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Khalb – Wunderhunde (schon wieder Spoiler)

28. Oktober 2015

Die Hitze hatte den Felsen im Laufe der Jahrtausende mit einem Netz aufgesprungener Spalten überzogen, manche davon groß genug, dass sie menschlichen Fingern Halt boten. Unter dem gleichgültigen Licht zweier Sonnen fiel ein Tropfen Schweiß in vierzig Meter leerer Luft nach unten. Zerplatzte auf hartgebackenem Sand.

Nichts als seine Fingerspitzen hielt ihn davon ab, dem Fall des Schweißtropfens zu folgen. Trotzdem dachte er nicht darüber nach. Niemals. Wenn man in einer Felswand hing, waren die Gedanken auf anderes fokussiert. Khalb atmete ruhig und regelmäßig, pendelte den Körper aus, holte Schwung und bat die Schwerkraft, für den Bruchteil einer Sekunde in eine andere Richtung zu sehen. Dann spannte er sich an, der ganze Körper eine Feder, und liess eine Hand los, griff um, bevor er fallen konnte.

Er packte zu und zog sich nach oben. Ein kleiner Absatz an der Seite des von Wind und Zeit aus einem alten Massiv gefrästen Felsbogens. Khalb lehnte sich an, verschnaufte etwas. Dann griff er nach dem kleinen Sender in seiner Gürteltasche und machte sich daran, ihn in einer der kleinen Spalten zu befestigen.

Sein Helmcom meldete sich mit einem leisen Knacken. Eine tiefe Stimme vom hinter einem der Monde dümpelnden Schiff.

“Bakrinr, cuyir gar ogir su?”

Khalb schnaufte genervt. Immer diese Hektik! Klar war er schon da. Langsam könnten sie ruhig mal glauben, dass er überall hochkam.

“Be buskra’amtu ni cuyir ogir” Natürlich.

Im Hintergrundgeräusch der Konversation hörte er Slagathor keifen und knurren. Sie hatte seine Stimme gehört und tobte nun wohl auf der Suche nach Herrchen durchs Schiff. Dass sie das Prinzip von Coms nicht begriff, war vielleicht ganz niedlich gewesen, so lange sie noch ein winziger Welpe war. Aber ein ausgewachsener, auf Schutz und Suche trainierter Akk konnte ziemlich viel Verwüstung anrichten, wenn er es darauf anlegte.

Ein Krachen weiter weg vom Com. Etwas schepperte. “Tahla’ada pe’nr, ni kyr’amur gar!!!!” Okay, das war zu erwarten gewesen.

Khalb murmelte zu sich selbst “Könnt’ meinen, dass man so ´n Hund mal für ´n paar Stunden hüten kann, ohne dass se ausrastet … ”. Er drehte die interne Lautstärke hoch, so dass er im Schiff laut zu hören war, auch wenn er hier auf dem Planeten nur flüsterte. “Temya’r, b’ami’r! Ni malyasa’yr cuyir norac catnat!“ Das liess den Krach sofort verstummen. Sie glaubte ihm. „Bleib! Ich bin bald da” war in der Welt des Hundes mehr als Gesetz, es war eine unverrückbare Tatsache direkt neben der Gravitation.

Dann schaltete er das Com auf stumm und machte sich daran, das Abhörsignal zu justieren. Die Daten, die das kleine Ding liefern würde, könnten der Rebellion helfen herauszufinden, was die Zakuulaner hier auf Tatooine trieben. Und sobald man mehr wusste, konnte man zuschlagen.

Zuschlagen – aber vermutlich ohne Khalb, der dann schon auf irgend einem anderen besetzten Planeten nach den Goldköpfchen und ihren Blechgefährten Ausschau halten würde. Die Alor hatte schon früh erkannt, dass seine Stärken in der Aufklärung lagen. Man konnte ihn unbesorgt mit nichts als seinen Blastern (und meistens Slagathor) auf einem Planeten absetzen und ein paar Tage später tauchte er mit jeder Menge Informationen wieder auf. Seine Zeit als Großwildjäger hatte ihn optimal auf solche Missionen vorbereitet. Das zusammen mit seinem natürlichen Klettertalent und dem imperialen Infanterietraining hatte ihn bisher von jeder Aufgabe lebend nach Concordia zurückkehren lassen. Jäger … er vermisste Garrm! Aber Krieg war Krieg und man konnte nur selten zusammen unterwegs sein. Sobald die Zakuulaner mitsamt ihren Droiden Geschichte waren und der Mandalore wieder andere Prioritäten setzte (oder vielleicht zur Abwechslung die Clans mal etwas von der Leine liess!), würden Garrm und Khalb wieder Drachen jagen. Und Wraids. Reeks. Gundarks. Alles, was groß und möglichst wehrhaft war. Das war das Leben, wie es sein sollte! Aber bis dahin …

Vorsichtig spähte er über die Kante seines kleinen Felsvorsprungs. Der heiße Wind zerrte an ihm und weit über ihm zog irgend ein Aasvogel seine Kreise in der Thermik.

Die Zakuulaner und ihre Skytrooper waren von hier oben nur winzige, spiegelnde Punkte. Es war eine ärgerliche Machtdemonstration, dass sie ihre Rüstungen immer so glänzend hielten. Als sei es völlig belanglos, wer sie sehen konnte. Angeberische Bastarde. Dass die mando’ade aus genau dem selben Grund ihre (sicherlich nicht glänzenden!) Rüstungen bunt bemalten, war in Khalbs Augen natürlich etwas völlig anderes.

Noch ein paar letzte Handgriffe und der Sender war bereit. Das unerbittliche Klima des Wüstenplaneten würde ihn zwar in weniger als einem Monat unbrauchbar machen, aber zu diesem Zeitpunkt hätte der Widerstand schon alles an Informationen, was sie brauchten.

Khalb drückte den kleinen, abgesenkten Knopf an der Seite des Gerätes und verschloss es mit der sanddichten Abdeckung.

“Narir gar pabida dayesr?”

“‘lek”

Sehr gut. Das Schiff empfing Daten. Zeit für den Abstieg. Er befestigte einen Magnethaken und hakte den Karabiner ein.

Während er sich konzentriert auf der vom Lager der Zakuulaner abgewandten Seite des Bogens nach unten schwang und hangelte, war er von der üblichen Zufriedenheit erfüllt, die sich immer nach der Erledigung eines Auftrages für den Widerstand einstellte. Mochten ihre Schiffe denen der Eternal Fleet auch unterlegen sein – sie hatten so viel, was dem Eternal Empire fehlte: Mut, Kreativität, Zusammenhalt, eine seit Jahrtausenden auf Kampf ausgerichtete Kultur. Sie würden gewinnen. Und mit etwas Glück wurde man in diesem Prozess Imperium und Republik auch gleich los!

Also so im Ganzen gar keine schlechten Aussichten.

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