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Die unglaublichen Abenteuer und extraordinairen Reisen des verwegenen Piraten Lab. Teil 14 – Gegen die Sonnen schauen

11. Mai 2016

Es war nicht so, dass hier ständige Geschäftigkeit herrschen würde. Es war mehr ein allgemeines Warten, gefüllt mit gelegentlichem Kommen und Gehen. Einerseits war ihm das recht, da er noch ein wenig Ruhe brauchte, um die Schäden der Flucht von Nar Shaddaa auszubessern, andererseits war es etwas enttäuschend. Er war Romantiker und hatte als solcher ziemlich genaue Vorstellungen, wie eine heroische Rebellion ablaufen sollte. Und ein Haufen Mandalorianer, die anscheinend alle ihre Aufgaben hatten und diese gewissenhaft (soweit er es beurteilen konnte) erfüllten, war so unglaublich … normal, dass es nicht einmal im Ansatz an Romantik kratzte.

Aber er würde sich nicht beschweren. Immerhin duldeten sie ihn hier und halfen sogar mit ein paar Ersatzteilen. Also – keine Beschwerden darüber. Andererseits gab es das bestimmt nicht umsonst. Der halbwüchsige Mandalorianer, dem damals im Krankenhaus nur zu deutlich gedämmert hatte, dass er Lab nun einen Gefallen schuldete, als der Illjana den Ortungschip entfernt hatte, mochte dafür gesorgt haben, dass Lab sich nun in der Peripherie der Basis herumtreiben durfte – aber auf Dauer war das keine Garantie für irgendwas.

Und das Klima half auch nicht. Außer natürlich, dass man deswegen optimal untertauchen konnte. Niemand kam freiwillig nach Tatooine. Und niemand kam freiwillig genau hierher. Eine Basis mitten im Nirgendwo des Nirgendwos. Halb in den sonnengebissenen Fels vergraben und bevölkert nicht nur von Mandalorianern, sondern auch immer wieder von Freelancern am Rande der Legalität, die mit den Rebellen Handel trieben oder sich irgend etwas erhofften.

Lab legte sich auf der Matte zurück, justierte die Sonnenbrille und sah hinüber zur Blonde Pussy, die auf dem kleinen, abseits gelegenen Landungspad saß und herausstach wie ein blau geschlagener Daumen. Nach fünf Jahren Krieg waren die Schiffe der Mandalorianer auch nicht mehr das Neueste vom Neuen, frisch von Mandal Motors. In den Hangars und außerhalb sammelten sich umgebaute Frachter, gammelige Patrouillenschiffe, Fähren mit nachlässig übersprühten imperialen Hoheitszeichen und ein paar Bomber, die eindeutig republikanischen Ursprungs waren. Aber sein Schiff war das einzige im glatten Design der zakuulanischen Flotte. Auch das hatte dazu beigetragen, dass sie ihn hier duldeten. Als er sich identifiziert und die Flaks sich von ihm weggedreht hatten, hatten sich etliche der Basisbewohner am Landepad versammelt und lachend und mit Daumen-hoch gezeigt, wie amüsant sie es fanden, dass jemand die Eier hatte, den Zakuulanern nicht nur ein Schiff zu klauen, sondern es auch noch zu behalten. Mandalorianer schätzten solchen Bravado. Wenigstens ein wenig heroische Romantik inmitten der staubsatten Wüste.

Jenseits des zweikantigen Schattens des großen Schirms, unter dem Lab sein Lager aufgeschlagen hatte – in Gesellschaft einer Halde für ausgeschlachtete Skytrooper, die Mandalorianer ließen nichts verkommen – witschte ein weiterer Schatten über den Sand. Das Jaulen der Triebwerke machte ein paar hustende Aussetzer. Lab sah auf und seufzte. Er kannte dieses sehr spezielle, ziemlich altersschwache Turbinengeräusch. Da waren sie wieder. Das bedeutete, dass sie bald herkommen würden. Da sie aus irgend einem Grund dachten, einerseits für ihn verantwortlich zu sein und andererseits wohl einfach mit jemandem reden wollten, der mehr Geduld hatte, als so ein durchschnittlicher erwachsener Mandalorianer, der ihnen wahrscheinlich einfach ein paar aufs Maul gab, wenn sie ihn (oder sie) zu sehr nervten.

Nicht, dass Lab mehr Geduld gehabt hätte (obwohl … vermutlich doch) – aber erstens hatte er deutliche Vorstellungen über seine Chancen, wenn er die „aufs Maul“-Variante wählen würde und zweitens war es immer wieder erfrischend auf Leute zu treffen, die mit Sarkasmus nicht das geringste anfangen konnten.

Der Echsenaffe hatte das Schiff ebenfalls bemerkt. Mit einem missmutigen Lachen schnappte er sich die Holocam und schleifte sie über den Sand davon in Richtung der Felsen. Lab hatte keine Ahnung, warum der Affe in letzter Zeit ständig mit diesem Ding herumzog. Vermutlich legte er ein Fotoalbum für seine Familie an. Die nächste halbe Stunde würde er Lab aber nicht damit nerven. Der Affe hasste den großen, ständig sabbernden Akk-Hund, den die beiden Mandalorianerbuben immer im Schlepp hatten und der in Echsenaffen eine Art plötzliches Himmelsgeschenk-Kebab sah.

Tatsächlich dauerte es keine zwanzig Minuten, bis Lab irgendwo hinter seinem kleinen Sonnenzelt die übliche „… und dann hab ich gesagt …“ – „Echt jetzt!?! Ich hätt` gesagt …“ – „Ne, da sag ich also..“ -Konversation vernahm. Einzig ungewohnt war ein metallisches Klackern und ein Wischen, als würden sie etwas hinter sich herziehen. Lab war zu faul, sich umzudrehen. Er würde gleich erfahren, was sie dabei hatten.

Er öffnete die Augen, als die beiden Schatten endgültig zwischen ihn und die Sonnen gerieten. Entgegen aller Wahrscheinlichkeit auf Bikini-Ladies zu hoffen hatte nichts gebracht. Statt dessen zwei spätpubertierende Mandalorianer mit schwarz-orangen Rüstungen, die Helme unter den Arm geklemmt. Ein braunhaariger Mensch und ein schwarzhaariger Zabrak. (Nicht zu vergessen ein hummerroter Akk-Hund)

Der Zabrak hatte eine riesige, nachlässig gefaltete Plane und Teleskopstangen dabei. Der Mensch trug eine offene Tasche, aus der Sprühdosen ragten. Beide grinsten wie irre.

Lab richtete sich auf, kniff misstrauisch die Augen zusammen. „Guten Tag … was kann ich für euch tun, an diesem überraschend sonnigen Nachmittag?“

Noch breiteres Grinsen, sich-mit-den-Ellbogen-Angestupse. „Also, wir war´n ´n büsschen unterwegs. Un´ dann war da das Arts-Centre auf…“ – „So war´s nicht! Erzähl´ richtig, vod!“ – „Ey, wills´ du vielleicht …?“ – „Na sicher! Besser wie du!“

Eine kurze, freundliche Prügelei brach aus, die Lab nutzte, um aufzustehen und sich etwas zu trinken aus dem Schiff zu holen.

Als er wieder nach draußen kam, war alles wieder im Lot (wie immer) und der Zabrak hatte damit begonnen, Teile der Blonde Pussy mit der Plane vor Flugsand und Staub zu schützen, während der Mensch schon eine Atemmaske übergestreift und die Spraydosen nach Farbton geordnet aufgebaut hatte.

Lab schwante Übles. „Moment, was soll denn das werden?“

Wieder strahlendes Grinsen. Man traf selten fröhlichere Wesen als entschlossene Mandalorianer. „Na, wir schenken dir ´ne richtige Noseart! Den Namen haste nämlich echt voll scheiße aufgemalt. Nix für ungut; is halt so.“ Energisches Schütteln der Farbe.

Lab wusste, wann Widerstand sinnvoll war und wann er einfach nur zu viel Energie kostete. Und da er das Schiff der beiden kannte, hatte er zumindest Hoffnung, dass alles ganz gut ausgehen würde. Er setzte die Simulation eines dankbaren Lächelns auf. „Großartig. Ja, das klingt großartig. Ich freue mich auf das Ergebnis.“ – „Dachten wir uns schon. Also, auf geht´s. Hey, Garrm … wie viele Beine hatte Illjana nochmal …?“ Wieherndes Gelächter, während Lab das Gesicht in den Händen vergrub.

Die Sonnen brannten unbeeindruckt Löcher in den Sand.

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OOC: Zwar hatte ich in letzter Zeit mehr RP mit Ghurab als mit Lab – aber erstens wird sich das heute ändern und zweitens habe ich Hoffnung, noch jemanden für Labs Crew gewinnen zu können, der gern Piraten spielt. Das war ein so deutlicher Hinweis, dass man mit diesem Zaunpfahl Mammuts einpferchen könnte. Wie gesagt – Hoffnung.

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