Tempi passati

16. Juni 2016
Portrait_Duke_sw

Ein NSC aus der Werewolf-Runde. Silver Fang Ahroun mit einem wüsten Skandal in der Vergangenheit. Insert-uralter-normannischer-Adelsname-here.

Gestern wollten wir eigentlich die Ankunft der Piratencrew auf der Voidwalker spielen. Da aber leider kein Sith da war, dem man die Artefakte hätte zeigen können, haben wir es verschoben. Statt dessen habe ich mich mit Mashia im Skype in Nostalgie ergangen. Es ergab sich einfach, frühere RP-Höhepunkte noch einmal Revue passieren zu lassen. Immerhin kennen wir uns da ja auch schon ein paar Jahre.

Angefangen bei unseren Charakteren im Brundisium-Gladiatoren-RP (der Mord an Faba und die fast-Verwicklung meines Murmillo darin … die Arenakämpfe … die Angriffe auf den Ludus Corvinius …), bis hin zu den amüsanten Erlebnissen der Aequitas-Crew. Der berühmte „Laesios Penis“-Zwischenfall im Badehaus von Port Kar, die Ersäufung der She-Urt, Ingulas Attacken auf stressige Sklavinnen („does he look like a bitch??!!“) … tja, gab schon einige feine Dinge.

Zum Glück bleibt einem ja auch nur das wirklich Gute in Erinnerung. Die ganzen fellbehängten Knallchargen auf Durchreise sind im gnädigen Nebel des Vergessens versumpft.

Es scheint, als hätte in Second Life endgültig die Seuche des Vergangenheits-Para-Emotens gesiegt. Nichts gegen Para – wenn es sinnvoll verwendet wird. Eine Gedichtinterpretation über den morgendlichen Stuhlgang des Emotenden samt Bezugsetzung zu Kindheitstraumata hat in einem Emote nichts verloren. Erstens ist es schlechter Stil und zweitens haben die so Herumschwurbelnden meistens auch die Eloquenz und den aktiven Wortschatz eines Regenwurms. Und Vergangenheit hat in einer gerade stattfindenden Aktion auch nichts zu suchen, das ist schlicht hirnrissig. Das Argument „aber das liest sich viel schöner“ zieht nicht im Geringsten, wenn der Inhalt weiterhin Rosamunde-Pilcher-Kacke im Grundschulduktus ist.

Aber gegen diese Windmühlen bin ich schon vor fünf Jahren angeritten und gescheitert.

Second Life bietet immer bessere, schönere und vielseitigere Möglichkeiten für RP-Settings ohne die ganzen technischen und moralischen Beschränkungen der kommerziellen MMOs (ja, auch SL ist Kommerz – aber es ist konsequent „adult“ und von daher ist dort alles schmerzfrei). Aber so lange der Viewer in jeder Inkarnation nur nach langer Einarbeitung bedienbar ist und so lange die User immer noch alles mit unergonomisch riesigen Texturen und zu detaillierten Meshes vollkleistern und damit Lag vom Feinsten produzieren (lest Pennys Blog und lernt, ihr Pflaumen!), wird SL immer weiter in der Nische versinken. Das verschenkte Potential ist einfach schade.

Second Life wird immer mein Lieblings-RP-MMO bleiben. Aber ohne die passenden Mitspieler bleibt es bei der Post-Überschrift … tempi passati.

Heute werde ich eventuell mal sehen, was es in TESO im Crime-RP zu tun gibt. Ich habe zumindest eine Verabredung in diese Richtung. Auch weiterhin in der Gestaltung natürlich viel enger gesteckt als Second Life … aber im Gegensatz dazu wenigstens mit einer ausreichend großen Mitspielermenge.

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