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Posts Tagged ‘Piraten’

Kurzbesuch zurück auf Gor

15. Januar 2017 10 Kommentare

Einladungs-RPs haben den Vorteil, dass man sich ganz seinen elitistischen Arroganzneigungen hingeben kann, da man nicht mit jedem Spielen muss. Klar, muss man eh nicht, man kann immer einfach weggehen. Aber wenn der Spielerpool sowieso schon verlesen ist, kann deutlich weniger schief gehen.

Demnächst werden also die cosianischen Piraten mal wieder für ein paar Spielsessions aus der Versenkung geholt. Und um sie den modernen Zeiten anzupassen, haben sie ein neues Schiff bekommen. Das alte hatte möbliert über 300 Prim. Das neue mit allem nur noch 165. Und dabei ist es deutlich detaillierter. Und hat zwei Ballistae!

Es ist von Galeere zu Segelschiff mutiert, weshalb es den Namen gewechselt hat. Der Rammsporn geht mit einem Segler natürlich auch nicht, weshalb es eben die zwei Torsionswaffen wurden.

Geblieben ist Laesios „reverse mermaid“. Die musste einfach!

Ebenfalls geblieben ist der Kern der Besatzung. Bootsmann Laesio und Navigator Ingula, Schiffsarzt Ganzbaf (nein, der heißt IC nicht so!) und Schiffsjunge Pavidus.

Neu hinzugekommen sind ein Kapitän und eine Arbeitssklavin.

Jetzt bin ich gespannt, wann es losgeht. Und was wir dabei für ein Durcheinander erzeugen können. Man ist diesmal im Auftrag des Ubar Chenbar von Tyros unterwegs – aber das Schiff ist, ganz historisch, im Gemeinschaftsbesitz.

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Yo-ho-ho and a rottle of bum.

26. August 2015 1 Kommentar

Ich bin derzeit unkreativ. Ich hätte genug Plot und Ereignisse, um darüber zu schreiben oder etwas dazu zu zeichnen. Aber irgendwie kommt nichts. Statt dessen pussle ich an einem Logo für des Generals Yara Squad herum, erwerbe wichtige neue Kulturfertigkeiten (eine Prepaid-Kreditkarte) und baue an meinem nächsten Tattoo – wieder stilistisch irgendwo zwischen Hallstadt-West und den Etruskern herumgurkend und ein Ziegen/Steinbocktier mit einer Bireme (ja, ein paar Jährchen danach …) kombinierend. Ich mag antike Schiffe (wenig überraschende Aussage des Tages). Ich mag Schiffe generell. Ich mag Piraten …

… und deshalb ist es ein wenig verwunderlich, dass ich erst vor kurzem auf die Serie Black Sails gestoßen bin. Zum Glück versicherte mir fast jeder (TM), dass sie gar nicht mal so gut sei, ohne ins Detail zu gehen, warum.

Denn wenn ich von genug Menschen meines Umfeldes gehört habe (kritische Kritiker-Masse sozusagen), dass eine Serie/ein Buch nicht gut sei, dauert es nie lange, bis ich mir das Ganze unbedingt anschauen muss. Umgekehrt hält mich allgemeines Lob auf Jahre hinaus davon ab, mir etwas anzusehen. Was bedeutet, dass „Once Upon A Time“ noch eine lange Zeit ungeschaut bleiben wird, obwohl ich die Fables-Comics sehr mag.

So kam ich also zu Black Sails.

Sah den Vorspann.

Und damit war alles zu spät. Wer sich dieses CGI-Kunstwerk, eine Hommage an die opulenten Tafelaufsätze des Spätbarock, ansehen kann ohne „Whoa!“ zu sagen, isst vermutlich auch kleine Hunde mit Messer und Gabel.

Ein umwerfender Vorspann macht noch keine gute Serie. Aber in diesem Fall ist er ein Indikator. Sich entwickelnde Charaktere (man mag Flint, man betrachtet Flint skeptisch, man hasst Flint, man versteht Flint, man mag Flint, man betrachtet Flint skeptisch …), keine nur-Guten oder nur-Bösen, nachvollziehbare Motivationen und ein Metaplot, der Zeit hat, sich zu entwickeln und zu reifen.

Und zu allem Überfluss besteht Black Sails jeden Test auf Repräsentation. Die niedrigste Hürde, der Bechdel-Test. Sehr einfach zu schaffen, wird aber dennoch von locker 80% aller Filme und Serien gerissen. „Gibt es zwei benannte weibliche Charaktere, die miteinander über etwas anderes als einen Mann sprechen?“ Auch Black Sails schafft das nicht immer – aber in 2/3 aller Folgen auf jeden Fall. Besonders seit Max und Anne mehr miteinander agieren. Nächster Test: „Sexy Lamp“. „Gibt es keine Frau, deren Rolle ohne Qualitätsverlust durch eine Lampe (gemeint ist hier die beinförmige Lampe aus „A Christmas Story“, aber das ist nur Trivia) ersetzt werden kann?“ Auch hier – nicht einmal die Huren sind nur Gerettet-werden-Material. Jetzt wird es schwieriger: Der „Mako-Mori-Test“. Benannt nach dem Charakter Mako aus „Pacific Rim“ geht es darum, ob ein weiblicher Charakter eine völlig vom Plot der männlichen Darsteller unabhängige Story nur für sich hat. Jap, auch das gibt es. Natürlich recht einfach, wenn man jemanden wie Miss Guthrie als Hauptfigur hat. Oder eine Mrs. Barlow dabei. Oder Max. Oder Annie. Und der letzte Test – der „Furiosa“, benannt nach der Hauptfigur von „Fury Road“. „Macht eine Plotentwicklung oder ein Charakter etliche Männerrechtler so wütend, dass sie sich laut beschweren und die Serie/den Film boykottieren?“ Auch das hat Black Sails geschafft. Mittels der Bisexualität eines als sehr hart und cool dargestellten Hauptcharakters.

Definitiv alles Gründe, diese Serie zu lieben. Überall Lieblingscharaktere (in meinem Fall ganz vorne: Charles Vane und Billie … mittlerweile holt Silver, den ich anfangs ob seiner Wieseligkeit gar nicht leiden konnte, auf).

Man erwarte keine historische Vollkorrektheit – wie auch, wenn fröhlich und offen geschichtlich gut belegte Figuren wie Calico Jack und Anne Bonnie auf Romanfiguren wie John Silver und Captain Flint treffen! – aber es wird sich bemüht. Keine Hochglanzpiraten, keine Papageien auf der Schulter und es wird Rücksicht auf wichtige Elemente wie die Proto-Demokratie an Bord eines Piratenschiffes genommen.

Einziger Nachteil der Serie: Es gibt erst zwei Staffeln. Staffel drei und vier sind zwar schon bestätigt, aber die Dreharbeiten beginnen irgendwann diesen Winter. Was soll ich nur so lange machen?

Ich habe versucht, mir die Serie Crossbones als Methadon anzusehen. Immerhin hat sie John Malkovich. Aber das war´s dann auch schon. Ebenso wie Black Sails im Goldenen Zeitalter der Piraterie angesiedelt, kann sie dieser nicht einmal einen Fingerhut voll Wasser reichen. Wurde auch nach nicht ganz einer vollen Staffel eingestellt. Zu recht. Disney-bunt voll immer sauber angezogener Menschen mit guten Manieren, aufgezwungener Repräsentation und einem John Malkovich dem man zu deutlich anmerkt, dass er das Geld gebraucht hat. Dagegen war Pirates of the Caribbean Realismus pur.

Schade drum. Dann muss ich eben bis 2016 ausharren.

Bis dahin schaue ich mir Constantine an, das gar nicht so schlecht ist, wie viele behaupten. Auch das hat nur eine Staffel erlebt – was aber vermutlich eher an der stilistischen Nähe zum Comic liegt als an irgend etwas anderem. Der Hauptdarsteller ist wirklich sehr dicht an der Vorlage!

Was hingegen bisher nicht an mich geht ist Vikings. Ich dachte zuerst, dass es daran liegt, dass ich mir die erste Folge auf Deutsch angesehen habe, was ein so krasser Fehler war, dass sich mir jetzt noch die Fußnägel rollen. So eine schlechte Synchro kam mir das letzte Mal in den Neunzigern bei einer Anime-Fandub unter! Irgendjemand dachte, dass es eine prima Idee wäre, die Theater-AG der Mittelstufe einer Brennpunktschule Dialoge vom Blatt lesen zu lassen und damit Vikings zu synchronisieren. Himmel, Ragnar klingt, als hätte er mehr Pickel als Haare am Sack und Polypen bis in den Rachen!

Ich habe meinen Fehler schnell korrigiert und auf Englisch weitergeschaut. Half aber nur bedingt. Die Originalstimmen sind auch eher WASP-Suburbia als Wikinger-Ghetto. Und dafür, dass so ein Gewese gemacht wird, wie „historisch korrekt“ die Serie doch sei, fallen einem auch als in dieser Epoche nicht sehr beschlagenem Zuschauer schon in den ersten Minuten ziemlich viele … Problemstellen auf. Nicht auf Da Vinci´s Demons-wir-haben-vielleicht-mal-von-der-Renaissance-gehört-aber-mehr-nicht-Niveau, natürlich.

Aber vielleicht gibt sich das noch. Ich werde mir auf jeden Fall noch ein paar Folgen ansehen. Und wer weiß – vielleicht mausern sich die Wikinger ja noch zu einem schönen Serien-Zwischenspiel, bis die Piraten wieder über mein Laptop hüpfen.

Die unglaublichen Abenteuer und extraordinairen Reisen des verwegenen Piraten Lab. Teil 5 – Ballkleider und Lehrpersonal.

18. Mai 2015 Kommentare aus

Lab zögerte eine Sekunde, dann trat er doch mit entschlossen hochgezogenen Schultern in die abendliche Hitze hinaus. Mirialaner waren an trockene Kälte angepasst, nicht an Hitze, die das Fleisch auf den Knochen in Beefjerky verwandelte. Mit schnellen, zielstrebigen Schritten ging er an der Fassade der Cantina entlang, bog um einen Stand, dessen Besitzer in unverdrossenem Optimismus Fleischteile anbot, die vor schwarzen Fliegen wimmelten, und verschwand dann in einer Gasse. Auf nicht-ganz-so-direktem Wege in Richtung des Hangars, in dem die Blue Fire auf ihn wartete.

Warum genau er nun doch hier nach Tatooine gekommen war konnte er nicht wirklich sagen. Eine Laune. Denn eigentlich war das ja der Job der Detektivin, die ihn nicht gerade wenig Credits kostete. Aber es war trotzdem … amüsant gewesen. Er hatte Illjana gesehen, ohne dass sie ihn erkannt hatte. Gut hatte sie ausgesehen. Die Uniform stand ihr. Das Seidenfähnchen, welches sie beim letzten Treffen auf Willko spazieren geführt hatte, war nicht ihr Stil. Zu plump und offensichtlich. Ihr Ding war mehr das Understatement mit besonderem Touch …

Wieder die Vergangenheit. Viel zu viel Vergangenheit. Das aufdringliche Geschrei der Händler, der Geruch der Garküchen … nichts als das Heute. Das Damals war … anders. Er seufzte.

Das Kleid war perfekt. Hochgeschlossen bis zum Hals, mit silberweißen Pailetten betonte es ihre Silhouette, doch dann auf der Hinterseite … Lab konnte es nicht lassen, ihr die Hand an die schmalste Stelle des Rückens direkt auf die Haut zu legen, die Fingerspitzen schon fast unter dem Rand des Stoffes. Ein Rückenausschnitt bis ganz nach unten. Ganz. Sie drehte sich gekonnt unter seiner Berührung weg, stieß ihm den Ellbogen in die Rippen. „Flossen weg, sonst sind sie ab! Wir sind hier ehrbare Leute. Gute Diplomaten bei anderen guten Diplomaten!“ Ihr Grinsen strafte ihre Worte Lügen.

Lab spottete leise „Ja, Mutti“, reichte ihr aber den Arm und sie schwebte an seiner Seite in den Partysaal. Vor ihnen ein Meer aus Köpfen. Grüppchen diversester Wesen, alle in Gespräche vertieft. Amüsiertes Lachen, gekünstelte Freude und dazwischen wie Schleppschiffe Kellner mit silbernen Tabletts, auf denen bunte Häppchen interessante Muster bildeten.

Illjana hatte recht. Konzentration. Mit etwas Chuzpe und sehr viel Charme hätten sie bald die Zugangscodes zum experimentellen Labor der Corellian Arms and Services. Man musste nur an diesen netten, älteren Herrn im waldgrünen Smoking dort drüben herankommen, dessen Freude an jungen, menschlichen Damen geradezu legendär war. Illjana hatte ihn ebenfalls erspäht. Nun war es Zeit, sich langsam an ihn heranzutasten, dann einen Streit zu inszenieren, dann dafür zu sorgen, dass der fette Industriefisch die arme blonde Schönheit vor ihrem unmöglichen Begleiter rettete und dann wären sie praktisch am Ziel ihrer Wünsche.

Sie ließen ihre Annäherung an die Konversationsgruppe nicht zu offensichtlich erscheinen. Hier ein Glas Schaumwein genommen, dort ein „Oh, Sie sehen ja ganz reizend aus!“, ein nicht nachvollziehbares Zufallsmuster, Kometen zwischen Sternensystemen.

Fast dort. Der Herr Direktor erzählte eine Anekdote von der Großwildjagd auf Felusia. Bewunderndes, völlig falsches Gelächter. Noch eine Gruppe zwischen ihnen und ihm. Lab konnte spüren, wie Illjana sich an seinem Arm aufrichtete und anspannte. Jetzt nur noch –

„Dr. Rusch! Das ist aber eine Überraschung! Wie lange haben wir uns nicht mehr gesehen ..? Seit Ihrer Disputatio, oder? Was haben Sie nur so lange getrieben – ich dachte, Sie wären jetzt schon längst fest auf einem Lehrstuhl der Universität von Coruscant!“

Lab erstarrte. Illjanas Irritation fuhr ihm durch den Arm wie ein kleiner Stromstoß. Seine Gedanken schlugen Purzelbäume und er konnte ein paar Herzschläge lang nichts tun, als der bothanischen Professorin, die strahlend und mit erfreut geweiteten Nüstern vor ihm stand, dümmlich ins Gesicht zu lächeln. Neben sich hörte er Illjana zischen „Wer bei allen Sternen ist Dr. Rusch?“ Er drückte ihre Finger, hoffte, dass sie dieses „Ich schulde dir eine Antwort – später!!“ akzeptierte und schaltete dann mental in einen anderen Gang.

„Professor Ixbluet! Ja, damit hätte ich nie gerechnet! Sie hier?“ – „Ach, Forschungsgelder, Sie wissen ja, wie das ist. Ein ewiger Kampf“. Verständnisvolles Nicken. Klar wusste er das. Immer! Die gut gelaunte Bothanerin hakte nach „Sind Sie immer noch mit den alderaanischen Kanopen der zweiten Ära beschäftigt? Ich habe keine Publikationen dazu von Ihnen im Kopf.“ Lab atmete tief durch. Anscheinend war an der guten Professorin zumindest ein Skandal der Wissenschaftswelt vorbeigerauscht. Gelobt sei der Tunnelblick der wahrhaft Vernarrten! Er musste hier raus. Nur noch raus.

„Oh, Sie haben nicht mitbekommen, dass ich mich in den letzten Jahren umorientiert habe? Ich bin nach meiner zweiten Dissertation in die Wirtschaft gegangen.“ – „Nein! Sagen Sie das nicht, Dr. Rusch! So viele junge Talente gehen dem Wissenschaftsbetrieb verloren. Ich muss Sie zurückholen! Warten Sie bitte, ich bin mit Professor Un`Balauth hier. Er wird sie überzeugen, dass die Zukunft in der Forschung liegt! Gehen sie nicht weg.“

Die Bothanerin drehte sich um, ihre weite Robe fegte eine dekorative Topfpflanze an einer Säule um. Dann rauschte sie davon. Das war die Chance. Lab griff nach Illjanas Ellbogen und wollte in Richtung Balkontür. Doch seine entzückende Begleitung sträubte sich. Ein entzücktes Lächeln machte sie noch schöner als sonst. „Was war das denn? Wer war das denn?“ – „Komm mit. Bitte. Ich muss hier weg. Sofort. Professor Un`Balauth ist mit großer Wahrscheinlichkeit nicht ganz so uninformiert wie unsere haargesichtige Freundin von eben und dann sollte ich wirklich, wirklich nicht mehr hiersein.“ – „Ich bekomme meine Antworten?“ – „Bekommst du.“ – „Versprochen?“ – Ein schneller Kuss „Versprochen“.

Zwanzig Minuten später saßen sie auf dem Dach des Hotels, hoch über Coronet City. Beobachteten den Verkehr ein paar Kilometer entfernt auf dem Expressway. Der nächste Balkon etliche Meter unter ihnen. Und dann nur sehr lange nichts außer einer werbe-erleuchteten Fassade, sich elegant im Tanz drehende Paare aus Neon. Aber hier ganz oben war es dunkel. Vom Lärm der Stadt kam nur ein schwaches Summen an. Illjana ließ ihre Schuhe von den Zehenspitzen baumeln. Lab zog sich die Fliege vom Hals und ließ sie im Wind davonwehen.

„Also, Dr. Rusch. Fang an.“

Er seufzte tief. Legte den Arm um sie. „Keine Ahnung, ob du mir das glaubst, aber das war zur Abwechslung mal mein … echtes Leben.“

Sie dehnte das Wort „Doooktoooor?“

Er nickte. „Doktor. Zweimal.“ – „Dafür bist du doch gar nicht alt genug. Du bist doch erst dreißig!“ – „Wunderkind. Mit vierzehn auf der Universität hier in Coronet. Erste Doktorarbeit geschrieben mit Neunzehn, zweite mit Dreiundzwanzig an der Universität von Coruscant. Zu viel vom Leben dort beobachtet. An Anarchisten geraten, Ärger gemacht, für Wirbel gesorgt, untergetaucht. Hier bin ich.“

Sie stupste ihn mit dem Zeigefinger auf die Nase. „Moment, Moment, Herr Doktor! Nicht ganz so schnell. Doktor in was? Arzt bist du nicht, das ist mal klar. Und wie überhaupt? Wer bist du?“

„Geboren bin ich als Thalab Rusch. Auf Mirial. Meine Vater ist Ingenieur, fand eine gute Stelle hier auf Corellia bei Excav, einer Firma für Bohrwerkzeuge. Meine Eltern förderten mich in allem, schickten mich auf die besten Schulen, zu den besten Lehrern. Nahmen dafür Kredite auf. Studiert habe ich dann zuerst Archäologie. Arbeiten über, ja, das was Professor Ixbluet gesagt hat. Alderaanische Begräbniskultur. Vergleichende Forschung. Langweilig. Nein, nicht langweilig. Aber reichte nicht.“ – „Du nimmst mich auf den Arm! Du bist ein reizender, wirklich charmanter Verbrecher. Aber kein Forscher!“ – „Schau ins Holonet. Meine Publikationen sind recht einfach zu finden. Vergleich der Tumuli-Strukturen von Machtnutzern in der Heron-Provinz. Beigabenkeramik am Übergang zur zweiten Ära unter dem Aspekt der Aufbewahrung von Datacrons. Und natürlich – besonders langweilig für Außenstehende – Nomenklatura der Königslisten auf Kammerstelen.“

Illjana lachte leise. „Ich fass´ es einfach nicht.“ Sie schwiegen ein paar Minuten. „Und der zweite Doktortitel?“ – „Zoologie. Kryptozoologie um genau zu sein.“ – „Also … ausgestorbene Tiere finden?“ – „Jap. Hatte ich mir … feldforschungsmäßiger vorgestellt, als es dann tatsächlich war. Das ist viel Archivarbeit.“

Wieder ein wenig schweigen. Vom Balkon unter ihnen schwebte ein spitzes Lachen herauf.

„Und die Anarchisten?“ – „Ich habe gesehen, was Korruption auf Coruscant anrichten kann. Diese ganzen Slumbewohner, die man nicht zu Gesicht bekommen soll. Naja, ich war wirklich leicht zu beeindrucken. Ein naiver Kindertrottel. Ohne Ahnung vom Leben. Die Gruppe … also die Anarchsiten, haben mich mit diesen Zweifeln aufgefangen. Und weil ich Zugang zu einer Menge Labore mit vielen Chemikalien hatte, nahmen sie mich auch mit offenen Armen auf. Tja, der Rest ist eine gesprengte Statue, jede Menge Flugblätter, ein Brunnen voller Waschpulver, ein brennender Bus und die schnelle Flucht der ganzen Gruppe in den Huttenraum. Das wars dann mit dem aufgehenden Stern der wissenschaftlichen Welt.“

Illjana legte den Kopf schräg. Der Wind zupfte ihr eine Haarsträhne aus der Frisur. „Ich bin mir fast sicher, dass du das noch nie jemandem erzählt hast.“ – „Ins Schwarze getroffen, meine Süße. Und wenn du das weitergibst, muss ich dich leider auf unnötig grausame Art töten.“

Sie sah ihn an, ihre Augen funkelten im unsteten Licht der weit hinten vorbeieilenden Fahrzeuge. Sie lehnte sich an ihn, drückte ihn sanft mit ihrem Körpergewicht nach hinten auf das Flachdach. Ihre Hand wanderte zu seinem Gürtel, öffnete ihn. „Hmmm … ich glaube, ich habe fast vor, das öffentlich zu machen … du solltest mich besser aufhalten …“

Heute. Nur die allgegenwärtige Hitze des frühen Abends auf Tatooine. Lab wich einem Wasserverkäufer aus, zog beiläufig das Messer, als ein zu deutlich erkennbarer Taschendieb Anstalten machte, die anrempel-Nummer anzusetzen und tauchte dann unter dem weißgekalten Torbogen hindurch, der zur Treppe des unterirdischen Hangars führte.

Viel zu viel gestern mal wieder. Er neigte in letzter Zeit dazu, sich zu weit in der Vergangenheit zu verlieren. Es ging um den Kristall. Um sonst nichts.

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Die unglaublichen Abenteuer und extraordinairen Reisen des verwegenen Piraten Lab. Teil 2 – Es war einmal … Amour fou.

27. April 2015 3 Kommentare

Lab lehnte sich zurück und legte die Füße auf die Konsole, über der sich eine sehr hübsch anzusehende 3D-Simulation der Galaxis drehte. Der Pilotensessel quietschte leise und das abgewetzte Leder knarzte. Die Blue Fire (ja, das Schiff hatte den Namen lange vor … lange vor … dem „Erwerb“ des Steines) war rein innenausstatter-bequemlichkeitsmäßig nicht mehr die Jüngste. Sie hatten beide nie besonders viel Wert darauf gelegt, hübsche Gardinen aufzuhängen. Immer schon hatten sich in den Ecken kleine Schneeverwehungen aus Schokoriegel-Einwickelpapierchen und leeren Cigara-Schachteln gebildet und immer schon kam der Zustand der Triebwerke und Waffen vor dem Zustand der Captainskajüte.

Von weiter hinten wehte der Geruch nach frisch aufgebrühtem Caf ins Cockpit. Auch der Protokoll-und-Mädchen-für-alles-Droide war schon fast antik – er hatte ihn vom Vorbesitzer des Schiffes übernommen und nie ausgetauscht oder ihm auch nur den Speicher gelöscht, was gelegentlich zu amüsanten Verwicklungen führen konnte, wenn sich der Blecheimer durch irgendeinen elektronischen Schluckauf für ein paar Minuten wieder in adligen Diensten auf diplomatischer Mission wähnte.

Der Astromech an der Navikonsole neben Lab piepste und rollte aggressiv gegen den Pilotensessel. Der Kurs war berechnet. Dorthin, wo man alles fand, was man nicht suchte.

Dorthin, wo alles begonnen hatte, wie es das dort immer tut.

Die Vergangenheit zog sich um ihn, während die Sterne wie Wasser um die Blue Fire flossen, als sie in den Hyperraum sprang. Niemand schrieb Opern über so etwas … vermutlich ein Fehler.

Die meisten wilden Piratengeschichten enden damit, dass einer dem anderen das Schiff abzieht. In diesem besonderen Fall aber fing alles erst damit an.

Er erinnerte sich genau. An dieses sehr spezielle Sabacc-Spiel. Dieses sehr, sehr spezielle Sabacc-Spiel. In einer Nische einer nicht besonders glamourösen Cantina – der Wonky Womp-Rat – auf der dreißigsten Ebene von Nar Shaddaas Vergnügungsviertel. Nur sie beide. Er und diese Frau.

Nicht, dass er ein Profi-Zocker gewesen wäre! Aber er konnte die Finger nicht davon lassen, sein Glück herauszufordern. Es war, als könnte er sich damit versichern, am Leben zu sein. Als könnte er sich viel deutlicher spüren, während das elektronische Deck vor ihm flackerte und jeder Atemzug das schwere Aroma von Rauch, bunten Getränken, Deathsticks und Risiko brachte.

Normalerweise war er dabei absolut kontrolliert. Normalerweise hatte er sich voll im Griff. Normalerweise war es nur Spaß. Nicht dieses mal. Dieses mal saß ihm diese Frau gegenüber …

Nie hatte er sich von hübschen Augen ablenken lassen. Nie hatten ihn mit kirschrot-vollen Lippen geseufzte Bemerkungen Kombinationen übersehen oder unsinnige Züge machen lassen. Nie. Dieses mal saß ihm diese Frau … diese Frau gegenüber.

Und dieses mal war alles anders. Als sie sich das hellblonde Haar hinters Ohr strich und dabei ihren weißen Hals entblößte, wurde ihm der Mund trocken und die üblichen charmanten Bemerkungen blieben ihm wie Blei auf der Zunge liegen. Als sie erwähnte, dass es in dieser Cantina wirklich verdammt überheizt sei und den obersten Knopf ihrer Bluse öffnete, ließ er zwei Karten ins Nichts laufen. Und als sie die langen Beine übereinander schlug, der sowieso viel zu kurze Rock noch etwas weiter nordwärts wanderte und dabei das kleine Messer im Strumpfband im diesigen Cantinalicht aufblitzte, war nicht mehr genug Blut in Labs Gehirn, um noch vernünftige Züge zu spielen.

Zehn Minuten später hatte er sein Schiff, die Pink Turtle, verloren. Fünfzehn Minuten später hatten sie den Vorhang der Nische zugezogen und Lab konnte auf dem Tisch zwischen halbleeren Gläsern und einer fast noch vollen Schüssel Erdnüsse feststellen, dass diese Miss Karamasowa nicht zu allen Gelegenheiten Unterwäsche trug. Weil es ihr Glück brachte, oder so ähnlich.

Die nächsten Tage waren diese Art von Rausch, der einen nur aus dem Bett lässt, um mit einem Laken um die Hüften gewickelt zur Tür zu hüpfen, dem Pizzaboten die Pappschachteln aus den Händen zu reißen, um danach möglichst sofort dorthin zurückzukehren, wo sie auf ihn wartete. Verheißung zwischen abgewetzter Hotel-Bettwäsche.

Und es wurde auch nicht langweilig, als die Ferien vorbei waren und sie beschlossen, wieder Geld zu verdienen (was nötig war, jeder einzelne Credit war für teure Getränke, gut gewürztes Essen und ausschweifendste Unterhaltung draufgegangen). Sie die Pilotin, er der Stratege. Es war jetzt ihr Schiff; was recht war, war recht. Oh, wie waren sie erfolgreich! Nahmen von den Reichen und gaben es den Armen – wobei die Armen in diesem Falle hauptsächlich sie selbst waren.

Monate im Taumel, eine Galaxis voller Möglichkeiten. Früchte an tiefhängenden Ästen; bereit, ohne Anstrengung von ihnen gepflückt zu werden.

Das Ende kam so wild, so heftig und so glamourös wie es der Anfang gewesen war – alles andere hätte die Hitze dieser Leidenschaft nur in Asche verwandelt. Vielleicht war der Anfang vom Ende schon, dass sie das zweite Schiff stahlen. Die Idee dahinter – so irrwitzig wie alles, was sie unternahmen – war, eine Piratenflotte aufzubauen. Mit ihnen beiden als dem König und der Königin des Verbrechens am Steuer. Doch mit nur einem Schiff? Das wäre albern. So kam die Blue Fire dazu. Und Lab war wieder Captain.

Es änderte sich eigentlich nichts. Freiheit war immer ein wesentlicher Teil ihrer Beziehung gewesen. Freiheit und pure Leidenschaft. Das Wochenende mit den beiden sehr beweglichen Twi´lek-Schwestern war nichts, das ihre Liebe auch nur angekratzt hätte. So wenig wie Illjanas Nacht mit dem eingeölten Zabrak-Gladiator. Was war gegen Spaß einzuwenden? Sie stritten sich, kämpften, warfen Dinge. Um sich dann außer Atem, Blaster noch in der Hand, Flüche noch auf den Lippen, anzusehen … und im Bett, auf dem Sofa, dem Küchentisch, zwischen den Frachtkisten zu landen, halb ausgezogen bevor die eben noch aufeinander gerichteten Waffen auch nur den Boden berühren konnten.

Doch mit dem zweiten Schiff änderte sich dies irgendwie. Was genau geschah, konnte Lab selbst heute, mit all den Jahren dazwischen, nicht sagen.

Vielleicht war die Zeit, die ihnen zugestanden hatte, einfach abgelaufen. Vielleicht hatte das Schicksal, die Sterne, die Macht beschlossen, dass es nun genug war. Vielleicht hatten sie auch nur in Monaten das aufgebraucht, wovon andere Paare ihr Leben lang zehrten. Zu hell gebrannt.

Sich an das Ende, das eigentliche Ende, zu erinnern … nein, das war ein schmerzender Zahn, an dem man besser nicht mit der Zunge herumpolkte. Noch nicht. Vielleicht war es notwendig, um die Kälte zu erreichen, mit deren Hilfe er dann schlussendlich fähig sein würde, sich das wiederzuholen, was sie ihm gestohlen hatte.

Aber nicht jetzt. Jetzt würde er noch ein wenig zu den guten Zeiten zurückkehren. Zu Illjana in dem gestohlenen Kleid der Botschafterin. Zu dem Balanceakt hoch über den Häuserschluchten von Corellia, als sie den Prototypen im staatlichen Ingenieursbüro gegen eine funktionslose Replik ausgetauscht hatten (die Ironie, ach, die Ironie!). Zu den Nächten voller Cocktails mit Schirmchen und nicht bezahlter Rechnungen …

Der Protokolldroide wackelte mit einem Thermobecher Caf ins Cockpit.

Die schweren Durasteelplatten schoben sich vor die Fenster, sperrten den Wahnsinn des Hyperraums aus. Gegen die Wildnis im Inneren gab es nichts.

—————-

OOC: Ich schreibe gern. Mehr hat es damit nicht auf sich. Und Sey liest die Lab-Stories gern. Zumindest hat sie sich sehr über die erste gefreut. Und es sind auch Details von Illjanas tatsächlicher Backstory verwoben. Vielleicht beleuchte ich demnächst auch einmal Labs Vorgeschichte. Immerhin ist der erstaunlich gebildete Gentleman-Pirat ja schon eine Weile im Geschäft und hat eine bewegte Vergangenheit. In meinem Kopf. Ich habe zu NSCs meistens zehn Minuten nachdem ich sie erfunden habe ihr komplettes Leben. Ist vermutlich meine shitty-super-power.

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Die unglaublichen Abenteuer und extraordinairen Reisen des verwegenen Piraten Lab. Teil 1 – die Abreise.

26. April 2015 Kommentare aus

Es war Nachmittag an einer Küste, an der es immer Nachmittag zu sein schien. Der dunkle Strand atmete schwer den allgegenwärtigen Aschengeruch der Vulkane und von See kamen die eintönigen Klageschreie der Willko-Möwen.

Sie waren alle noch am Schlafen. Und das war auch ganz in seinem Sinne. Nicht, dass er ein schlechtes Gewissen hätte, weil er sie alle reinlegte. Nein, solche moralischen Regungen waren im fremd – und in diesem Falle auch unangebracht, da es ein Verbrechen ohne Opfer wäre. Sie hätten es nie gemerkt, alles wäre wie immer.

Aber nicht für ihn.

Die Replik war perfekt. Niemand konnte etwas bemerken. Niemand. Außer jemandem, der dieses hübsche Ding schon sehr lange um den Hals getragen hatte. Und der nur zu gut wusste, wo das Original diese eine abgeplatzte Stelle hatte. Die Stelle, an der der Blasterschuss abgeprallt war, der ihn getötet hätte, wäre nicht der blaue Stein zwischen Energie und grüner Haut gewesen.

Und hatte man so einen Glücksfall erlebt … nun, dann kannte man sein Steinchen.

Weshalb es ums Prinzip ging. Das Blaue Feuer war nur ein Symbol. Seine Crew hatte keine Ahnung, was der Stein wirklich Wert war. Ihm selbst war es auch ziemlich egal. Sie hätten also auch bequem mit der Replik leben können. Weiter „Blue Fire!“ brüllen, weiter Parties feiern, bei denen der Stein von Hand zu Hand ging und weiter auf jedes Schiff ein hübsches Edelstein-Piktogramm in Königsblau pinseln. Alles wie immer, alles kein Problem. Teamgeist, ho! Aller Welten Feind.

Aber so lief es nicht.

Sie hatte ihn das zweite Mal in die Pfanne gehauen.

Er war nicht nachtragend. Nie gewesen. Vor allem nicht bei ihr (ach, Erinnerungen! Man neigte zum Filtern). Aber es gab Grenzen.

Und so hatte er gestern abend seine Crew belogen. Hatte seine Second in Command befördert (sentimentales Grölen, Herumtragen der neuen Captain auf den Schultern, noch mehr Alkohol, noch mehr Drogen), ihr den falschen Stein mit salbungsvollen Worten um den Hals gehängt und in einer mitreißenden Rede (erstens konnte er das und zweitens hatte es schon genug Alkohol und Drogen – siehe oben – gegeben, dass die Jungs und Mädels selbst einem wütenden Ortolaner zugejubelt hätten) verkündet, dass er jetzt gehen, und sein persönliches Glück suchen müsse. Rückkehr irgendwann, erreichbar vermutlich nicht und wenn doch über die üblichen Kanäle. Danke für alles, großartiges Team, hätte es ohne euch nie so weit gebracht, Blue Fire!

Und jetzt stapfte er über den schwarzen Sand in Richtung seines Schiffes. Ließ die schnarchende Bande, die bestimmt sehr zügig lernen würde, auch ohne ihn erfolgreich zu sein, hinter sich einen Kater epischen Ausmaßes entwickeln.

Der Echsenaffe neben ihm schnatterte aufgeregt und irgendwie war die Wut nicht ganz so groß wie die Freude, wieder auf der Jagd zu sein.

Im Gehen tippte er auf seinem Datapad. Eine Warnung war fair und üblich.

„An Miss Karamasowa, derzeit in unbekannten Gefilden aber hoffentlich noch im Besitz ihrer alten, geheimen Kennungsnummer.

Ist es nicht erstaunlich, was für ein schlechtes Gedächtnis unsere gemeinsamen Zabrak-Freunde haben? Nicht einmal an eine so illustre Gestalt wie Deine – und dabei beziehe ich noch nicht einmal Dein gar prachtvolles Heck mit in diese Gleichung ein – erinnern sie sich. An Deiner Stelle wäre ich verletzt und würde nach Satisfaktion rufen.

Aber ich vermute, die findest Du schon in überreichem Maße, wenn Du meinen hübschen blauen Stein an Deinen üppigen Busen drückst, um Dein aufgeregt schlagendes Herz zu beruhigen. Ach, wie gern wäre man an Stelle dieses kalten Stückes Kristall!

Doch muss man sich damit begnügen, sich von Ferne zu sehnen.

Ich vermute, Du fragst Dich, woher ich weiß, was Du getan hast. Nun, zermartere Dir nicht dein kluges Köpfchen – Antworten sind auf dem Weg zu Dir.

Natürlich könnte ich Deinen Wissensdurst weitaus zügiger stillen, wenn Du die Güte hättest, mir Deinen Aufenthaltsort mitzuteilen. Doch ich vermute, dass deine so reizend spröde Keuschheit dich dazu zwingt, mich zu locken aber auf Abstand zu halten.

Und so ziehe ich zwischen die Sterne hinaus, um Dich zu finden. Werde mich den Fährnissen und Rätseln stellen, die sich zwischen uns auftun. Doch nichts wird mich hindern, wieder die Wärme Deiner statuesken Schenkel zu genießen und das Feuer Deiner braunen Augen genauso in mein Herz zu lassen, wie den blauen Schein meines abgängigen Kristalls.

Dieser erste Brief diene Dir als Einladung, Dich zu offenbaren genau wie als Pfand meiner Worte.

Wir sehen uns,

Lab“

Er schickte die Botschaft in den Äther, ziemlich davon überzeugt, dass Illjana sie erhalten würde. Sie war nicht anders als er oder jeder andere Kriminelle eines gewissen Kalibers. Sie behielten immer etwas in der Hinterhand, um nicht ganz mit der Vergangenheit zu brechen.

Er ging einmal um das Schiff herum, überprüfte es. Dann stieg er ein und startete die Triebwerke. Die Galaxis vor sich, die Vergangenheit viel zu nah.

Nun, es konnte nur amüsant werden.

Der Echsenaffe lachte.

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Smooth Criminal

23. April 2015 Kommentare aus

Schon wieder eine NSC-Rolle in letzter Minute! Es fand sich kein Space-Piraten-Captain für die Gruppe um Tilda, die auf der suche nach dem Blauen Kristall war, also sprang ich ein.

Ich hatte fünf Minuten, mir einen Charakter aus den Fingern zu saugen. Und es wurde dieser: Captain Lab, ein Ex von Frau Karamasowa und ziemlich von ihr angepisst, da er sie das letzte Mal sah, als sie durch eine Luftschleuse entschwand, während er ans Bett gefesselt zurückblieb und eine imperiale Patrouille das Schiff enterte.

Daher: Originale Captain-Jack-Sparrow-Reverse-Begrüßung. Illjana bekam eine geschallert.

Das RP war amüsant. Es gab noch die Crew des Captains, die schon bei Ankunft des Besuchs völlig breit war. Und es wurde nicht besser, als es als Gastgeschenk von Saqr liebevoll seltsam fermentierte psychotrope Pilze gab.

Die Party lief etwas aus dem Ruder.

Das Ende vom Lied war jedenfalls, dass es der sneaky Illjana gelang, den Captain nicht nur von Oberbekleidung zu befreien, sondern ihm auch noch den um den Hals getragenen blauen Stein gegen eine Kopie auszutauschen.

Mir hat es viel Spaß gemacht, den unglaublich gespreizten Piraten zu spielen. Ein gebildetes, gewissenloses Arschloch mit erstaunlich politisch korrekten Ansichten. Sehr schräg. Fast zu schade, um NSC zu bleiben. Vielleicht taucht er ja nochmal als Nebenrolle auf.

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Der Mann ohne Gesicht und der Mann, dem Gesichter egal sind

9. Januar 2015 Kommentare aus

Qird fokussierte noch einmal auf die Blinde Wut (niemand fand den Namen des Schiffes so amüsant wie er selbst), die still im Hangar lag und irgendwie .. erbärmlich wirkte. Nach all den angefangenen und zum Teil auch schon fertigen Umbauten hatte sie so viel von ihrer kühlen Eleganz und schlichten Effizienz eingebüsst, die sie in der Sicht des Miraluka zu einem glänzenden Gebilde voll zweckgerichteter Tödlichkeit machten.

Ingenieure und Arbeiter im Auftrag Sith Intelligence kletterten wie Ameisen auf dem Schiff herum. Verpassten der Hülle einen neuen Anstrich, änderten Namen und Kennung, montierten Waffen, schraubten andere Waffen ab … hier ein Aufbau, dort ein weniger imperiales Sensor-Array … bald würde aus Qirds Arbeits-Schiff ein hässliches Monster geworden sein, ein Schiff passend für eine kleine Piraten-Crew.

Ihr weiteres Vorgehen hatte Formen angenommen, als sie gestern im Hauptquartier gewesen waren. Der Lord war erstaunlich offen und kooperativ gewesen. Sie hatten mehr über den bevorstehenden Auftrag erfahren, als Qird zu hoffen gewagt hatte. Selbst Meinungsverschiedenheiten waren nicht ausgeartet.

Und natürlich konnte man sich auf die Arroganz von Sith verlassen (wer hätte das besser beurteilen können als ein Sith!) … kein Sith las sich genau durch, was Untergebene ihm brachten, wenn er es unter seiner Würde empfand. Und so hatten sie jetzt völlig problemlos und ganz ohne auch nur ein Gesetz zu brechen … es … bekommen.

Den Protoyp.

Qird musste ihn sich nur noch aushändigen lassen. Und auch diesmal würden Kleider Leute machen. Für den Miraluka waren Kleidungsstücke ein Nebel, der die Menschen umgab. Er sah viel deutlicher die Körper darin und ihre Verbindung mit der lebendigen Macht als die Tuchlagen auf ihrer Haut. Dennoch – oder vielleicht gerade deswegen – hatte er mühsam gelernt, Kleidung einzuordnen und auch ihre Bedeutung zu nutzen. So zum Beispiel gestern beim Briefing. Der Lord war in Robe und Maske aufgetreten, während Qird demütig in einer einfachen Uniform (er mochte die Uniform. Sie war praktisch) vor ihm gesessen hatte. Sein Stand nur durch den Griff der Lichtlanze an seiner Seite zu erkennen.

Damit hatte er sich kleingemacht. Unwichtig. Und deshalb so einfach das Abnicken für die Liste der … notwendigen Dinge erhalten.

Jetzt allerdings galt es, die andere Seite zu sein.

Er begab sich zurück in sein Appartment und zog sich um. Eine schlichte schwarze Robe. Eine Maske mit Metallbeschlägen, Gold abgesetzt. Understatement das dennoch sehr laut „ich bin Sith, möchtest Du weiterleben?“ sagte.

Eine halbe Stunde später ging er tief in den Archiven der Sith Intelligence, weit unter den regennassen Straßen von Kaas City, neben einem nervösen Angestellten, dem in jeder bunten Schliere seiner Aura anzusehen war wie sehr er sich wünschte, dass dieser stille Sith so schnell als möglich seinen Prototyp für … völlig egal! … bekam und dann wieder verschwand.

Und genau das hatte Qird vor. Den Prototyp zu bekommen und zu verschwinden.

Alles lief optimal.

In seinem Hinterkopf zwickte kurz die Erniedrigung, die sein Schiff gerade erdulden musste. Für das größere Gute. Wie lautete noch einmal der Name, den sie jetzt an den Rumpf pinselten und zugleich in die Firmware brannten? Ach ja ….

Weiter mit OOC: Bei den Alderaan-Siths geht es ebenso voran. Aber noch ist der Plotstrang zu zerfasert um einen Bericht zu schreiben, der sich auch angenehm lesen lassen würde. Es geht nun in Richtung einer alten Festung, zerfallener Inselarchitektur und böser Pläne. Sheysa bietet sich als Babysitterin an und Ghurab hat mal wieder eine Attacke vor. Diesmal auf einen „freundlichen Wächter“. Langsam gehen ihm die Jedi mit ihrer Pseudoneutralität nämlich gewaltig auf die Nüsse.

Wird sich aber alles noch ergeben.

Und dass ich Qirds Schiff in „Ballroom Blitz“ umbenenne ist eine Albernheit, die aus meiner Begeisterung für „Life on Mars“ resultiert. Man stelle sich eine Fury vor, ähnlich maskiert wie die Serenity beim Flug durch den Reaper-Raum (minus die Skelette) und damit absolut unverdächtig. Der Name addiert zum Flair. Völlig unimperial.