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Die Ebene. Nicht New York.

12. August 2016

Während in New York Sigurson mit seiner Munitionstasche zurück zu der schäbigen Pension schlenderte, in der er untergekommen war, und noch erwog, einen weiteren Abendspaziergang zum Hudson zu machen – nur um eventuell ein wenig belanglosen Ärger zu suchen.

Während in den Hamptons Jamie damit beschäftigt war, Wings of Ether menschliche Umgangsformen nahezubringen – und nicht sicher war, ob der Satyr ihn nicht die ganze Zeit nur auf den Arm nahm.

Während der Großstadtschamane, der sich im Moment Red nannte, an einem Fetisch arbeitete, was hier in der Nähe des Caerns auf der Insel erstaunlich leicht von der Hand ging.

Gab es noch andere Dinge … Orte …

Ein sanfter Wind flüsterte von Nordwesten her über die Ebene. Hob ein paar Papierfetzen auf, spielte damit und legte sie wieder ab, als hätte er vergessen, was er damit tun wollte.

Der Zustand bemühte sich, ein Bewusstsein zu werden. Denn er spürte zwar nicht den Wind und konnte auch nicht sagen, ob über der mit Kratern bestäubten Ebene eine Sonne schien, weil er vergessen hatte, was eine Sonne war … aber er fühlte deutlich, dass seine Arbeit Früchte getragen hatte. Die winzige Veränderung, zu der er fähig gewesen war, diese wenigen Moleküle, die er zu seinen Gunsten manipuliert hatte, waren an den richtigen Platz gefallen. Hatten das in Bewegung gesetzt, was nun auf den Punkt zu lief, den der Zustand nutzen wollte.

Jahrhunderte? Äonen? Minuten? Nein, nicht Minuten. Der Zustand nahm zusammen, was er als ich zu betrachten begann. Er war ich. Er war Bewusstsein.

Ab jetzt spürte er das Vergehen der Zeit. Entwickelte ein Gefühl dafür, dass er wartete.

Und er mochte es nicht, zu warten.

Seine Figuren waren dabei, ihre Plätze einzunehmen. Bis dahin konnte er nichts mehr tun und das machte ihn … ärgerlich. Ja, er fühlte. Gut! Er wurde stärker.

Er wirbelte über die Ebene, tauchte in die Schatten der großen Steine. Griff nach Sandkörnern, denn er wollte wieder lernen, zu berühren.

Nach einer Stunde … Minute? Nein, nicht Minute. Hatte er das Blatt eines trockenen Farns einen Millimeter zur Seite geschoben. Zufriedenheit breitete sich in ihm aus.

Aber es war nicht genug. Er musste noch viel stärker werden. Durfte sich nicht nur darauf verlassen, das Immaterielle manipulieren zu können.

Er musste trainieren.

Zum Glück war die Ebene dazu sehr gut geeignet.


OOC: Den Plot zu entwickeln, Dinge dafür zu schreiben. Das ist die Art von Kreativität, die mir bei RPs am meisten gibt. Und das alles auch noch in einem Tempo, das es mir erlaubt, nachzudenken. Nicht zu schnell. Nicht zu hektisch. Spannung kommt nicht aus dem Hals-über-Kopf.

Und ja, die Wüste ist Geschichte. Wurde zu Gunsten des dunklen Kraters abgerissen. Aber ist er nicht eine großartige Darstellerin schlimmen Unheils? Seht die düst´re Dame in rotem Samt, die große Primadonna. Sie hat wohl viel gelitten.

  1. Johanna
    12. August 2016 um 2:05 pm

    Eine mit Kratern bestäubte Ebene! Wow …
    Das muss ein riesiger „Zustand“ sein, der dann bestimmt auch ein riesiges „Bewusstsein“ wird.
    Klingt spannend!

    • 12. August 2016 um 6:41 pm

      Das ist das schöne am SL-RP. Man kann so richtig aus dem Vollen schöpfen und so riesig loslegen, wie man möchte.
      So lange man vorher mit den Mitspielern klärt, ob die Extraschippe Drama auch okay ist, natürlich.

  2. 12. August 2016 um 8:11 pm

    Hehe, ja, der „Zustand“ hört sich bereits jetzt dramatisch an, dabei hat er ja offenbar grad erst zu wachsen begonnen…🙂

    • 12. August 2016 um 8:32 pm

      Der Zustand ist noch in einem sehr labilen solchen.

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