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Saqr – Flugrattenfangen

12. Dezember 2015

Saqr atmete tief ein, als er den Tempelkomplex hinter sich liess und die Stimmen des Cathar und des Twi’lek langsam im Umgebungsgeräusch des Dschungels untergingen.

Der in der Luft stehende Staub, die abgestorbenen Lianen, das leise Ticken fallender Steinchen. Alles an diesem Gebäude hatte ihn deprimiert und gelangweilt. Die bizarr-regelmäßigen Kristallformationen mochten für ein paar sekunden interessanter sein, boten aber nicht genug Anreiz, um ihn länger zu beschäftigen. Sollte sein Vater sich aufregen – ihm war´s egal. Er war, nicht anders als jeder in seiner Familie, ein Spezialist. Hochbegabt auf einem Feld, dafür reichlich uninteressiert an vielem anderen. Und der grauschwarz hinter ihm dräuende Tempel, dessen steingeschnitzte Mauern im unnatürlich gelben Licht eines heranziehenden Gewitters aufleuchteten, war definitiv „vieles anderes“. Nichts für Saqr.

Kristalle, Säulen, Steinstrukturen. Das schrie nach seinem Vater und Onkel Rednelak, nicht nach ihm.

Hier draußen hingegen … er sah zu Siqsa, die begeistert ins Freie gerannt war und nun eifrig zum Waldsaum trabte. Ja, hier draußen war es besser.

Ein scharfer Pfiff und der Kell-Schlupfling hielt inne, kam gehorsam zurück, die Hornstummel erwartungsvoll aufgestellt.

Nun, dann wollte er mal sehen, wie er an diese Furien-Vogelwesen herankam, die sogar Massassi zerrissen. Das sah nach einer guten Herausforderung aus.

Er schlenderte zum Platz des Massakers und studierte die Spuren. Die Vögel mussten zusammenarbeiten, um so große Beute zu schlagen. Wie es aussah – ein paar verwischte Flügelschlagspuren hier, ein paar Krallenstriche dort – tatsächlich Schwarmtaktik. Was bedeutete, dass er sie nicht frontal aufscheuchen durfte. Er musste sie einzeln und leise erwischen, sonst würde sich die Kolonie gesammelt auf ihn stürzen und das könnte verdammt eng werden.

Er grinste und knackte mit den Fingerknöcheln. Feldstudien und eine Jagd. Ja, das versprach doch weitaus mehr Spaß als ein nach alten Socken riechender Tempel.

Saqr sah sich um. Wohin könnten sie verschwunden sein? Er schloss die Augen, drehte sich langsam, suchte Fäden in der Macht, die noch zitterten. Eine angeschlagene Saite in der Melodie des Planeten.

Ah .. ja, genau .. dort! Er spürte ihre Unruhe, das ewige Gezänk im Schwarm.

Er machte sich auf den Weg. Nahm sich Zeit, sorgte dafür, dass die Tiere des Dschungels weder ihn noch Siqsa bemerken konnten. Schlich auf Armlänge an einem der seltsamen Pflanzen-Tier-Wesen vorbei, das auf einer Lichtung wiederkäute.

Nach einer halben Stunde war er unter der Baumgruppe, die dem Schwarm als Heimat diente. Der Abfall der Kolonie überzog den Boden. Der ätzende Mist hatte den Bewuchs getötet, Eierschalen und tote Nestlinge zogen Insekten an.

Siqsa starrte fasziniert nach oben, Speichel lief ihr aus dem Maul. Er gab ihr das Zeichen, komplett ruhig zu sein. Und hoffte, dass seine Erziehung des jungen Kell Früchte getragen hatte.

Dann suchte er sich einen der Vögel aus, der etwas abseits saß und offensichtlich zu keinem Nest gehörte.

Er ging ein paar Meter weiter in den Wald und begann, die Aufmerksamkeit des Raubvogels in der Macht einzufangen. Er zupfte an ihm, lies ihn sich ärgerlich bewegen und schließlich schaffte er es, dass die Furie mit einem ärgerlichen Zischen abhob. Ledrige Flügel klatschten und das große Tier ließ sich zwischen die Baumriesen fallen.

Der Rest der Kolonie achtete nicht weiter darauf, fuhr damit fort, sich anzukeifen, zu streiten oder sich zu putzen.

Saqr war ganz Jäger. Das Jahrzehnt bei seinem Stamm hatte ihn auf solche Situationen vorbereitet. Fast konnte er die Gischt des hundert Meter hohen Tidenhubs auf Thenebria riechen …

Nein. Fokus. Die Furie weiter anlocken. Näher … näher … näher ….

Jetzt!

Er schlug zu. Zunächst in der Macht. Funken sprühten von seinen Fingerspitzen. Dann mit dem Schwert, das summend in seiner hand zum Leben erwacht war.

Die Furie kam nicht dazu, zu kreischen. Ihre Krallen rissen ihm etwas Haut vom Arm – da fiel der Kopf schon mit einem dumpfen Schlag auf den Mulch des Waldbodens.

Saqr atmete aus. Grinste. Siqsa kam angesprungen, starrte auf das angerichtete Fleischbuffet.

Saqr lachte leise „Nein, Kleine. Noch ein paar Köpfe mehr für Vater. Dann darfst du essen!“

Wieder konzentrierte er sich auf die Kolonie. Diesmal etwas Herausfordernderes.

Ja, das hier war viel besser als der Tempel!

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