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Auf dem Heimweg

8. Oktober 2016

Isar´s long way into the Umbra, Part 1
Er folgte dem Geruch. Pfannkuchen mit Erdbeermarmelade.

Für jeden war es anders, jeder hatte andere Wegzeichen. Für Isar war es eben dies. Zunächst ein entschlossener Schnitt durch den Schleier im herbstlichen kühlen Morgen der Einhorninsel. Ganz allein. Kein Abschied – darin war er nicht gut. Außerdem wäre er doch bald wieder zurück.

Kurz war er irritiert, da das nahe Umbra normalerweise eine direkte Abbildung der äußeren Welt war, er dieses Mal aber irgendwie direkt bis ins tiefe Umbra hindurchgefallen war. Eine Nachwirkung der Gefangenschaft bei diesem Technokraten? Oder war sein Taschenmesser – das Werkzeug, das er für die Übergänge benutzte – kaputt gegangen? Er beschloss, sobald er zu Hause angekommen wäre, mit seiner Stiefmutter darüber zu sprechen, die eine Expertin für diese netten Spielzeuge war.

Er stieg aus dem trockenen Brunnen und sah sich um. Die Landschaft wirkte farbfleckig und irgendwie trocken. Aber nicht bedrohlich. Dennoch unbekannt.

Isar´s long way into the Umbra, part 2Isar schloss die Augen, schnupperte. Drehte sich um sich selbst. Ah, dort. Ja, hier musste er entlang. Er erreichte das Ufer eines riesigen Binnensees und hüpfte über die Steine. Immer dem Bogen der Küste folgend. Summte leise vor sich hin. Das Lied, zu dem Jamie seine Aufwärmübungen machte.

Isar´s long way into the Umbra, part 3Kleine Tempel säumten die Steilküste aber außer ein paar Geistern begegnete er niemandem. Schließlich führte ihn der Geruch vom See weg, hinauf auf die zikadensummende Hochebene. Das trockene Gras knisterte unter seinen Stiefeln. Jamies Stiefeln. Isar blieb in menschlicher Form, denn er wollte noch eine Weile die Kleider des Magus tragen. Nur der rosa Kinderrucksack mit dem Fuchskopf, der ihm in New York so gut gefallen hatte, dass Jamie ihn ihm lachend gekauft hatte, gehörte dem Satyr. Und dieser Rucksack war vollgestopft mit weiterer Kleidung. Wegen des Geruchs. Mit viel Liebe aus Jamies Wäschehaufen geklaut und sorgfältig zusammengerollt.

Isar´s long way into the Umbra, part 4Menschlich bleiben … leichter gesagt als getan. Das tiefe Umbra zerrte an ihm. Zog ihm schließlich die Ohrenspitzen nach oben und die Hörner aus dem Schädel.

Er schnaufte und konzentrierte sich. Nein, noch keine Bocksbeine. Noch keine Flügel und noch kein Schweif. Er wollte die Kleidung anbehalten. Weil.

Isar´s long way into the Umbra, part 5Wieder nahm er Witterung auf.

Es konnte nicht mehr weit sein bis zum Hof der Satyre. Zwar kam ihm immer noch kein Merkmal der Landschaft bekannt vor – aber dies war das tiefe Umbra. Dort, wo er aufgewachsen war. Er wusste, wie es sich verhielt. Hier konnte er sich nicht verirren, die Wege lagen ihm im Blut.

Entschlossen schob er die Schultern nach vorn und marschierte wieder los.

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  1. 8. Oktober 2016 um 5:40 pm

    *haaach!* Jamie fragt mich „ist mein Böckchen nicht einfach nüddelich?“ Ja, Jamie. Isser.
    Jamie hat die Kleider noch nicht vermisst. Schnüffelt aber seinerseits ebenfalls. Am Kopfkissen. Weil.
    „Zur Einhorninsel hier entlang!“ Wow. Da ist sie wieder, die Liebe zum Detail!. Nur irrrrrgendwas sagt mir das das mit dem nicht verirren Können ein Trugschluss sein könnte……

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