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Und von Ferne hört man leise „wuuuusch“ …

18. Februar 2016

… denn das ist das Geräusch, wenn Bioware eine ganze Gruppe Spieler und ihr Spaß meilenweit am Arsch vorbeifliegen. So weit entfernt, dass man in der Umlaufbahn noch sowjetischen Weltraumschrott finden kann.

Konkreter Anlass? Bei fünf von neun Raids sind die Bosse sporadisch oder immer verbugged. Man stelle sich das mal in einem anderen MMORPG vor. Raiden geht nicht mehr, weil man bei einem Boss den Insta-Kill-Strahl nicht mehr sieht, bei einem anderen die AoEs unsichtbar sind und ein dritter gar nicht erst dort zuhaut, wo er es laut Animation täte.

Blizzard würde dafür meiner Schätzung nach zwei Tage brauchen. Zenimaxx eine Woche, weil sie nicht die Blitzmerker sind. Und was tut Bioware? Will das Ganze bis Game-Update 4.3 im Griff haben. Wir sind derzeit bei 4.1a. Bis 4.3 sind es noch zwei Monate. Zwei. Monate. Ohne Raids.

Viel deutlicher kann man den Spielern nicht mehr sagen, dass man nicht daran interessiert ist, fordernden Gruppencontent zu bieten. Nicht, dass man das mit einem Jahr ohne neue Operations und ohne eine Ankündigung dafür nicht schon schwer hätte vermuten können.

Ich kenne diese seltsame Statistik, dass nur 10% aller MMO-Spieler überhaupt jemals eine Raidinstanz betreten. Und ich glaube sie nicht. Wir sind eine gummelige RP-Gilde, zwei Drittel unserer Spieler sind movementmäßig extrem herausgefordert und halten Augments für eine skandinavische Süßigkeit. Und trotzdem war jeder davon schon beim Raiden dabei. Wurde schlimmstenfalls eben als Totgewicht gezogen. Aber war Raiden und hatte Spaß dabei (am Lerneffekt arbeiten wir noch). Wenn das also bei uns geht, muss das in den zahlenmäßig bedeutend größeren und aktiveren PvE-Gilden doch ähnlich aussehen.

Und nun hat Bioware beschlossen, dass diese Leute nicht mehr ihre Zielgruppe sind. Statt dessen wird darauf verwiesen, dass „die meisten“ Leute gern allein und nur für sich Story spielen und bloß keine Kämpfe wollen, bei denen man aus AoEs oder Cleaves raus muss, bei denen man sich positionieren oder auf Buffs/Debuffs, Timer, Phasen, Laufwege und andere „komplizierte“ Sachen achten muss.

Wer sind diese „meisten Leute“? Ich kenne keinen davon.

In wie weit diese ominöse Gruppe nun SWTOR am Leben halten kann, vermag ich nicht zu sagen. Ich hoffe nur, dass sie es wirklich tut. Denn die Raider und PvE-Spieler im Allgemeinen haben sie verloren. Was man daran merkt, dass in der Kommentarsektion von dulfy.net bei der Ankündigung dieser absurden zwei Monate Raidfrei nur noch vergleichsweise wenig und sehr müde protestiert wurde. Der Tenor war größtenteils „Haja, macht man nix. Ciao“.

SWTOR hat nun im Schwierigkeitsgrad fast WoW erreicht. Lobotomierte Laborratten erzielen erste Spielerfolge.

Aber WoW hatte zumindest noch Raids …

Wir haben gestern statt Temple of Sacrifice dann eben einen der wenigen noch funktionierenden Raids gemacht. Eternity Vault. Hängt jedem eigentlich schon maximal zum Hals raus da mit vier Jahren die älteste Instanz. Deshalb gingen wir es auch in Unterzahl und nur mit einem Tank an. War trotzdem albern.

Dass es keine Raidspieler mehr gibt konnte man dann ganz einfach am linken oberen Bildschirmrand sehen: Außer uns keine Gruppe in Richtung Soa unterwegs.

Tja.

Bleibt noch RP. Aber rechtfertigt das das Zahlen eines Abos? Und wenn ich mir diese Frage stelle, tun das vermutlich auch andere.

Nochmal tja.

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