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Between the sun and moon upon the shore

3. November 2016

Sigurson and the Wyrm

Das Geräusch weckte ihn und hörte einfach nicht auf. Blieb beharrlich und zog ihn nach und nach aus der gnädigen Dunkelheit der … Ohnmacht? Er war bewusstlos gewesen? Warum? Was war …? Oh. Ja. Das Wyrm. Der Kampf. Das … weiße Nichts.

Das Geräusch gab nicht auf, setzte nun auch noch Gewicht ein. Etwas sprang auf ihm herum. Und bellte.

Sigurson stöhnte und wollte sich zur Seite drehen. Aber das, was auf ihm bellte, ließ sich nicht abschütteln, sondern begann, in das Fell des Crinos zu beißen und daran zu zerren. Er war noch in Kampfform. Nun, warum auch nicht. Das weiße Licht hatte ihn schließlich erwischt, als er der Wyrmkreatur gerade diese seltsame Zahnreihe aus dem Gesicht gerissen und den Quallenblob damit hoffentlich getötet hatte.

Ein seltsamer Kampf. Und zwar nicht im Umbra. Das war nur all zu deutlich gewesen. Sie waren durch das nahe Umbra gefallen und … dahinter gelandet.

Sie. Mehrzahl. Genau – wo war der Magus? Sigurson hatte ihm am Caern aufgelauert. Doch bevor er ihn hatte angreifen können, hatte … etwas sie beide rückwärts durch den Schleier gezerrt und sie waren in einer Höhle voller nach Tod stinkender Geister gelandet, die nicht aussahen, als wollten sie nur über die Gesamtsituation sprechen.

Sigurson and the Wyrm

Sigurson öffnete nun doch die Augen und setzte sich auf. Zog die Glaive unter sich hervor, die sich ihm schmerzhaft in den Rücken gedrückt hatte. Der kleine schwarz-weiße Welpe, der ihm unter angestrengtem Knurren in die Mähne gebissen und daran gezerrt hatte, kullerte herunter. Sigurson fing das kleine Tier mit einer Pranke auf und betrachtete es.

Welpe. Aber kein Wolf (er wusste genau, wie Wolfswelpen aussahen). Könnte ein Husky sein. Zu schlank für einen Malamute. Aber die Ohren standen anders. Auf der anderen Seite – er war gerade nach einem Kampf mit mehreren Wyrmkreaturen und Plagengeistern in ein weißes Licht gezerrt worden. Ein maximal drei Monate altes Hündchen hatte beschlossen, einen vier Meter großen Crinos-Alptraum als seinen besten Freund zu betrachten … was machte es da noch aus, von welcher Rasse das entweder unglaublich dämliche oder unglaublich mutige Tier war?

Ein Gedanke keimte in Sigurson auf. Er hob den kleinen Hund auf Schnauzenhöhe. „Hey, Magus? Bist du das?“ Der Welpe begann frenetisch zu bellen und wand sich in Sigursons Griff. War das nun ein Ja oder ein Nein?

Egal wie, ändern würde er es sowieso nicht können. Erst einmal musste er sich sortieren. Bestandsaufnahme: Alle Gliedmaßen plus die Waffe vorhanden. Ein paar Wunden von der üblichen, hartnäckigen Sorte, die Wyrm hinterlassen konnte. Aber nichts Bedrohliches. Keine Stacheln oder Zähne in seinem Fleisch zurück geblieben. Das Quallenvieh hatte, wie es sich anfühlte, ein Stück Lebensenergie gefressen. Das hohle Gefühl in der Brust und die Blässe der Farben um ihn sprachen zumindest dafür. Das war unschön – aber nichts, was ein Ritual bei Winter nicht wieder hinbiegen würde. Alles vorhanden. Sogar noch mehr, wenn man den Welpen zählte, der jetzt ruhig war und ihn durchdringend mit seinen blauen Augen anstarrte. Blaue Augen. Sigurson grinste. „Ich werde dich Mini-Me nennen.“

Er richtete sich auf, den kleinen Hund immer noch auf der Pranke. Er hatte am Ufer eines Meeres gelegen. Die Luft war sommerlich warm und unbewegt, die Sonne stand, wo sie nicht stehen sollte. Seevögel glitten auf der Thermik und der Geruch wilden Thymians trieb von den staubigen Hügeln landeinwärts herunter. Sigurson neigte nicht oft dazu, aber diese Situation war zu absurd, um es nicht zu tun (er war Ragabash, er lebte für absurde Situationen). „In the afternoon they came unto a land in which it seemed always afternoon.“, deklamierte er für den Welpen. Der ein Ohr aufstellte und ihn verwirrt und ein wenig zornig ansah. Nun, Mini-Me hatte recht. Tennyson half hier gerade wirklich nicht weiter.

Sigurson schüttelte sich, witterte. Nichts, was auf Menschen oder eine andere Zivilisation hindeutete. Dass sie nicht auf der irdischen Seite des Schleiers waren, war offensichtlich. Immer noch im tiefen Umbra.

Was bedeutete, dass er jemanden finden musste, der ihm einen Pfad nach draußen öffnete. Denn die Wahrscheinlichkeit, den Weg selbst zu finden, war verschwindend gering. Trotzdem war er nicht all zu besorgt. Er konnte Geister jagen und fressen und früher oder später würde er auf irgend einen Bewohner stoßen. Bevorzugt keinen feindlichen – aber man konnte es sich nicht aussuchen.

Er barg den Welpen in seiner Armbeuge und begann, den Strand entlangzutraben.

Die Wellen leckten die Spuren des großen Wolfswesens auf, ohne etwas zurück zu lassen.

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