zerlegte. Keine Zeugen.

Rednelak nahm während dessen die Rüstung ab. Er sah nicht einmal hin, als der Gegner zerbarst. Sie waren es nicht wert.

Dann setzte er einen Kurs nach Concordia. Natürlich nicht direkt. Umwege. Immer Umwege.

Etwas Entspannung würde ihm gut tun. Und die Kristalle, von den Lifter Droids umsichtig in der kleinen Ladebucht verstaut, würden den Widerstand stärken.

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