Startseite > In Character, Star Wars - the old Republic > Die Wege des Rächers, Teil 1 – A Bitch Ain´t One.

Die Wege des Rächers, Teil 1 – A Bitch Ain´t One.

21. April 2016

Zwei Drittel waren gut – aber bei weitem nicht gut genug. Die Zeit für halbe Sachen war vorbei. Und wie immer blieb alles an ihm hängen. Er musste das Schicksal mit sanfter Gewalt dazu bringen, sich zu seinen Gunsten zu neigen.

Glücklicherweise war das Schwerste schon vollbracht. Der Rest sollte zu schaffen sein.

Aber dazu brauchte es anscheinend mehr Material. Dass Menschen so schwer von Begriff sein konnten, wollte ihm nicht in den Kopf. Er hatte nun wirklich alle nötigen Hinweise auf möglichst diskrete Art (man konnte schließlich nie sicher sein, wer noch mitlas) an die Frau gebracht. Aber noch keine Reaktion.

Dass sie jetzt auf diesem staubigen Felsen festsaßen half natürlich auch nicht. Ach, warum waren alle immer nur so furchtbar kompliziert?

Er seufzte und sprang in Richtung des schon nach kürzester Zeit völlig vollgerümpelten Schlafraums. Auch das ein ewiges Problem. Ordnung halten. Wieso landete getragene Kleidung mit chirurgischer Präzision direkt auf dem Boden? Wieso schafften es leere Flaschen und abgegessene Pappteller nicht, ihren Weg in den Müll zu finden? Unverständlich.

Er wühlte in den Dünen aus Hosen und Hemden und fand schließlich, was er gesucht hatte. Holorecorder. Nicht das neueste Modell dafür ohne direkten Standortuplink. Das war wichtig. Damit man später seine eigenen Koordinaten hübsch ins Bild verschlüsseln konnte und ihr etwas zu rätseln gab.

Was sie aber zweifellos lösen können würde. Dann käme sie und alles wäre wieder so, wie es sein sollte. Aber dazu brauchte es erst einmal etwas Kooperation.

Er schnappte sich den Recorder und stellte ihn mit ein paar geschickten Fingerbewegungen auf Einzelbildaufnahme. Dann schlich er in Richtung der Nasszelle, von wo her Plätschern und eine eher unmusikalisch vorgetragene Version des derzeitigen Nummer eins Hits „My heart longs for a bothian woman“ verrieten, dass sein Opfer sich ahnungslos der Körperreinigung hingab. Sehr gut. Genau da, wo er ihn haben wollte. Das konnte praktisch nicht schief gehen.

Nun ganz ruhig. Er drückte den Knopf, die Tür glitt zur Seite. Sein Opfer war weiterhin ahnungslos hinter dem Duschvorhang. Gut, sehr gut. Eine natürliche, ungestellte Wirkung half der Botschaft immens. Er schlich sich an. Ein Schritt noch … sich vorbeugen, die Kamera im Anschlag. Nicht zu viel Zeit lassen, da sonst die Linse beschlagen konnte … ein Griff nach dem Vorhang … und … zur Seite reißen, Zielen, Abdrücken. Perfekt!

Und dann flüchten. Er hatte nicht viel Zeit.

Die Schrecksekunde. Dann ein „Was zum …?! Verdammtes Mistvieh, was soll der Scheiß!!?“ Ja, ziemlich genau eine Sekunde.

Er schoss um die Ecke in Richtung des Laderaums. Hinter ihm polterte es und ein sehr lästerlicher Fluch zeigte, dass sein Opfer sich mit Seife und Wasser recht unsanft auf´s Maul gelegt hatte. Dann Schritte. Schnelle Schritte.

Nun, nicht schlimm, sein Vorsprung war komfortabel und wenn er erst einmal aus dem Schiff war, konnte ihm nichts mehr passieren. Er drückte die Kamera an sich, hechtete durch das sich öffnende Schott und raste dann vom Schiff weg hin zu den Felsen. Erklomm sie mit der üblichen Geschwindigkeit und machte es sich dann auf einem kleinen Vorsprung in etwa fünf Metern Höhe bequem.

Sein Opfer folgte ihm, griff mit einer Hand an den Schottrahmen, um die Kurve zu bekommen, die andere Hand hielt ein Anstandshandtuch am Platz. Obwohl im Umkreis von zwanzig Klicks niemand lebte.

Er sah hochmütig nach unten, gönnte sich ein überhebliches Grinsen. Es war doch alles nur zu ihrer aller Bestem. Dass das niemand einsehen konnte.

Er bekam einen sehr, sehr finsteren Blick, eine halbgare Drohung „Mach das noch einmal, und du landest im Eintopf!“ und dann war er wieder allein und konnte sich der Fortführung seines Planes widmen.

Ein paar einfache Verschlüsselungen, dann war das Bild auf dem Weg. Zu ihr. Der, die hier fehlte, um das Leben wieder wie damals und damit perfekt zu machen. Die beiden, ein Schiff, Kriminalität. Und er.

Er war sich sicher, dass es funktionieren würde. Sein ausgiebiger Holonet-Konsum hatte ihn gelehrt, dass menschliche Frauen nichts so sehr schätzten, wie Bilder der Fortpflanzungsorgane ihres Männchens. Bei seiner Spezies lief das anders. Aber er bezweifelte, dass er Lab dazu bringen könnte, Illjana mit Obst und Kleintieren zu bewerfen. Also musste das Bild reichen.

Es würde sie anlocken. Ganz sicher.

Bonzo, der maskierte Rächer von Nar Shaddaa, Teilzeithaustier eines Mirialaners und wie alle Echsenaffen deutlich intelligenter, als der Rest der Galaxis gemeinhin annahm, drückte auf „senden“.

Schlagwörter: , ,
%d Bloggern gefällt das: