Startseite > In Character, Star Wars - the old Republic > Die unglaublichen Abenteuer und extraordinairen Reisen des verwegenen Piraten Lab. Teil 13 – Nine to Five

Die unglaublichen Abenteuer und extraordinairen Reisen des verwegenen Piraten Lab. Teil 13 – Nine to Five

19. April 2016

Ein fremdes Land, die Vergangenheit. Zwei Jahre vor dem flüchtigen Zeitpunkt, der für uns das „jetzt“ ist.

Tief gesunken. Verdammt tief gesunken.

Lab schloss die Tür hinter sich, sah sich kurz mit angeekelt gekräuselter Oberlippe in dem Einzimmer-Appartment um, schloss dann die Augen und legte den Kopf in den Nacken. Dass es nur noch aufwärts gehen konnte, wenn man ganz unten angekommen war, mochte eine nette Platitüde sein, doch hatte das nicht viel mit seinem derzeitigen Leben zu tun.

Er atmete tief ein, bereute das angesichts der überwältigenden Muffigkeit – hier hatten sogar die Schimmelflecken an der Decke ihre eigenen Schimmelflecke – und zog dann das Hemd aus der Hose, während er es aufknöpfte.

Möglichst zügig dieses Zeichen der Lohnsklaverei loswerden. Um es dann am nächsten Morgen wieder anzuziehen. Dezent hellgrau, mit hellblau abgesetzt. Die Farben der Ques-I-ven Evaluation, seines … verflucht, war das peinlich … Arbeitgebers.

Arbeit. Neun bis fünf.

Das Hemd landete auf dem klebrigen, leberbraunen Teppich und Lab ging zur Couch. Liess sich fallen und griff nach der Fernbedienung für das Holo. Kein Blick nach draußen, wo das, wofür er das alles hier auf sich nahm, auf dem abgesetzten, vollgemüllten Dachabsatz unter einer Plane der allgegenwärtigen Luftverschmutzung trotzte. Seit drei Jahren schon. Vielleicht hatte Garzo ja heute endlich das Teil, das Lab vor vier Wochen mit einer nicht unbeträchtlichen Anzahlung – und genauso beträchtlichen Drohungen – bestellt hatte. Aber irgendwie verlor er langsam den Schwung. Richtete sich in diesem erbärmlichen Leben ein, weil er nicht sehen konnte, dass sich Dinge veränderten. Jeder Tag war gleich. Aufstehen, zur Arbeit gehen, dort langsam verblöden, nach Hause kommen, schlafen. Aufgelockert durch ein gelegentliches Besäufnis mit den Kollegen in einer nicht zu teuren Bar. Aber selten, da seine Credits schließlich in das Ding unter der Plane gingen.

Aber wozu? Drei Jahre und es war kein Ende in Sicht.

Sein altes Leben schien ihm Jahrzehnte entfernt.

Mit der Blue Fire am Himmel über Nar Shaddaa vor drei Jahren in einer lautlosen Explosion vergangen.

Seit er dem Angriff der Zakuulaner auf das Kartell entkommen war, war es nur noch bergab gegangen. Sie hatten die Pink Turtle einkassiert (sein verdammtes Ticket aus diesem Höllenloch!), Illjana war mitsamt ihren Sithkumpels verschwunden (er wollte nicht glauben, dass die hässlichen weißen Blechfressen sie erwischt hatten … wie den ganzen Rest der Galaxis) und der Großteil seiner Kontakte war entweder getötet worden oder hatte sich abgesetzt.

Und irgendwie war es Lab dann gelungen, die sowieso schon beschissene Ausgangssituation noch beschissener zu machen. In dem er ein zakuulanisches Shuttle stahl. Damit eine sehr kontrollierte Bruchlandung auf einem zakuulanischen leichten Transporter hinlegte und dann mit eben diesem schwer beschädigten Schrotthaufen aus dem resultierenden Feuerball entkam.

Soweit war alles nach Plan gelaufen. Er hatte dieses neue Imperium richtig eingeschätzt – sie suchten nicht lange, sondern werteten den Frachter als Verlust, um sich weiter auf die Unterdrückung der Galaxis zu konzentrieren. Aber dummerweise war das Schiff beschädigter als geplant. Weit über Labs finanziellen Möglichkeiten.

Und das hatte seinen Abstieg besiegelt.

Er parkte das Schiff, auf dessen Rumpf nun der neue Name „Blonde Pussy“ prangte (er war sicher – Illjana hätte es so gewollt), auf einem Dach, mietete das Apartment direkt daran und war dann gezwungen, Geld zu verdienen, um die kaputten Teile des Antriebs ersetzen zu können.

Die unehrliche Tour funktionierte ohne Schiff nicht wirklich. Er war ein eher mittelmäßiger Kartenbetrüger und nach der Zerstörung der halben Flotte durch die Zakuulaner gab es auch keinen Mangel an Kriminellen ohne flugbereiten Untersatz; sozusagen ein schwer übersättigter Arbeitsmarkt.

Also biss er die Zähne zusammen und tat das, was er jahrelang erfolgreich vermieden hatte – legale Arbeit annehmen. Doch in der allgemeinen Rezession, die der Invasion gefolgt war, waren selbst zwei Doktortitel kein Garant für einen guten Job.

Schließlich landete er bei Ques-I-ven Evaluation. Einer zu groß geratenen Pfandleihe, bei der die verzweifelteren Ex-Reichen ihr Tafelsilber verscherbelten. Dort schätzte er Antiquitäten, schrieb Gutachten über Dinge, die eigentlich in Museen gehörten und langweilte sich das Hirn aus den Ohren.

Und irgendwie reichte das Geld hinten und vorne nicht. Die Blonde Pussy fraß gierig jedes neue (oder nicht ganz so neue) Ersatzteil und lag immer noch stumm unter ihrer Plane, statt ihren Besitzer zwischen die Sterne zu tragen.

Ein Symbol. Für ein vergangenes Leben.

Lab lehnte sich auf der Couch zurück, klickte sich durch die Holokanäle, bis er beim 25-Hours-Porn-Channel landete. Twi’lek Schwestern in finanziellen Schwierigkeiten, die ihre Handwerkerrechnungen nicht bezahlen konnten. Jap, damit konnte er sich identifizieren. Er legte die Fernbedienung zur Seite, zog die halbleere Taschentuchschachtel zu sich und öffnete den Gürtel.

… und hätte sich fast selbst sehr weh getan, als es in diesem Moment vor der Tür seines Apartments einen Schlag gab, als würde jemand einen Rancor gegen die Wand schleudern. Allerdings einen Rancor mit Prothesen, denn es klang sehr metallisch.

Mit einem unterdrückten Fluch, warf er sich von der Couch, zog aus einem Haufen ungewaschener Kleidung sein Blastergewehr hervor und kontrollierte die Energiezelle, während er zur Tür robbte und lauschte.

Nichts mehr. Lab stand auf, drückte auf das Kontrollpanel und rollte sich seitlich neben den Türrahmen. Dass er mit offener Hose und in einem graugewaschenen Unterhemd nicht eben bedrohlich aussah, war ihm völlig egal.

Die Stille blieb. Nur ein leises, irgendwie fragend klingendes Zischen von draußen.

Na gut, was es auch war – Lab würde jetzt seinen Standpunkt klarmachen. Zu was auch immer. Vermutlich dazu, dass jemand Metall an seine Tür warf.

Den Finger am Abzug hechtete er durch die Türöffnung und richtete das Gewehr in Richtung des Zischens. Das … hinter einem zerstörten Skytrooper erklang … den offenbar jemand mit … einem schweren Gegenstand zermatscht hatte … und dieser Jemand kletterte nun auf das verbeulten Chassis des Droiden und wirkte extrem selbstzufrieden.

Lab fielen fast die Augen aus dem Kopf. „Du??! Wie … du bist … ich habe gesehen, wie … Verdammte Axt, du bist tot! Solltest tot … sein … Und wie hast du den Skytrooper kaputt bekommen .. der ist dreimal so groß wie du …“

Der maskierte Rächer (denn er trug ein fransiges Cape und eine Art selbstgemachte Augenbinde)  hielt ihm eine Tasche hin. Lab schlang sich das Gewehr über die Schulter und griff nach der Tasche. Sah hinein. Bekam große Augen. Credsticks. Viele. Credsticks. Der Rächer grinste, wozu seine Physiognomie sehr gut geeignet war und zeigte mit einem langen Finger durch das Apartment aus dem Fenster auf die Blonde Pussy.

Das war natürlich klar.

Lab erwiderte das Grinsen. „Yeah Baby, wir sind wieder im Geschäft!“

….

Jetzt. Der Punkt, den wir als „heute“ betrachten, während wir von der Vergangenheit in die Zukunft rasen.

Der zakuulanische Frachter schoss tief genug über die Dächer der Wolkenkratzer, um ein, zwei Antennen mitzunehmen. Hinter ihm ein ganzes Rudel Hutt-Sec Patrouillenschiffe. Und ein paar Air Turrets der Zakuulaner. Aus der offenen Frachtrampe der Blonde Pussy hing an einem Arm der maskierte Rächer und warf mit dem anderen sehr gezielt Schrott nach den Verfolgern. Eine armlange Verbindungsstrebe wurde in die Turbine eines Patrouillenschiffes gezogen und das Schiff wurde ruckartig langsamer, drehte sich unkontrolliert, während fettiger Rauch aus dem Antrieb drang. Der Rächer heulte triumphierend.

Vom Cockpit her brüllte Captain Lab „Lass den Scheiß! Mach die Tür zu, ich will hier weg!“

Ques-I-ven Evaluations hatten seine Kündigung heute nicht wirklich gelassen entgegen genommen. Was auch damit zusammenhängen mochte, dass er im Zuge seines Abgangs eine Kiste Artefakte mitgenommen hatte. Aber die verletzten Gefühle seiner ehemaligen Arbeitgeber kümmerten Lab nicht mehr. Das Schiff war besser als neu, sie hatten die Beute … die Galaxis stand ihnen offen!

Die Rampe schloss sich, der Frachter zog in einer viel zu schnellen und steilen Parabel in den Himmel, während der Computer den Sprung berechnete.

Wohin? Das war erst einmal nicht wichtig.

Lab lachte.

  1. KendrickMcMillan
    20. April 2016 um 8:28 am

    Verdammte Zakuulaner. Seit diese Typen aufgetaucht sind, mit ihren Blechdosen und den im Gold gehüllten Dosenfleisch…ähm Ritter…. ist echt nichts mehr wie es mal war.
    Alles nimmt man einem weg und man darf nicht mal was sagen, dann drohen die damit ganze Planeten zu vernichten……auf der anderen Seite……für Kopfgeldjäger gibt’s mehr den jeh zu tun *händereib und credits zähl*

    • 20. April 2016 um 8:38 am

      Ach, Kopfgeldjäger …
      Als Mando’ad ist man derzeit im offenen Krieg mit dem Eternal Empire (wann kommt endlich das Mandalorianer-Kapitel, Bioware? Shae Vizla für den Gewinn!), die Unterwelt hat auch nichts mit den Zakuulanern am Hut, will ihnen im Gegenteil das Wasser abgraben (siehe Brief von Hylo Visz, wenn Du Level 10 mit ihr erreicht hast) und nur das Sith Empire und die Resterepublik springen noch fröhlich im Kreis und sich gegenseitig an die Kehle.
      Irgendwie haben es „die Neutralen“ viel früher kapiert.😀

  2. KendrickMcMillan
    20. April 2016 um 11:09 am

    Natürlich habe die neutralen es viel früher kapiert…… dort sind ja auch meistens die Leute, die wissen wie man gut Geld machen kann. Zakuulritter in Karbonit, sind bei den Hutten, zum Beispiel, voll der Renner, da zahlen die richtig Asche für die einfache Ausführung, (die teurere mit den Schmatzkovski Kristallen kosten natürlich doppelt *ggg*) und dann die vielen tollen Welten, die von den Zakuulanern eingeebnet wurden, hey, Selbstbedienung wie im Supermarkt….. bei Technikteilen sollte man aber schneller sein als die Jawas, es sei denn man hat selber welche unter Vertrag.

    Ja, den Brief hab ich erhalten, man bekommt ja von allen vieren einen netten Brief ab LvL10.
    Bin mal gespannt, was alles kommt……im Chat jammern se ja alle das sie endlich ihre heißgeliebte Vette wieder haben wollen……. versteh ich nicht. Es geht nichts über Xalek, der meckert wenigsten nicht, wenn einem „versehentlich“ das Lichtschwert ausrutscht und 10 unschuldige sterben.

    • 20. April 2016 um 11:41 am

      Ne, gegen Xalek hat ja selbst Brotschimmel eine ausgeprägte Persönlichkeit und ausgearbeitete Backstory.😀
      Den fand ich schon immer lahm. Vette hat eine gute Entwicklung und ist interessanter in Kommentar und Umgang.
      Ich heule trotzdem mehr nach Torian. Ich will mein mandalorianisches Boytoy zurück!
      Oder Quinn. Der ist mal komplex! Kapieren die meisten, die sich nicht die Mühe machen, nach den Ursachen des „Quinncident“ zu suchen (zuhören reicht schon) aber nicht.
      Naja, ich habe Blizz, Dr. Lokin und den Cheerleader of Darkness. Dazu noch Theron (ich steh auf seine Stimme!) und ich bin zufrieden.

  3. KendrickMcMillan
    20. April 2016 um 12:11 pm

    Na, dann hast du den QO Attentäterdroiden Gefährten noch nicht kennen gelernt, der spricht nicht mal….. Darth Marr als Gefährten, das würde mir sehr gefallen…….
    Bei fast allen Chars ist der erste Gefährte auch der, den die bis zum Ende behalten, der Rest ist für mich nur blubberndes Bollwerk.
    Was Theron angeht, jau, der hat ne coole Stimme und mein Frontsoldat, der hatte auch schon seinen Spaß mit dem …. fährt voll auf den ab….sehr zum Leidwesen von Lana *muahahahaha*

    • 20. April 2016 um 12:21 pm

      Den Kartellmarkt-Assassindroid habe ich tatsächlich nicht. Ich habe ihn zwar aus einem Paket gezogen, horte ihn aber, um ihn im Falle eines Kelldrachen-Companions sofort zu Geld zu machen, damit ich mir das Tierchen leisten kann.
      Prinzipiell mag ich die ruhigen Kartellmarktcompanions aber. Akk-Dog, Nexu und die Killerdrohne habe ich im Einsatz.

  1. No trackbacks yet.
Kommentare sind geschlossen.
%d Bloggern gefällt das: