Startseite > In Character, Out Of Character, Star Wars - the old Republic > Captain Lab – Nebenschauplätze, Teil 1

Captain Lab – Nebenschauplätze, Teil 1

20. Mai 2016

Der Affe hatte es sich angewöhnt, auf elektronische Kommunikation in jeder Form geradezu enthusiastisch zu reagieren. Lab konnte sich nicht vorstellen, woher dieser bizarre Fetisch kam – aber er hatte ja auch mehrere Jahre lang nicht mitbekommen, wo das Vieh sich herumtrieb, so dass von einem Job bei einer Telekommunikationsfirma bis zum Betrieb eines Piratenholonetsenders für Echsenaffen alles drin war.

Sei es wie es sei – der putzige Mitbewohner war ein Holo-Junkie der Extraklasse und Lab bekam es zu spüren.

Wie zum Beispiel genau jetzt.

Die Nacht war kurz gewesen. Nach der Kontaktaufnahme mit dem Fälscher auf Rishi hatten Illjana und Lab sich noch einen illegalen Ringkampf angesehen, darauf gewettet, beide gedacht, dass ihr jeweiliger Champion verlieren würde und sich deshalb lieber aus dem Staub gemacht, um den Rest des Abends produktiver (nein, dieses Wort war ungünstig. Alles bloß nicht produktiv!) im Bett (nicht im Bett. Das Mobiliar, die Navkonsole, der Pilotensessel, die Cargobay des neuen Schiffes mussten … eingeweiht werden) zu verbringen.

So etwas brauchte Zeit und Hingabe, so dass sie erst zum Schlafen gekommen waren, als sich die Sonne orangerot über die Spitzen der Bäume getastet hatte und die Vögel im Dschungel angefangen hatten zu kreischen.

Weshalb Lab absolut kein Problem damit hatte, das Piepen des Holocoms völlig zu ignorieren. Sich einfach wieder umdrehte, „Schlaf weiter“ in Illjanas verwuschelten Schopf murmelte und genau das zu tun gedachte.

Er hatte die Rechnung ohne den Kommunikationstrieb des Affen gemacht.

Das Piepen setzte sich fort. Kam dann erstaunlicherweise näher und verstummte erst, als es gefühlt nur noch einen Meter von Labs Ohr entfernt war. Der Mirialaner rollte sich auf den Rücken, starrte zur Decke. Drehte dann den Kopf zur Seite, nur um sich fast Nase an … Nase, Schnabel? … mit dem Echsenaffen zu finden, der das Com bis zu ihm geschleppt hatte und nun vorwurfsvoll starrte, weil er den Anruf verpasst hatte.

„Oh, dann gib´s eben her, verdammte Kacke!“ Lab setzte sich auf, riss dem Affen den flachen Zylinder aus den Spinnenfingern.

Hinter ihm machte Illjana „Wrrrss?“ und drehte sich ebenfalls um. Unter normalen Umständen hätte Lab an ihrem bekleidungsfreien Anblick mehr Freude gehabt aber gerade war er übernächtigt und den Launen seines Haustiers/Investors/Mitbewohners ausgesetzt.

„Irgendein Anruf, Baby. Ich seh´s mir an, bevor der Affe hohldreht.“

Illjana zog das dünne Betttuch um sich und richtete sich halb auf. Offenbar noch jemand, der daran interessiert war, wer eine Nachricht hinterlassen hatte.

Lab seufzte, sah zur Decke als würden die Sterne ihm Seelenfrieden gewähren können und drückte auf den Wiedergabe-Knopf.

Flackernd baute sich das androgyne Gesicht eines Rattatakis auf – die wild geschminkten Züge wirkten in dem einheitlichen Blau der Übertragung fast elegant zurückhaltend, aber das sich entfaltende sardonische Grinsen zerstörte den Eindruck sofort.

„Hallo Frood,

Du sagtest dass ich mich melden sollte wenn ich Lust auf einen Coup habe und…“ – das Grinsen wurde noch ein wenig breiter und es blitzten geschnitzte, mit komplexen archaischen Mustern bedeckte Eckzähne auf – „Voilà, ich könnte ein paar Credits brauchen. Meld dich wenn du wieder etwas Sprengkraft in deinem Leben brauchst und was Lohnendes zum knacken hast.“
Der melodische Singsang verstummte kurz und die Rattataki blickte ernst in die Kamera. „Es wäre äußerst praktisch wenn Du mich auf Alderaan abholen könntest, ich hänge hier ein wenig auf dem Trockenem, seit mein Schiff“ – sie pausierte kurz und nach einem betont unschuldigen Augenaufschlag war das breite Grinsen wieder da – „unvorhergesehen explodierte als es vom Wachdienst untersucht wurde. Und wenn man offiziell Hackfleisch ist, ist es mit dem Buchen einer Passage schwieriger als gedacht… diese verdammte Bürokratie bringt uns alle noch um.“

Fröhlich zauberte sie einen Metallbarren hervor und wedelte damit herum. „Ich bezahl dich natürlich für den Extraservice, Lab. Trex bleibt nie etwas schuldig!“

Die blau schimmernde Gestalt beugte sich etwas vor und die Übertragung endet.

Oha. Das war dann doch interessant. Trex! Das war jetzt sicher acht Jahre her … Aber dass die Rattataki in Schwierigkeiten steckte war nicht ganz so überraschend. Als die Botschaft mit dem fröhlichen Geständnis, nun „tot zu sein“ und deshalb nur schwer von Alderaan wegzukommen endete, stupste Illjana Lab in die Rippen. „Wer ist das denn?“

„Kennst du nicht. Aus meiner Zeit bei den Blue Fire. Du weißt schon, damals, nachdem du mich so nett ans Bett gefesselt und verlassen hast …“ – „Sei nicht so nachtragend, das steht dir nicht.“

Lab fuhr einfach fort „… und bevor du mir den Kristall geklaut hast.“

Illjana pustete sich eine Haarsträhne aus der Stirn. „Du hättest ganz genau das selbe getan, mein armes, verletztes Rehlein. Also halt den Ball flach.“

Lab grinste. „Jap, hätte ich.“ – „Also, was tun wir?“ – „Bei diesem Fälscher meine Papiere in Auftrag geben und dann diese sehr sprengfreudige Lady abholen. Auf Alderaan langweilt sie sich vermutlich nicht all zu sehr – Bürgerkriege sind schon ihr Ding – aber wir können sie gebrauchen. Sie arbeitet nicht nur im großen Stil, sondern kann auch verdammt präzise, wenn sie muss. Als was wir sie deinen Imperialen verkaufen, überlasse ich deiner überbordenden Kreativität. Mach sie zu meiner Assistentin oder so. Oder zur Tragesklavin für schwere Ausrüstung. Sklaven sind im Imperium doch das große Ding für den Mann und die Frau von Welt. Obwohl … das könnte schwer ins Auge gehen. Besser nicht, ich hänge so sehr an meinen Körperteilen. Ach, dir fällt etwas ein.“

Lab ignorierte Illjanas leises Kichern und Augenrollen (ihre Hand, die unter der Bettdecke langsam in Richtung seiner Körpermitte wanderte war etwas schwieriger) und tippte Trex‘  Kennung. „Grüße, hochwerte Madame! Ich würde niemals eine Damsell in Schwierigkeiten stecken lassen, das weißt du! Also – hier der Deal. Wir …“ ein kurzer Schwenk der Kamera zu Illjana und zum Echsenaffen, der sich aus herumgeworfener Kleidung gerade auf dem Spind ein Nest baute „… kommen in einer Woche und holen dich ab. Vorher geht nicht, verwaltungstechnische Kleinstprobleme. Dann hast du die einzigartige Möglichkeit, dir die Eckdaten eines längerfristigen Jobs anzuhören. Keine Heizdecken, kein Kaufzwang, alles eine sichere Sache. Bis dahin wünsche ich dir einen formidablen Kurzurlaub auf Alderaan, genieße die gute Luft. Ich muss Schluss machen, ich habe hier … Dinge, die meine komplette Aufmerksamkeit verlangen. Harte … Verhandlungen und so. Wir sehen uns!“

Lab warf das Holocom nach dem Affen, der sensibel – oder beleidigt – genug war um zu verstehen, wann seine Anwesenheit zuviel des Guten war.

Harte Verhandlungen, in der Tat.

—————

OOC: Man möge mir verzeihen, dass ich Trex‘  Holobotschaft nicht ausführe – aber ich habe sie per Skype bekommen und weiß nicht, ob es Trex‘  Spielerin recht ist, wenn ich das hier kopiere.

Edit: Text von Trex eingefügt.

Schlagwörter: , , ,
  1. Sarah
    20. Mai 2016 um 10:27 am

    Pack’s rein – Antwort kommt heute abend.

    • 20. Mai 2016 um 10:30 am

      Kann ich auch erst heute abend ändern.🙂

  1. No trackbacks yet.
Kommentare sind geschlossen.
%d Bloggern gefällt das: